<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Michael Bernays an Vaihinger, München, 20.2.1882, 4 S., hs., am Briefkopf gold- und kupferfarben eingeprägtes Monogramm MB, Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 2 m, Nr. 2</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000175-9"/><style type="text/css">
.ED-TEI {
font-family: serif;
line-height: 1.2em;
}
.ED-text {
border: 1px solid LightGray;
padding: 1em;
}
.ED-titleStmt,
.ED-app-title {
font-size: 1.1em;
font-family: serif;
font-style: italic;
font-weight: normal;
margin: 2em 0em 1em;
}
.ED-dateline {
text-align: right;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-title,
.ED-p,
.ED-salute,
.ED-signed,
.ED-docAuthor {
text-indent: 0em;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-p + .ED-p {
text-indent: 1em;
margin: 0em;
}
.ED-title + .ED-title,
.ED-dateline  + .ED-dateline,
.ED-salute    + .ED-salute,
.ED-signed    + .ED-signed,
.ED-docAuthor + .ED-docAuthor {
margin: 0em;
}
.ED-back,
.ED-postscript {
border: 1px solid LightGray;
margin: 1em 0em;
}
.ED-add,
.ED-pb {
color: Gray;
}
.ED-label-formprint {
font-family: sans-serif;
}
sup {
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
a.ED-anchor {
font-style: normal;
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
.ED-text-lem {
text-decoration: underline dotted;
}
.ED-app-philological,
.ED-app-editorial {
position: relative;
margin: .3em 0em;
margin-left: 2.5em;
font-style: italic;
}
.ED-app-num {
left: -2.5em;
}
.ED-app-corresp {
left: -.8em;
}
.ED-app-num,
.ED-app-corresp {
position: absolute;
text-indent: 0em;
font-style: normal;
}
.ED-lem,
.ED-lem-sep,
.ED-rdg {
font-style: normal;
}</style></head><body><div class="ED-TEI"><p class="ED-titleStmt"><span class="ED-persName-sent">Michael Bernays</span> an <span class="ED-persName-received">Vaihinger</span>, <span class="ED-location-sent">München</span>, <span class="ED-date">20.2.1882</span>, <span class="ED-note">4 S., hs., am Briefkopf gold- und kupferfarben eingeprägtes Monogramm </span><span class="ED-rdg">MB</span>, <span class="ED-pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 2 m, Nr. 2</span></p><div class="ED-text"><p class="ED-salute">Verehrter Freund und College!</p><p class="ED-p">In jedem Augenblicke bin ich freudig bereit, mein Fürwort zu Ihren Gunsten vernehmen zu lassen. Ich würde dann nicht minder zu meinen eigenen Gunsten sprechen: denn mit wahrer Freude begrüßte ich Sie als akademischen Nachbar, und höchst anlockend wäre mir die Aussicht auf einen näheren wissenschaftlichen und persönlichen Verkehr mit einem Manne, welcher durch seine Gesinnungen und Leistungen mir die gleiche lebhafte Hochachtung einflößt. <span class="ED-pb">|</span></p><p class="ED-p">Unzweifelhaft verdienen Sie in diesem Falle den Vorzug vor jedem Mitbewerber. Freilich darf ich keinen Anspruch auf das Recht erheben, Ihre Arbeiten nach ihrem streng philosophischen Gehalt zu beurtheilen. Aber urtheilen darf ich über die Methode Ihrer Forschung, über die Ergebnisse, zu welchen dieselbe Sie hinführt; rühmen darf ich Ihren erfolgreichen Eifer, den Sie als hochbegabter Lehrer entfalten; preisen darf ich den fruchtbaren, im Dienste der edelsten Zwecke stehenden Fleiß, den Ihre Schriften bezeugen. Kurz, verehrter Freund, es soll so wenig an meinem guten Willen wie an meinem guten <span class="ED-pb">|</span> Worte fehlen.</p><p class="ED-p">Wie ich aber mein Wort anbringen soll, und ob es sich irgend wirksam erweisen würde, darüber muß ich die ernstesten Zweifel hegen. Nach meinen Erfahrungen kann eine energische Fürsprache oft geradezu hemmend in den natürlichen Gang der Entwicklung eingreifen. Von der <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="ganzen Angelegenheit ] gemeint ist die Würzburger Besetzungsliste, vgl. Vaihinger an Eduard Zeller vom 10.6.1882. – Nach dem Tode Johann Nepomuk Hubers am 20.3.1879 war außerdem eine mehrjährige Vakanz einer „dritten“ philosophischen Professur in München neben Jakob Frohschammer und Carl Prantl eingetreten. 1882 wurde Georg von Hertling auf den neu geschaffenen Konkordatslehrstuhl berufen (BEdPh; Otto Seitschek (Hg.): Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität. Die philosophische Lehre an der Universität Ingolstadt-Landshut-München von 1472 bis zur Gegenwart. In Verbindung mit Wolfhart Henckmann, Martin Mulsow u. Peter Nickl. St. Ottilien: EOS 2010, S. 103). Vaihinger hatte unter den speziellen Münchener Umständen kaum Chancen, vgl. auch Vaihinger an Eduard Zeller vom 27.6.1882.&#xD;&#xA;">ganzen Angelegenheit</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="ganzen Angelegenheit ] gemeint ist die Würzburger Besetzungsliste, vgl. Vaihinger an Eduard Zeller vom 10.6.1882. – Nach dem Tode Johann Nepomuk Hubers am 20.3.1879 war außerdem eine mehrjährige Vakanz einer „dritten“ philosophischen Professur in München neben Jakob Frohschammer und Carl Prantl eingetreten. 1882 wurde Georg von Hertling auf den neu geschaffenen Konkordatslehrstuhl berufen (BEdPh; Otto Seitschek (Hg.): Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität. Die philosophische Lehre an der Universität Ingolstadt-Landshut-München von 1472 bis zur Gegenwart. In Verbindung mit Wolfhart Henckmann, Martin Mulsow u. Peter Nickl. St. Ottilien: EOS 2010, S. 103). Vaihinger hatte unter den speziellen Münchener Umständen kaum Chancen, vgl. auch Vaihinger an Eduard Zeller vom 27.6.1882.">[1]</a> erfahre ich jetzt durch Sie das erste Wort. Ich weiß daher auch nicht, ob die Majorität der Kammer auf die Besetzung der Stelle Einfluß gewinnen will. Das Ministerium pflegt meist den Vorschlägen der Facultät sich anzuschließen. Es fragt sich also, ob Sie unter den Vorgeschlagenen die erste, zweite oder dritte Stelle einnehmen. <span class="ED-pb">|</span></p><p class="ED-p">Diese eiligen Worte seien Ihnen nur ein Zeugniß der lebhaften Theilnahme, mit welcher ich auf Ihren Wunsch eingehe oder ihn vielmehr zu dem meinigen mache. Bewahren Sie mir Ihre Freundschaft und bleiben Sie der meinigen versichert!</p><p class="ED-p">Ihr treu ergebener</p><p class="ED-signed">Bernays.</p><p class="ED-dateline">München</p><p class="ED-dateline">20 Februar 1882.</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">ganzen Angelegenheit</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>gemeint ist die Würzburger Besetzungsliste, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Eduard Zeller vom 10.6.1882. – Nach dem Tode <span class="ED-name">Johann Nepomuk Huber</span>s am 20.3.1879 war außerdem eine mehrjährige Vakanz einer „dritten“ philosophischen Professur in München neben <span class="ED-name">Jakob Frohschammer</span> und <span class="ED-name">Carl Prantl</span> eingetreten. 1882 wurde <span class="ED-name">Georg von Hertling</span> auf den neu geschaffenen Konkordatslehrstuhl berufen (<abbr title="Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Philosophen" class="ED-abbr">BEdPh</abbr>; Otto Seitschek (<abbr title="Herausgeber" class="ED-abbr">Hg.</abbr>): Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität. Die philosophische Lehre an der Universität Ingolstadt-Landshut-München von 1472 bis zur Gegenwart. In Verbindung mit Wolfhart Henckmann, Martin Mulsow <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Peter Nickl. St. Ottilien: EOS 2010, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 103). Vaihinger hatte unter den speziellen Münchener Umständen kaum Chancen, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> auch Vaihinger an Eduard Zeller vom 27.6.1882.</div></div></body></html>