<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001296-1</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Liesbet von Drigalski-Dill</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">o. O. [Halle]</placeName>, <date>o. D. [6.12. oder 20.12.1916]</date>, <note>2 S., Ts. mit eU, Unterstreichungen und vereinzelte Ergänzungen (v. a. von Satzzeichen) v. Hd., Wasserzeichen </note><quote type="rdg">F. H. S. D. | SCHREIBMASCHINEN-PAPIER</quote>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 g, Nr. 4</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="1296" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001296-1"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/116127392">Liesbet von Drigalski-Dill</persName><placeName>o. O. [Halle]</placeName><date from="1916-12-06" to="1916-12-20">o. D. [6.12. oder 20.12.1916]</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118713698">Annette Kolb</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118632841">Anton Wildgans</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118619314">August Strindberg</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118546937">Gerhart Hauptmann</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118555286">Henrik Ibsen</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117656186">Wilhelm von Drigalski</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 g, Nr. 4</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Liesbet von Drigalski-Dill</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">o. O. [Halle]</placeName>, <date>o. D. [6.12. oder 20.12.1916]</date>, <note>2 S., Ts. mit eU, Unterstreichungen und vereinzelte Ergänzungen (v. a. von Satzzeichen) v. Hd., Wasserzeichen </note><quote type="rdg">F. H. S. D. | SCHREIBMASCHINEN-PAPIER</quote>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 g, Nr. 4</bibl></head></front><body><salute>Sehr geehrter Herr Geheimrat,</salute><p>Mit verbindlichstem Dank sende ich Ihnen anbei <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2008"/>den Kürschner<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2008"/> zurück, indem ich mich nur als Gattin meines Mannes gefunden habe. Ich muss dagegen Protest erheben, denn als solche wird man mich dort kaum suchen.</p><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2009"/><name>Annette Kolb</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2009"/><name/> hat mich ungeheuer interessiert, ihre glänzende, freie, sichere Sprache und ihre Auffassung der jetzigen Zeit. Ich habe mir ihre Sachen gleich bestellt.</p><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2010"/>Gestern und vorgestern war ich in Leipzig<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2010"/> und habe einen wertvollen Abend im Schauspielhaus verlebt, es wurde „Liebe“ von <name>Wildgans</name> gegeben, ein ausgezeichnetes ernstes Stück, das einen grossen Erfolg hat. Dieses Schauspielhaus hat die Absicht, einigemale <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2011"/>wöchentlich<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2011"/> hier Vorstellungen im <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2012"/>Thaliatheater<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2012"/> zu geben und der Director bat mich, einmal zu hören, ob sie wohl Erfolg auf Conzession haben würden? Das Thaliatheater ist ungünstig und hässlich, aber bauen darf man ja jetzt nicht, und die Truppe, welche so spielt wie ich sie kaum in einer anderen Stadt gesehen habe, auch kaum Berlin, will nur das beste geben und muss dazu auch einen anständigen Rahmen haben. Die Hauptsache ist die Erlaubnis. Ich wäre ja froh, wenn wir einmal Gelegenheit hätten, hier moderne <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2013"/>Schauspiele zu sehen, denn das <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2014"/>Stadttheater<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2014"/> kann man wirklich kaum zu diesem Zweck besuchen, es bringt ja auch selten eine Premiere, und dieses würde dem Stadttheater kaum <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2015"/>Konkurrenz<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2015"/> sein, da es sich nur auf <name>Ibsen</name>, <name>Hauptmann</name>, <name>Strindberg</name>, Wedekind <abbr>usw.</abbr> beschränken will. Es wäre eine glänzende Idee. Können Sie mir vielleicht raten, wo ich da anfragen soll? Es kommt, glaube ich nur der Oberbürgermeister in Frage, und der wird der Sache kaum geneigt sein.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2013"/> <pb/></p><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2016"/>Dann habe ich eine sehr grosse Bitte, Herr Geheimrat. Würden Sie mir eine <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2017"/>Besprechung der Franziska<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2017"/> oder meiner Arbeiten mir überhaupt schreiben und etwas von Ihren Eindrücken darin wiedergeben, die Sie beim Lesen hatten? Kein Verlag will dieses Jahr mit einer Reklame <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2018"/>grösseren<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2018"/> Stils einsetzen, weil meine Sachen dieses Jahr sehr gekauft werden und ich würde mich ungemein freuen, wenn Sie so liebenswürdig sein wollten, Ihr wertvolles Urteil abzugeben.</p><p>Sie stehen ja sicher mit vielen Zeitungen in Verbindung, worin eine solche Besprechung gern aufgenommen wird.</p><p>Mit nochmaligem verbindlichstem Dank<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2016"/> bin ich Ihre sehr ergebene</p><signed>Liesbet <abbr>v.</abbr> Drigalski-Dill</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-2008"><lem>den Kürschner</lem><note>die Rede ist von: Kürschners Deutscher Literatur-Kalender, 39. Ausgabe 1917, in der letztmalig (im Vergleich zur 40. Ausgabe 1922) vom Eintrag </note><rdg>Dill, Liesbet</rdg><note> auf den Eintrag </note><rdg>Drigalski, Liesbet v., geb. Dill (Liesbet Dill), Roman, UP.-Gattin, Halle a.</rdg><note> </note><rdg>S.</rdg><note> verwiesen wird (auf diesen Eintrag folgt der ihres 2. Mannes: <name>Wilhelm von Drigalski</name> (1871–1950), seit 1907 Stadtarzt in Halle, nach Halle umhabilitiert, bis 1925 Vorlesungstätigkeit an der Universität Halle-Wittenberg; <ref type="link">https://www.catalogus-professorum-halensis.de/drigalskiwilhelm.html</ref> (19.9.2024)). In den Ausgaben ab 1922 wird umgekehrt, jedoch ohne Änderung der Charakterisierung als Universitätsprofessor-Gattin, vom Eintrag </note><rdg>Drigalski, Liesbet</rdg><note> auf </note><rdg>Dill, Liesbet (Ps. f. Liesb. v. Drigalski, geb. Dill), Roman, UP.-Gattin, Halle a. S. </rdg><note>verwiesen.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2009"><lem><name>Annette Kolb</name></lem><note>1870–1967, Schriftstellerin aus München (<abbr>NDB</abbr>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2010"><lem>Gestern und vorgestern war ich in Leipzig</lem><note>4.12./5.12.1916 oder 18.12./19.12.1916, <abbr>vgl.</abbr> Drigalski-Dill an Vaihinger vom 30.11. oder 14.12.1916.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-2011"><lem>wöchentlich</lem><note><abbr>hs.</abbr> Einfügung über der Zeile</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2012"><lem>Thaliatheater</lem><note>Spielstätte: Geiststraße 42a, Halle (<abbr>vgl.</abbr> <abbr>z. B.</abbr> 1898/1899: <ref type="link">https://digital.bibliothek.uni-halle.de/hd/content/pageview/1363391</ref> (19.9.2024)), getragen vom Theatralischen Verein „Thalia“ (Adreßbuch für Halle a. d. S. und Umgebung 1917, <ref type="link">https://digital.bibliothek.uni-halle.de/hd/periodical/titleinfo/1427071</ref> (19.9.2024)).</note></app><app type="philological" corresp="#ED-2014"><lem>Stadttheater</lem><rdg>Stadttheate</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-2015"><lem>Konkurrenz</lem><rdg>Konkurenz</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-2013"><lem>Schauspiele … sein.</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Blaustift angestrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2017"><lem>Besprechung der Franziska</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Liesbet Dill: Franziska. Roman. Stuttgart/Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt 1916. Keine Rezension von Vaihinger nachgewiesen.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-2018"><lem>grösseren</lem><rdg>grössere</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-2016"><lem>Dann … dank</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Blaustift angestrichen</note></app></listApp></back></text></TEI>