<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001482-0</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Eugen Diesel</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Potsdam</placeName>, <date>2.1.1927</date>, <note>1 S., Ts. mit eU, einzelne hs. Ergänzungen, Briefkopf </note><quote type="rdg">Dr. EUGEN DIESEL | Potsdam, … | Neue Königstraße 14a | Fernsprecher: Potsdam 1734</quote><note>, Wasserzeichen: im Kreis Bild einer Faust, die eine Mauerkrone auf einer Stange hält, Umschrift </note><quote type="rdg">FESTA POST</quote>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 f</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="1482" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001482-0"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118678329">Eugen Diesel</persName><placeName>Potsdam</placeName><date when="1927-01-02">2.1.1927</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118607057">Friedrich Wilhelm Joseph Schelling</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 f</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Eugen Diesel</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Potsdam</placeName>, <date>2.1.1927</date>, <note>1 S., Ts. mit eU, einzelne hs. Ergänzungen, Briefkopf </note><quote type="rdg">Dr. EUGEN DIESEL | Potsdam, … | Neue Königstraße 14a | Fernsprecher: Potsdam 1734</quote><note>, Wasserzeichen: im Kreis Bild einer Faust, die eine Mauerkrone auf einer Stange hält, Umschrift </note><quote type="rdg">FESTA POST</quote>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 f</bibl></head></front><body><anchor type="delimiter"/><dateline>2. Januar 27.</dateline><p>Herrn Geheimrat <abbr>Prof.</abbr> <abbr>Dr.</abbr> Hans Vaihinger.</p><p>Halle <abbr>a. S.</abbr></p><salute>Hochverehrter Herr Geheimrat!</salute><p>Vor etwa zwei Monaten erschien <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-617"/>eine Arbeit von mir<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-617"/>: „Der Weg durch das Wirrsal. Das Erlebnis unserer Zeit.“, worin häufig auf den Einfluss hingewiesen ist, den <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-618"/>Ihre Philosophie<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-618"/> auf mich ausgeübt hat. Es wurde mir sogar <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-619"/>von einem <name>Schelling</name>ianer<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-619"/> vorgeworfen, dass ich Sie einen großen Philosophen genannt habe. – Ich habe mich nun doch entschlossen, Ihnen (durch Cotta) mein Werk senden zu lassen, in dem Sie vor allem das einleitende Kapitel „Das Bild der lebendigen Menschlichkeit“ interessieren dürfte, das mit der zweckbewussten Fiktion arbeitet. Auch die Abhandlungen über die Krise des Geistes vermögen Sie vielleicht in der einen oder anderen Hinsicht zu fesseln.</p><p>Mit dem Ausdruck meiner grössten Hochachtung</p><signed>E. Diesel.</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-617"><lem>eine Arbeit von mir</lem><note><abbr>vgl.</abbr> die Rezension, gezeichnet S., in: Annalen der Philosophie und philosophischen Kritik 6 (1927), <abbr>S.</abbr> 39: </note><rdg>Diesel, Eugen: Der Weg durch das Wirrsal. Das Erlebnis unserer Zeit. Stuttgart 1926, J. G. Cotta. 299 S., gr. 8°. M. 7.50, Gzl. M. 10.–. Diesel versucht den Sinn dieser Gegenwart aufzudecken, die uns zunächst chaotisch und tragisch anmutet. Er entnimmt die Farben zu seiner Zeitschilderung aus den Gebieten der Wirtschaft, der Technik und des Verkehrs. Kaleidoskopartig gleiten tausend Bilder an uns vorbei: von Mensch und Werkzeug, vom Waren- und Menschenwirbel, vom Moloch Organisation, von der Glücksbilanz, von der Entsittlichung des Schicksals, vom modernen Bildungsspuk, von der „Wissenschaftlichkeit“, von dem Überrelativismus und vieles mehr. Der Verfasser zeichnet sich dabei durch packende Formulierungen aus. Aus dieser Schilderung erhebt sich jedoch die Überzeugung, daß wir nicht in einem Untergang begriffen sind, sondern in einem Weltübergang. Die Krisis wird zur Lehrmeisterin. Über dem Chaos schwebt das Bild eines wiedererwachenden lebendigen unmittelbaren Menschentums.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-618"><lem>Ihre Philosophie</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger: Die Philosophie des Als Ob, 1911 <abbr>u. ö.</abbr></note></app><app type="philological" corresp="#ED-619"><lem>von einem <name>Schelling</name>ianer</lem><note>Einfügung über der Zeile, <abbr>hs.</abbr> mit schwarzer Tinte</note></app></listApp></back></text></TEI>