<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Eduard von Hartmann an Vaihinger, Berlin, 1.1.1877, 2 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 2 g, Nr. 2</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000096-3"/><style type="text/css">
.ED-TEI {
font-family: serif;
line-height: 1.2em;
}
.ED-text {
border: 1px solid LightGray;
padding: 1em;
}
.ED-titleStmt,
.ED-app-title {
font-size: 1.1em;
font-family: serif;
font-style: italic;
font-weight: normal;
margin: 2em 0em 1em;
}
.ED-dateline {
text-align: right;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-title,
.ED-p,
.ED-salute,
.ED-signed,
.ED-docAuthor {
text-indent: 0em;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-p + .ED-p {
text-indent: 1em;
margin: 0em;
}
.ED-title + .ED-title,
.ED-dateline  + .ED-dateline,
.ED-salute    + .ED-salute,
.ED-signed    + .ED-signed,
.ED-docAuthor + .ED-docAuthor {
margin: 0em;
}
.ED-back,
.ED-postscript {
border: 1px solid LightGray;
margin: 1em 0em;
}
.ED-add,
.ED-pb {
color: Gray;
}
.ED-label-formprint {
font-family: sans-serif;
}
sup {
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
a.ED-anchor {
font-style: normal;
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
.ED-text-lem {
text-decoration: underline dotted;
}
.ED-app-philological,
.ED-app-editorial {
position: relative;
margin: .3em 0em;
margin-left: 2.5em;
font-style: italic;
}
.ED-app-num {
left: -2.5em;
}
.ED-app-corresp {
left: -.8em;
}
.ED-app-num,
.ED-app-corresp {
position: absolute;
text-indent: 0em;
font-style: normal;
}
.ED-lem,
.ED-lem-sep,
.ED-rdg {
font-style: normal;
}</style></head><body><div class="ED-TEI"><p class="ED-titleStmt"><span class="ED-persName-sent">Eduard von Hartmann </span>an <span class="ED-persName-received">Vaihinger</span>, <span class="ED-location-sent">Berlin</span>, <span class="ED-date">1.1.1877</span>, <span class="ED-note">2 S., hs.</span>, <span class="ED-pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 2 g, Nr. 2</span></p><div class="ED-text"><p class="ED-dateline">Berlin den 1. Januar 1877.</p><p class="ED-salute">Verehrtester Herr Doktor!</p><p class="ED-p">Mit bestem Dank für Ihr freundliches <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Schreiben vom 30.10.76 ] vgl. Vaihinger an Eduard von Hartmann vom 30.10.1876&#xD;&#xA;">Schreiben vom 30.10.76</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Schreiben vom 30.10.76 ] vgl. Vaihinger an Eduard von Hartmann vom 30.10.1876">[1]</a> sende ich Ihnen die besten Wünsche zum Neuen Jahre, das Ihre academische Laufbahn auf’s günstigste inauguriren möge.</p><p class="ED-p">Die <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="ersten acht ] Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">ersten acht</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="ersten acht ] Einfügung über der Zeile">[a]</a> Bogen meines Buchs werden seit einigen Wochen in Ihren Händen sein; die Wiener Abendpost sandte ich gestern an Sie ab. Nicht in der Gegenwart sondern in Blumenthals Neuen Monatsheften wird noch ein Theil der Abhandlung vor Ausgabe des Buches erscheinen. Was den Schluß betrifft, das <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Platonische Gespräch … die Schlußworte ] vgl. von Hartmann: Neukantianismus, Schopenhauerianismus und Hegelianismus (1877), S. 116–118: Ehe wir nun von Vaihinger Abschied nehmen, möchte es sich empfehlen, seinen Standpunkt an einem concreten Beispiel zu illustriren und zugleich zu resumiren. Setzen wir den Fall, Herr Vaihinger stände im Begriff, um die Hand einer Dame anzuhalten, so könnte sich etwa folgende Unterhaltung entspinnen: [Vaihinger vertritt die Aufassung, die Existenz der Angebeteten nach Maßgabe des Vorstellungsvermögens lediglich glauben, jedoch nie wissen zu können, als „habituelle Illusion“ – wogegen die Dame realistische Einwände erhebt. Die Schlusssätze v. Hartmanns lauten:] Hr. Vaihinger: „O mein Fräulein, wenn Sie nur ein Semester meine Collegien mit anhören würden …“ Die Dame: „Gott schütze mich!“ (Sie entflieht.)&#xD;&#xA;">Platon</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Platonische Gespräch … die Schlußworte ] vgl. von Hartmann: Neukantianismus, Schopenhauerianismus und Hegelianismus (1877), S. 116–118: Ehe wir nun von Vaihinger Abschied nehmen, möchte es sich empfehlen, seinen Standpunkt an einem concreten Beispiel zu illustriren und zugleich zu resumiren. Setzen wir den Fall, Herr Vaihinger stände im Begriff, um die Hand einer Dame anzuhalten, so könnte sich etwa folgende Unterhaltung entspinnen: [Vaihinger vertritt die Aufassung, die Existenz der Angebeteten nach Maßgabe des Vorstellungsvermögens lediglich glauben, jedoch nie wissen zu können, als „habituelle Illusion“ – wogegen die Dame realistische Einwände erhebt. Die Schlusssätze v. Hartmanns lauten:] Hr. Vaihinger: „O mein Fräulein, wenn Sie nur ein Semester meine Collegien mit anhören würden …“ Die Dame: „Gott schütze mich!“ (Sie entflieht.)&#xD;&#xA;">ische Gespräch, so werden Sie hoffentlich Scherz verstehn; und wenn Sie einmal Scherz verstehn, so werden sie auch einzelnes, wie die Schlußworte</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Platonische Gespräch … die Schlußworte ] vgl. von Hartmann: Neukantianismus, Schopenhauerianismus und Hegelianismus (1877), S. 116–118: Ehe wir nun von Vaihinger Abschied nehmen, möchte es sich empfehlen, seinen Standpunkt an einem concreten Beispiel zu illustriren und zugleich zu resumiren. Setzen wir den Fall, Herr Vaihinger stände im Begriff, um die Hand einer Dame anzuhalten, so könnte sich etwa folgende Unterhaltung entspinnen: [Vaihinger vertritt die Aufassung, die Existenz der Angebeteten nach Maßgabe des Vorstellungsvermögens lediglich glauben, jedoch nie wissen zu können, als „habituelle Illusion“ – wogegen die Dame realistische Einwände erhebt. Die Schlusssätze v. Hartmanns lauten:] Hr. Vaihinger: „O mein Fräulein, wenn Sie nur ein Semester meine Collegien mit anhören würden …“ Die Dame: „Gott schütze mich!“ (Sie entflieht.)">[2]</a>, als Scherz anstoßfrei finden, zumal wenn Sie erstens die Stellung, die ich Ihnen im Anfang zuerkannt habe, und zweitens die ein<span class="ED-pb">|</span>gehende Beantwortung, die ich Ihrem ganzen Angriff habe zu Theil werden lassen, in Anschlag bringen.</p><p class="ED-p">Mir geht es körperlich ganz wohl, aber meine Arbeitsunfähigkeit steigert sich; ich weiß nicht, was daraus werden soll. Ich kann schlechterdings nicht mehr das Lesen vertragen, und wenn ich schreibe, so verderbe ich mir den Schlaf. Ich bin deshalb auch in diesem Briefe so kurz als möglich und schließe mit den besten Grüßen und Wünschen als Ihr hochachtungsvoll ergebener</p><p class="ED-signed">E. v. Hartmann.</p><hr class="ED-postscript"/><p class="ED-p"><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2 app-editorial-3" title="Oskar ] Oscar&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;Oskar Schmidt’s Broschüre gegen mich ] vgl. von Hartmann: Das Unbewusste vom Standpunkt der Physiologie und Descendenztheorie. 2., vermehrte Aufl. Nebst einem Anhang enthaltend eine Entgegnung auf Prof. Oscar (!) Schmidt’s Kritik der naturwissenschaftlichen Grundlagen der Philosophie des Unbewussten. Berlin: Duncker 1877, S. 365–406: Nach Beendigung der Redaction der zweiten Auflage kam mir eine kleine Brochure zu Gesicht, betitelt „Die naturwissenschaftlichen Grundlagen der Philosophie des Unbewussten“ von Oskar Schmidt, Professor der Zoologie und vergleichenden Anatomie in Strassburg (Leipzig bei Brockhaus 1877, 85 Seiten). […]&#xD;&#xA;">Oskar</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="Oskar ] Oscar">[b]</a><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Oskar Schmidt’s Broschüre gegen mich ] vgl. von Hartmann: Das Unbewusste vom Standpunkt der Physiologie und Descendenztheorie. 2., vermehrte Aufl. Nebst einem Anhang enthaltend eine Entgegnung auf Prof. Oscar (!) Schmidt’s Kritik der naturwissenschaftlichen Grundlagen der Philosophie des Unbewussten. Berlin: Duncker 1877, S. 365–406: Nach Beendigung der Redaction der zweiten Auflage kam mir eine kleine Brochure zu Gesicht, betitelt „Die naturwissenschaftlichen Grundlagen der Philosophie des Unbewussten“ von Oskar Schmidt, Professor der Zoologie und vergleichenden Anatomie in Strassburg (Leipzig bei Brockhaus 1877, 85 Seiten). […]&#xD;&#xA;"> Schmidt</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Oskar Schmidt’s Broschüre gegen mich ] vgl. von Hartmann: Das Unbewusste vom Standpunkt der Physiologie und Descendenztheorie. 2., vermehrte Aufl. Nebst einem Anhang enthaltend eine Entgegnung auf Prof. Oscar (!) Schmidt’s Kritik der naturwissenschaftlichen Grundlagen der Philosophie des Unbewussten. Berlin: Duncker 1877, S. 365–406: Nach Beendigung der Redaction der zweiten Auflage kam mir eine kleine Brochure zu Gesicht, betitelt „Die naturwissenschaftlichen Grundlagen der Philosophie des Unbewussten“ von Oskar Schmidt, Professor der Zoologie und vergleichenden Anatomie in Strassburg (Leipzig bei Brockhaus 1877, 85 Seiten). […]&#xD;&#xA;">’s Broschüre gegen mich</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="Oskar Schmidt’s Broschüre gegen mich ] vgl. von Hartmann: Das Unbewusste vom Standpunkt der Physiologie und Descendenztheorie. 2., vermehrte Aufl. Nebst einem Anhang enthaltend eine Entgegnung auf Prof. Oscar (!) Schmidt’s Kritik der naturwissenschaftlichen Grundlagen der Philosophie des Unbewussten. Berlin: Duncker 1877, S. 365–406: Nach Beendigung der Redaction der zweiten Auflage kam mir eine kleine Brochure zu Gesicht, betitelt „Die naturwissenschaftlichen Grundlagen der Philosophie des Unbewussten“ von Oskar Schmidt, Professor der Zoologie und vergleichenden Anatomie in Strassburg (Leipzig bei Brockhaus 1877, 85 Seiten). […]">[3]</a> ist ein unsäglich elendes Machwerk. Ich habe sie in einer Entgegnung nicht schlecht verarbeitet.</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">ersten acht</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Einfügung über der Zeile</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Oskar</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">Oscar</span></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Schreiben vom 30.10.76</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Eduard von Hartmann vom 30.10.1876</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">Platonische Gespräch … die Schlußworte</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> von Hartmann: Neukantianismus, Schopenhauerianismus und Hegelianismus (1877), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 116–118: <span class="ED-rdg">Ehe wir nun von Vaihinger Abschied nehmen, möchte es sich empfehlen, seinen Standpunkt an einem concreten Beispiel zu illustriren und zugleich zu resumiren. Setzen wir den Fall, Herr Vaihinger stände im Begriff, um die Hand einer Dame anzuhalten, so könnte sich etwa folgende Unterhaltung entspinnen: [</span>Vaihinger vertritt die Aufassung, die Existenz der Angebeteten nach Maßgabe des Vorstellungsvermögens lediglich glauben, jedoch nie wissen zu können, als „habituelle Illusion“ – wogegen die Dame realistische Einwände erhebt. Die Schlusssätze v. Hartmanns lauten:<span class="ED-rdg">]</span> <span class="ED-rdg">Hr. Vaihinger: „O mein Fräulein, wenn Sie nur ein Semester meine Collegien mit anhören würden …“ Die Dame: „Gott schütze mich!“ (Sie entflieht.)</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Oskar</span><span class="ED-name"> Schmidt</span>’s Broschüre gegen mich</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> von Hartmann: Das Unbewusste vom Standpunkt der Physiologie und Descendenztheorie. 2., vermehrte Aufl. Nebst einem Anhang enthaltend eine Entgegnung auf Prof. Oscar (!) Schmidt’s Kritik der naturwissenschaftlichen Grundlagen der Philosophie des Unbewussten. Berlin: Duncker 1877, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 365–406: <span class="ED-rdg">Nach Beendigung der Redaction der zweiten Auflage kam mir eine kleine Brochure zu Gesicht, betitelt „Die naturwissenschaftlichen Grundlagen der Philosophie des Unbewussten“ von Oskar Schmidt, Professor der Zoologie und vergleichenden Anatomie in Strassburg (Leipzig bei Brockhaus 1877, 85 Seiten). […]</span></div></div></body></html>