<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Eduard Zeller an Vaihinger, Berlin, 17.9.1881, 4 S., hs., Bruch der Faltung des Briefbogens auf S. 2 u. 4 mit Papierstreifen überklebt, Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 10 c, Nr. 2</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000169-8"/><style type="text/css">
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Vaihinger an Zeller vom 6.8.1881&#xD;&#xA;">gütige Geschenk</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="gütige Geschenk ] vgl. Vaihinger an Zeller vom 6.8.1881">[1]</a> ihres Commentars zur Kritik d<span class="ED-add">[er]</span> r<span class="ED-add">[einen]</span> V<span class="ED-add">[ernunft]</span> auszusprechen, der unmittelbar nach meiner Abreise hier eintraf, aber während meiner Abwesenheit liegen geblieben war. Das genauere Studium desselben muß ich mir <span class="ED-pb">|</span> zwar bis zum Abschluß der Arbeit an meinem <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="letzten Band ] vgl. Zeller: Die Philosophie der Griechen in ihrer geschichtlichen Entwicklung. 3. Aufl. 1869–1882, mit Registerband 1882 abgeschlossen.&#xD;&#xA;">letzten Band</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="letzten Band ] vgl. Zeller: Die Philosophie der Griechen in ihrer geschichtlichen Entwicklung. 3. Aufl. 1869–1882, mit Registerband 1882 abgeschlossen.">[2]</a> der „Philosophie d<span class="ED-add">[er]</span> Gr<span class="ED-add">[iechen]</span>“ 3. Aufl<span class="ED-add">[age]</span> aufsparen, dessen Druck zwar demnächst vollendet sein wird, dem aber noch ausführliche Register folgen sollen. Aber schon eine vorläufige Durchsicht hat mir gezeigt, mit welcher Sorgfalt, Umsicht <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Genauigkeit Sie Ihre Aufgabe behandeln; <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> ich bin nicht allein mit den Grundsätzen, die Sie in Ihrer Vorrede aussprechen, ganz einverstanden, sondern ich bezweifle auch nicht, daß es Ihnen gelingen wird, in diesem <span class="ED-pb">|</span> so viele Arbeit erfordernden Werke der Wissenschaft ein werthvolles Hülfsmittel zum Verständniß des großen Denkers, ein Werk von dauernder Bedeutung zu liefern, von dem ich überzeugt bin, daß es die verdiente Anerkennung finden und wesentlich dazu beitragen wird, Ihnen Ihre weiteren Wege zu bahnen.</p><p class="ED-p">Indem ich mir erlaube, Ihnen beiliegend <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="ein Kantianum ] vgl. Vaihinger an Zeller vom 10.6.1882&#xD;&#xA;">ein </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="ein Kantianum ] vgl. Vaihinger an Zeller vom 10.6.1882&#xD;&#xA;">Kant</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="ein Kantianum ] vgl. Vaihinger an Zeller vom 10.6.1882&#xD;&#xA;">ianum</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="ein Kantianum ] vgl. Vaihinger an Zeller vom 10.6.1882">[3]</a> zu schicken, daß Ihnen vielleicht noch unbekannt ist, <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> sich allerdings zunächst nicht auf die Kr<span class="ED-add">[itik]</span> d<span class="ED-add">[er]</span> reinen Vern<span class="ED-add">[unft]</span> bezieht, möchte ich Sie zugleich um eine Gefälligkeit <span class="ED-pb">|</span> ersuchen, mit der es aber nicht die geringste Eile hat, indem ich Sie bitte, Herrn Professor <span class="ED-name">Studemund</span>, welcher mir B<span class="ED-add">[enno]</span> <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Kohn’s Dissertation über das Causalprincip ] die Rede ist von Benno Bertram Kohn, nachmals Benno Kerry, zu dem seines frühen Todes wegen wenig bekannt ist: geb. 11.12.1858 in Wien, Namensänderung 1883, vgl. ADBR Strasbourg, 62 AL 3, Nr. 164: Kerry an Georg Gerland, Wien I, Walfischgasse 12, 8.2.1883: Da es vorkommen könnte, daß eine Anfrage nach dem Unterzeichneten an die verehrliche philosoph. Facultät der Universität Strassburg gelange, so theile ich hiermit mit, daß ich, der ich mit Diplom dieser Universität vom 1. August 1889 zum Dr. phil. promovirt wurde (Dissertation: Untersuchungen über das Causalproblem …) meinen damaligen Namen: Benno Kohn gemäß dem Erlasse der k. k. niederösterr. Statthalterei vom 31. Mai 1882 Z. 24260 in den Namen: Benno Kerry umgeändert habe – und zwar nach dem 1881 unternommenen Austritt aus dem Judentum, vgl. Anna L. Staudacher: „… meldet den Austritt aus dem mosaischen Glauben“. 18 000 Austritte aus dem Judentum in Wien, 1868–1914: Namen – Quellen – Daten. Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2009, S. 314 u. 323). Vom 16.10.1875–20.3.1876 hatte Benno Kerry in Berlin studiert, vom 3.5.1876–19.8.1876 in Leipzig, im WS 1876/1877 in Wien. Vom 23.4.1877–27.10.1877 studierte er an der Universität Straßburg Physiologie und Philosophie, u. a. bei Otto Liebmann und Ernst Laas (von Kerry auch eine Edition von Schriften aus Laas’ Nachlass, Wien 1887). Im Winter 1877/78 wechselte Kerry nach Wien zu Franz Brentano und blieb dort bis Winter 1878/1879. Anschließend war er vom 1.12.1879–8.7.1880 erneut Student in Straßburg, Promotion am 21.12.1881 in Straßburg mit der Schrift Untersuchungen über das Causalproblem auf dem Boden einer Kritik der einschlägigen Lehren J. St. Mills. Vorbereitung der Habilitation in Wien, im November 1884 Rückkehr nach Straßburg, um dort das Habilitationsverfahren einleiten zu lassen. Habilitation am 20.1.1885 mit der ungedruckt gebliebenen Schrift: Grundzüge einer Theorie der mathematischen und nicht-mathematischen Grenzbegriffe. Ein Beitrag zur Erkenntnistheorie. PD in Straßburg, nach dem Tode von Ernst Laas (25.7.1885) Assistent bei Windelband. Kerry verstarb am 20.5.1889 in Wien nach kurzer Krankheit (vgl. die einzige biographische Arbeit: Volker Peckhaus: Benno Kerry. Bausteine zu seiner Biographie. In: History and Philosophy of Logic 15 (1994), S. 1–8 sowie das Zeugnis über die Studienzeiten, ausgestellt von der Universität Straßburg vom 8.7.1880: Archives départementales du Bas-Rhin Strasbourg, 62 AL 1, Akten der philophischen Fakultät, Nr. 103: Promotion Kerry; mit Gutachten von Ernst Laas und Otto Liebmann). Kerry schrieb: Ueber Anschauung und ihre psychische Verarbeitung. In: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie 9 (1885), S. 433–493; 10 (1886), S. 419–467; 11 (1887), S. 53–116 u. S. 249–307; 13 (1889), S. 71–204 u. S. 392–419; 14 (1890), S. 317–153 sowie 15 (1891), S. 127–167.&#xD;&#xA;">Kohn’s Dissertation über das Causalprincip</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="Kohn’s Dissertation über das Causalprincip ] die Rede ist von Benno Bertram Kohn, nachmals Benno Kerry, zu dem seines frühen Todes wegen wenig bekannt ist: geb. 11.12.1858 in Wien, Namensänderung 1883, vgl. ADBR Strasbourg, 62 AL 3, Nr. 164: Kerry an Georg Gerland, Wien I, Walfischgasse 12, 8.2.1883: Da es vorkommen könnte, daß eine Anfrage nach dem Unterzeichneten an die verehrliche philosoph. Facultät der Universität Strassburg gelange, so theile ich hiermit mit, daß ich, der ich mit Diplom dieser Universität vom 1. August 1889 zum Dr. phil. promovirt wurde (Dissertation: Untersuchungen über das Causalproblem …) meinen damaligen Namen: Benno Kohn gemäß dem Erlasse der k. k. niederösterr. Statthalterei vom 31. Mai 1882 Z. 24260 in den Namen: Benno Kerry umgeändert habe – und zwar nach dem 1881 unternommenen Austritt aus dem Judentum, vgl. Anna L. Staudacher: „… meldet den Austritt aus dem mosaischen Glauben“. 18 000 Austritte aus dem Judentum in Wien, 1868–1914: Namen – Quellen – Daten. Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2009, S. 314 u. 323). Vom 16.10.1875–20.3.1876 hatte Benno Kerry in Berlin studiert, vom 3.5.1876–19.8.1876 in Leipzig, im WS 1876/1877 in Wien. Vom 23.4.1877–27.10.1877 studierte er an der Universität Straßburg Physiologie und Philosophie, u. a. bei Otto Liebmann und Ernst Laas (von Kerry auch eine Edition von Schriften aus Laas’ Nachlass, Wien 1887). Im Winter 1877/78 wechselte Kerry nach Wien zu Franz Brentano und blieb dort bis Winter 1878/1879. Anschließend war er vom 1.12.1879–8.7.1880 erneut Student in Straßburg, Promotion am 21.12.1881 in Straßburg mit der Schrift Untersuchungen über das Causalproblem auf dem Boden einer Kritik der einschlägigen Lehren J. St. Mills. Vorbereitung der Habilitation in Wien, im November 1884 Rückkehr nach Straßburg, um dort das Habilitationsverfahren einleiten zu lassen. Habilitation am 20.1.1885 mit der ungedruckt gebliebenen Schrift: Grundzüge einer Theorie der mathematischen und nicht-mathematischen Grenzbegriffe. Ein Beitrag zur Erkenntnistheorie. PD in Straßburg, nach dem Tode von Ernst Laas (25.7.1885) Assistent bei Windelband. Kerry verstarb am 20.5.1889 in Wien nach kurzer Krankheit (vgl. die einzige biographische Arbeit: Volker Peckhaus: Benno Kerry. Bausteine zu seiner Biographie. In: History and Philosophy of Logic 15 (1994), S. 1–8 sowie das Zeugnis über die Studienzeiten, ausgestellt von der Universität Straßburg vom 8.7.1880: Archives départementales du Bas-Rhin Strasbourg, 62 AL 1, Akten der philophischen Fakultät, Nr. 103: Promotion Kerry; mit Gutachten von Ernst Laas und Otto Liebmann). Kerry schrieb: Ueber Anschauung und ihre psychische Verarbeitung. In: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie 9 (1885), S. 433–493; 10 (1886), S. 419–467; 11 (1887), S. 53–116 u. S. 249–307; 13 (1889), S. 71–204 u. S. 392–419; 14 (1890), S. 317–153 sowie 15 (1891), S. 127–167.">[4]</a> geschickt hat, gelegentlich mit meiner Empfehlung auch meinen Dank für diese Aufmerksamkeit auszusprechen.</p><p class="ED-p">Mit aufrichtiger Hochachtung Ihr ergebenster</p><p class="ED-signed">Zeller.</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">September</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">Sptbr.</span></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">gütige Geschenk</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Zeller vom 6.8.1881</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">letzten Band</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Zeller: Die Philosophie der Griechen in ihrer geschichtlichen Entwicklung. 3. <abbr title="Auflage" class="ED-abbr">Aufl.</abbr> 1869–1882, mit Registerband 1882 abgeschlossen.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">ein <span class="ED-name">Kant</span>ianum</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Zeller vom 10.6.1882</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Kohn’s Dissertation über das Causalprincip</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>die Rede ist von Benno Bertram Kohn, nachmals<span class="ED-name"> Benno Kerry</span>, zu dem seines frühen Todes wegen wenig bekannt ist: <abbr title="geboren" class="ED-abbr">geb.</abbr> 11.12.1858 in Wien, Namensänderung 1883, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <abbr title="Archives Departementales du Bas-Rhin" class="ED-abbr">ADBR</abbr> Strasbourg, 62 AL 3, <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 164: Kerry an <span class="ED-name">Georg Gerland</span>, Wien I, Walfischgasse 12, 8.2.1883: <span class="ED-rdg">Da es vorkommen könnte, daß eine Anfrage nach dem Unterzeichneten an die verehrliche philosoph. Facultät der Universität Strassburg gelange, so theile ich hiermit mit, daß ich, der ich mit Diplom dieser Universität vom 1. August 1889 zum Dr. phil. promovirt wurde (Dissertation: Untersuchungen über das Causalproblem …) meinen damaligen Namen: Benno Kohn gemäß dem Erlasse der k. k. niederösterr. Statthalterei vom 31. Mai 1882 Z. 24260 in den Namen: Benno Kerry umgeändert habe – </span>und zwar nach dem 1881 unternommenen Austritt aus dem Judentum, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Anna L. Staudacher: „… meldet den Austritt aus dem mosaischen Glauben“. 18 000 Austritte aus dem Judentum in Wien, 1868–1914: Namen – Quellen – Daten. Frankfurt <abbr title="am Main" class="ED-abbr">a. M.</abbr> <abbr title="unter anderem" class="ED-abbr">u. a.</abbr>: Peter Lang 2009, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 314 <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 323). Vom 16.10.1875–20.3.1876 hatte <span class="ED-name">Benno Kerry</span> in Berlin studiert, vom 3.5.1876–19.8.1876 in Leipzig, im <abbr title="Wintersemester" class="ED-abbr">WS </abbr>1876/1877 in Wien. Vom 23.4.1877–27.10.1877 studierte er an der Universität Straßburg Physiologie und Philosophie, <abbr title="unter anderem" class="ED-abbr">u. a.</abbr> bei <span class="ED-name">Otto Liebmann</span> und <span class="ED-name">Ernst Laas</span> (von <span class="ED-name">Kerry</span> auch eine Edition von Schriften aus Laas’ Nachlass, Wien 1887). Im Winter 1877/78 wechselte Kerry nach Wien zu <span class="ED-name">Franz Brentano</span> und blieb dort bis Winter 1878/1879. Anschließend war er vom 1.12.1879–8.7.1880 erneut Student in Straßburg, Promotion am 21.12.1881 in Straßburg mit der Schrift <span class="ED-rdg">Untersuchungen über das Causalproblem auf dem Boden einer Kritik der einschlägigen Lehren J. St. Mills</span>. Vorbereitung der Habilitation in Wien, im November 1884 Rückkehr nach Straßburg, um dort das Habilitationsverfahren einleiten zu lassen. Habilitation am 20.1.1885 mit der ungedruckt gebliebenen Schrift: <span class="ED-rdg">Grundzüge einer Theorie der mathematischen und nicht-mathematischen Grenzbegriffe. Ein Beitrag zur Erkenntnistheorie</span>. <abbr title="Privatdozent" class="ED-abbr">PD</abbr> in Straßburg, nach dem Tode von <span class="ED-name">Ernst Laas</span> (25.7.1885) Assistent bei Windelband. <span class="ED-name">Kerry</span> verstarb am 20.5.1889 in Wien nach kurzer Krankheit (<abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> die einzige biographische Arbeit: Volker Peckhaus: Benno Kerry. Bausteine zu seiner Biographie. In: History and Philosophy of Logic 15 (1994), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 1–8 sowie das Zeugnis über die Studienzeiten, ausgestellt von der Universität Straßburg vom 8.7.1880: Archives départementales du Bas-Rhin Strasbourg, 62 AL 1, Akten der philophischen Fakultät, <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 103: Promotion Kerry; mit Gutachten von <span class="ED-name">Ernst Laas</span> und <span class="ED-name">Otto Liebmann</span>). Kerry schrieb: Ueber Anschauung und ihre psychische Verarbeitung. In: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie 9 (1885), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 433–493; 10 (1886), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 419–467; 11 (1887), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 53–116 <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 249–307; 13 (1889), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 71–204 <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 392–419; 14 (1890), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 317–153 sowie 15 (1891), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 127–167.</div></div></body></html>