<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001411-2</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Ernst von Aster</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Gießen</placeName>, <date>29.11.1920</date>, <note>2 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 1 i</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="1411" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001411-2"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/116372222">Ernst von Aster</persName><placeName>Gießen</placeName><date when="1920-11-29">29.11.1920</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/116996579">Arthur Liebert</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116372222">Ernst von Aster</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116386827">Richard Falckenberg</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118779508">Max Lenz</name><name>Orhan Sadeddin</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 1 i</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Ernst von Aster</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Gießen</placeName>, <date>29.11.1920</date>, <note>2 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 1 i</bibl></head></front><body><dateline>Giessen, den 29.XI.20.</dateline><dateline>Senckenbergstr. 7.</dateline><salute>Sehr verehrter Herr Geheimrat</salute><p>Besten Dank für <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2838"/>Ihre Mitteilung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2838"/>, ich bin natürlich sehr einverstanden und freue mich festlich, dass gerade <name>Lenz</name> für das Preisrichteramt gewonnen wurde. Man hätte keinen besseren finden können. Gerade mit Ihrem Brief zusammen kam ein Schreiben von <name>Liebert</name> aus Berlin, in dem er mir anbietet, an <name>Falckenberg</name>s Stelle in das Preisrichterkollegium für die Arbeit über die Geschichte des Neukantianismus einzutreten. Ich weiß nicht recht, wie ich mich dazu verhalten soll, es kommt mir nicht ganz loyal vor, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2839"/>in <hi rend="underline">beiden</hi> Fällen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2839"/> zugleich als Preisrichter zu fungieren. Wie denken Sie darüber?</p><p>Noch eins. Ich habe hier einen Schüler von mir, der mich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2840"/>von München hierher begleitet<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2840"/>, einen sehr begabten jungen Türken, Herrn <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2841"/>Achmed Orchan <name>Sadeddin</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2841"/><name/>, der ein grosses und lebendiges Interesse für Philosophie besitzt. Ich wies ihn auf Ihr Buch hin und er hat sich nun sehr in die Philosophie des Als ob eingelesen, möchte auch gern einmal in der Richtung derselben arbeiten. Vielleicht, dass er zunächst einmal eine D<hi rend="superscript"><hi rend="underline">r</hi></hi> Arbeit aus ihrem Problemkreis entnimmt. Er fragte mich nun, ob er wohl bei der Durchreise durch Halle zu Weihnachten, das er in Berlin verbringen will, Ihnen einmal einen Besuch machen dürfte <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2842"/>bezw.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2842"/> ob Sie ihn wohl empfangen würden und ich versprach ihm, in dieser Absicht bei Ihnen anzufragen. Er ist wie gesagt noch sehr jung, aber sehr gut veranlagt, speciell auch für Philosophie (neben der er sehr gute nationalökonomische Kenntnisse hat) und es kann, finde ich, nur erfreulich sein, wenn geistig rege Ausländer, die doch vielleicht einmal im Geistesleben ihres Landes eine Rolle zu spielen berufen sind, sich mit Lust und Liebe in deutsche <pb/> Wissenschaft und Philosophie vertiefen. Es würde mich daher auch freuen, wenn Sie die Bitte des Herrn S. erfüllen könnten.</p><p>In vorzüglicher Hochachtung Ihr sehr ergebener</p><signed>E. v. Aster</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-2838"><lem>Ihre Mitteilung</lem><note>nicht ermittelt; zum Thema siehe unten.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2839"><lem>in <hi rend="underline">beiden</hi> Fällen</lem><note><abbr>vgl.</abbr> die Mitteilungen in Kant-Studien 26 (1921), <abbr>S.</abbr> 269–270: </note><rdg>Zur siebenten (Jubiläums)-Preisaufgabe. Im Oktober 1913 schrieb die Kant-Gesellschaft ihre siebente (JubiIäums)-Preisaufgabe aus über das Thema: „Der Einfluß Kants und der von ihm ausgehenden deutschen idealistischen Philosophie auf die Männer der Reform- und Erhebungszeit“ […] mit den 3 Preisrichtern, den Herren Professoren Max Lenz, Hamburg, Friedrich Meinecke, Berlin, Eduard Spranger, Berlin, gaben wir in Band XXIV, Heft 3, Seite 360 bekannt, daß das Datum für die Ablieferung der Arbeiten für jene Preisaufgabe auf den 22. April 1921 angesetzt worden ist</rdg><note>; sowie in <abbr>dass.</abbr>, <abbr>S.</abbr> 278: </note><rdg>Zum achten Preisausschreiben der Kant-Gesellschaft. Zweite Karl Güttler-Preisaufgabe. Am 22. April 1921 lief die Frist ab, welche zur Bearbeitung der zweiten Karl Güttler-Preisaufgabe gestellt war. Da bis zu diesem Zeitpunkt keine Arbeit eingelaufen war, so wird […] der Ablieferungstermin auf den 22. April 1923 festgesetzt. Das Thema lautet: „Kritische Geschichte des Neu-Kantianismus von seiner Entstehung bis zur Gegenwart“. […] Das Preisrichterkollegium besteht aus den Herren Professor Dr. Erich Adickes in Tübingen, Professor Dr. Max Frischeisen-Köhler in Halle, Professor Dr. Ernst von Aster in Gießen.</rdg><note> – <name>Aster</name> war für den am 28.9.1920 verstorbenen <name>Falckenberg</name> eingesprungen (<abbr>vgl.</abbr> die Ausschreibung in Kant-Studien 22 ([1917]/1918), <abbr>S.</abbr> 213–216).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2840"><lem>von München hierher begleitet</lem><note><name>Ernst von Aster</name> war seit 1913 <abbr>ao. Prof.</abbr> in München, ab 1920 in Gießen (<abbr>BEdPh</abbr>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2841"><lem>Achmed Orchan <name>Sadeddin</name></lem><note><abbr>d. i.</abbr> <name>Orhan Sadeddin</name> (1899–1964) aus Istanbul, nach Studium in Bonn, München und Gießen bis zu seiner Erkrankung 1933 Dozent an der Universität Instanbul, <abbr>vgl.</abbr> Sadeddins Gießener Promotionsschrift: Erlebnis, Erlebniswahrnehmung und Erlebnisbeschreibung, 1925 sowie: Abdurrazzak Gültekin, M. Cüneyt Kaya: İstanbul Üniversitesi Felsefe Bölümü’nün Unutulmuş Bir Hocasi: Orhan Sadeddin -Hayati, Eserleri ve Felsefe Anlayişi- [A Forgotten Lecturer of İstanbul University Department of Philosophy: Orhan Sadeddin – Life, Works and Understanding of Philosophy]. In: Felsefe Arkivi 45 (2016), II, <abbr>S.</abbr> 1–28 (<ref type="link">https://dergipark.org.tr/en/pub/iufad/issue/44683/555023</ref> (25.9.2024)).</note></app><app type="philological" corresp="#ED-2842"><lem>bezw.</lem><note>aufzulösen: beziehungsweise</note></app></listApp></back></text></TEI>