<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001417-8</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Gottfried Meyer</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>4.2.1921</date>, <note>2 S., hs. (andere Hd., mit eU), Briefkopf </note><quote type="rdg">PROF. DR. HANS VAIHINGER | GEH. REG.-RAT. | Halle a. S., den … 192… | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Universitätsarchiv Halle-Wittenberg, Rep. 6, Nr. 1862 (Teil II)</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="1417" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001417-8"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Halle (Saale)</placeName><date when="1921-02-04">4.2.1921</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/1104756838">Gottfried Meyer</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/117336440">Ottomar Wichmann</name></note><note type="repository">Universitätsarchiv Halle-Wittenberg, Rep. 6, Nr. 1862 (Teil II)</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Gottfried Meyer</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>4.2.1921</date>, <note>2 S., hs. (andere Hd., mit eU), Briefkopf </note><quote type="rdg">PROF. DR. HANS VAIHINGER | GEH. REG.-RAT. | Halle a. S., den … 192… | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Universitätsarchiv Halle-Wittenberg, Rep. 6, Nr. 1862 (Teil II)</bibl></head></front><body><p><hi rend="underline">Diktat</hi></p><dateline>4.II.1921</dateline><salute>Verehrtester Herr Kurator!</salute><p>Ich vereinige meine Bitte mit derjenigen des Herrn <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-16"/>Privatdozenten <abbr>Dr.</abbr> <name>Wichmann</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-16"/>, Sie möchten den heutigen Abend der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-17"/>Gründung der Ortsgruppe<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-17"/> der K<add>[ant-]</add>G<add>[esellschaft]</add> im Hauptgebäude der Universität Auditorium <abbr>Nr.</abbr> 9 (Anfang pünktlich 8 Uhr) durch eine Ansprache Ihrerseits eröffnen.</p><p>Nachdem die Ortsgruppe Berlin schon seit vielen Jahren mit bestem Erfolge tätig war, sind in den 3 letzten Jahren in verschiedenen anderen Städten Ortsgruppen entstanden: in Dresden, in Stuttgart, in Karlsruhe, in Kiel, in Hamburg, in Leipzig, in Danzig, in Nürnberg <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-18"/><abbr>u. s. w.</abbr><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-18"/><abbr/></p><p>Überall hat sich das Bedürfnis herausgestellt, die ortsanwesenden Mitglieder der Gesellschaft zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen zu schliessen.</p><p>Es könnte auffallen, dass gerade <pb/> Halle so spät eine Ortsgruppe bekommt.</p><p>Aber bei der Gründung von Ortsgruppen kommt es in erster Linie darauf an, dass eine geeignete Persönlichkeit zur Geschäftsführung bereit ist. Eine solche muss folgende 3 Eigenschaften in sich vereinigen:</p><p>1. Es muss eine <hi rend="underline">jüngere</hi> Kraft sein, welche die Arbeit der Geschäftsführung übernimmt.</p><p>2. Der Betreffende muss <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-19"/>eine<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-19"/> <hi rend="underline">wissenschaftlich</hi> angesehene Persönlichkeit sein.</p><p>3. Der Betr<add>[effende]</add> muss praktisch tüchtig und <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-20"/><add>[…]</add>voll<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-20"/> sein.</p><p>In Halle fehlte es uns seit vielen Jahren an einem Privatdozenten der Philosophie, der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-21"/>d<add>[…]</add><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-21"/><add/> hätte übernehmen können. Nun haben wir in Herrn Privatdozenten <abbr>Dr.</abbr> <name>Wichmann</name>, der vor einem Jahre habilitiert hat, die geeignete Persönlichkeit gefunden.</p><p>Ihm gebührt daher auch der allgemeine Dank für <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-22"/><add>[…]</add><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-22"/><add/> grosse, aber auch erfolgreiche Mühewaltung.</p><p>In aufrichtiger Ergebenheit</p><signed>vaihinger</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-16"><lem>Privatdozenten <abbr>Dr.</abbr> <name>Wichmann</name></lem><note><abbr>d. i.</abbr> <name>Ottomar Wichmann</name> (1890–1973), 1917 in Halle promoviert, 1920 in Halle habilitiert, 1930 Titularprofessor, 1931 Leiter des Religionspädagogischen Institutes in Berlin-Nikolassee. 1939 <abbr>ao. Prof.</abbr> Wien, 1945 ausgewiesen. Nach dem Krieg Lehraufträge an der Universität Tübingen (<ref type="link">https://www.catalogus-professorum-halensis.de/wichmannottomar.html</ref> (25.9.2024)).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-17"><lem>Gründung der Ortsgruppe</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Kant-Studien 21 (1921), <abbr>S.</abbr> 271–273: </note><rdg>Ortsgruppe Halle. Bei dem mächtig aufblühenden Interesse für Weltanschauungsfragen und den damit zusammentagenden mannigfaltigen philosophischen Bestrebungen unserer Zeit besteht die Absicht, wie in Berlin, Hamburg, Kiel, München, Basel, Breslau, Dresden, Leipzig u. a. auch in Halle einen Sammelpunkt aller dieser Richtungen durch Begründung einer Ortsgruppe der Kantgesellschaft zu schaffen. Der Name Kant bedeutet dabei die Aufforderung zu vertiefter philosophischer Arbeit jeglicher Art. Vertreter der verschiedensten philosophischen Anschauungen sollen zu Worte kommen und in Vorträgen und Diskussionsabenden sich zu gemeinsamer Arbeit vereinigen. Zu diesem Zwecke gedenkt die Leitung der Ortsgruppe die verschiedenen Gebiete der Wissenschaft, der Lebens- und Kulturfragen in philosophischen Vorträgen mit anschließender Diskussion behandeln zu lassen. […] Alle Freunde der Philosophie sind gebeten, durch ihren Beitritt, sei es zur Ortsgruppe, sei es zur Kantgesellschaft ihr Interesse an unseren Bestrebungen zu bekunden und durch Verbreitung unserer Gedanken und Absichten mitzuarbeiten an dem Ziel einer wechselseitigen Befruchtung und Förderung aller geistigen Richtungen und Weltanschauungen. Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Wilhelm Fries, Prof. Dr. P. Menzer, z. Zt. Rektor d. Univ., Prof. Dr. Max Frischeisen-Köhler, Geh. Ober-Reg.-Rat Dr. Meyer, Kurator d. Univ., Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Gerhard, Generaldirektor Dr. W. Scheithauer, Geh. Kommerzienrat Dr. phil. Dr. med. H. Lehmann, Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. H. Vaihinger, Paul Lehmann, Verlagsbuchhändler, Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Th. Ziehen, Privatdozent Dr. Ottomar Wichmann (Vorsitzender der Ortsgruppe). Erster Abend. Im Auditorium IX, Universitäts-Hauptgebäude. Freitag, den 4. Februar 1921, 8 Uhr. 1. Eröffnungsvortrag Sr. Magn. Prof. Dr. P. Menzer: Die Persönlichkeit Immanuel Kants. 2. Dr. Ottomar Wichmann: Das philosophische Bedürfnis der Gegenwart. 3. Diskussion.</rdg><note> Es folgen noch weitere Programmankündigungen.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-18"><lem><abbr>u. s. w.</abbr></lem><note>rechts daneben von weiterer anderer <abbr>Hd.</abbr>: </note><rdg>München, Basel, Breslau.</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-19"><lem>eine</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="philological" corresp="#ED-20"><lem><add>[…]</add>voll</lem><note>Wortteil durch Aktenbindung verdeckt: taktvoll?</note></app><app type="philological" corresp="#ED-21"><lem>d<add>[…]</add></lem><note>ein bis zwei Worte durch Aktenbindung verdeckt; zu ergänzen etwa: dieses Amt</note></app><app type="philological" corresp="#ED-22"><lem><add>[…]</add></lem><note>Wort durch Aktenbindung verdeckt, zu ergänzen etwa: seine</note></app></listApp></back></text></TEI>