<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001531-9</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Herbert Eulenberg</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Düsseldorf-Kaiserswerth</placeName>, <date>29.12.1932</date>, <note>2 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 7 q, Nr. 3</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="1531" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001531-9"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118682636">Herbert Eulenberg</persName><placeName>Düsseldorf-Kaiserswerth</placeName><date when="1932-12-29">29.12.1932</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118682636">Herbert Eulenberg</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 7 q, Nr. 3</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Herbert Eulenberg</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Düsseldorf-Kaiserswerth</placeName>, <date>29.12.1932</date>, <note>2 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 7 q, Nr. 3</bibl></head></front><body><dateline>Düsseldorf-Kaiserswerth.</dateline><dateline>Den 29. Dezember 1932</dateline><p>Verehrungswürdiger Mann, ich muß mit einer Bitte um Entschuldigung beginnen: Als Ihr schöner eingehender <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-924"/>Brief vom 21. November<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-924"/> hier eintraf, war ich im Begriff eine Erholungsreise in den Süden anzutreten: Eine Reise, die mir von Seiten meines Arztes zur Wiederherstellung meiner durch einen erlittenen Autounfall schwer geschädigten Gesundheit verordnet worden war. In den Vorbereitungen zum Aufbruch fand ich leider nicht die Zeit Ihnen für Ihren freundlichen Brief zu danken. Nun finde ich heute aus Italien heimgekehrt <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-925"/>Ihr zweites Schreiben<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-925"/> vom 13. Dezember nebst den einliegenden Abschriften <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-926"/>meines Gedichtes<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-926"/> vor. Und beeile <pb/> mich Ihnen meinen Dank für Ihre liebevolle Anteilnahme an meinen Sachen auszusprechen. Selbstverständlich bleibt Ihnen das Eigentum und das volle Verfügungsrecht über meine Handschrift erhalten. Ich wollte mit dieser kleinen Sache nur ein Scherflein zu Ihrem achtzigsten Geburtstag mitbeitragen und Ihnen zugleich dadurch erneut meine hohe Achtung vor Ihrem großartigen schöpferischen Einfall auf dem Gebiet der Erkenntnislehre und meine Bewunderung Ihrer ganzen denkerischen Lebensleistung zum Ausdruck bringen. Es soll mich sehr freuen, gelegentlich weiteres über das Schicksal meines Gedichtes zu vernehmen. Wie gesagt, es gehört Ihnen, und Sie können ganz nach Ihrem Gutdünken darüber schalten und walten. Mit Ihrer kleinen Änderung auf <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-927"/>Seite 3 der Abschrift<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-927"/> erkläre ich mich gleichfalls durchaus einverstanden.</p><p>Und nun lassen Sie mich Ihnen wiederum voll Verehrung die Hand drücken, Sie großer weltweiser Mensch, der Sie die Grenzen unseres Denkens erweitert haben.</p><p>Ich neige mich gern vor Ihrem Wissen und Ihrer edlen Menschlichkeit.</p><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-928"/>Mit<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-928"/> den besten Wünschen für Ihre Gesundheit im <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-929"/>sogenannten Jahre „1933“<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-929"/> bleibe ich Ihnen in Ehrfurcht verbunden</p><signed>Herbert Eulenberg</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-924"><lem>Brief vom 21. November</lem><note>nicht ermittelt</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-925"><lem>Ihr zweites Schreiben</lem><note>nicht ermittelt</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-926"><lem>meines Gedichtes</lem><note>nicht ermittelt</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-927"><lem>Seite 3 der Abschrift</lem><note>von <name>Eulenberg</name>s Gedicht; nicht ermittelt.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-928"><lem>Mit</lem><note>ab hier Text um 90° gedreht auf den linken <abbr>Rd.</abbr> geschrieben</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-929"><lem>sogenannten Jahre „1933“</lem><note>wenn diese Anspielung nicht anders zu verstehen ist, dann Hinweis auf die christliche Zeitrechnung, die kein „Jahr null“ kennt (<abbr>vgl.</abbr> Hermann Grotefend: Taschenbuch der Zeitrechnung des deutschen Mittelalters und der Neuzeit. 13. <abbr>Aufl.</abbr> Hannover: Hahnsche Buchhandlung, <abbr>S.</abbr> 10). Das 1933. Jahr nach Christi Geburt, verstanden analog der Lebensjahre einer Person, war in dieser Betrachtungsweise erst am 31.12.1933 vollendet (zum Verständnis: Verfasser dieses steht zwar in seinem 46. Lebensjahr, vollendet es aber erst am 28.6.2023. Bis dahin ist er 45 Jahre alt – <abbr>usw.</abbr>). Neue Jahrzehnte, Jahrhunderte und Jahrtausende beginnen strenggenommen erst mit den Jahren, die auf 1 zählen: <abbr>z. B.</abbr> mit 2001 statt 2000, weil letzteres abweichend von der populären Auffassung das Schlussjahr des vorangegangenen Jahrtausends ist (<abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Friedrich Theodor Althoff vom 31.12.1900). Die Jahrtausendwende fällt auf den 31.12.2000/1.1.2001 00:00 Uhr.</note></app></listApp></back></text></TEI>