<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001279-6</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Rudolf Eucken</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Jena</placeName>, <date>20.11.1916</date>, <note>3 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 7 p, Nr. 14</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="1279" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001279-6"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118682555">Rudolf Eucken</persName><placeName>Jena</placeName><date when="1916-11-20">20.11.1916</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/116996579">Arthur Liebert</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11865361X">Bruno Bauch</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118519522">Ernst Cassirer</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117502901">Ferdinand Jakob Schmidt</name><name>streichen!</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 7 p, Nr. 14</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Rudolf Eucken</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Jena</placeName>, <date>20.11.1916</date>, <note>3 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 7 p, Nr. 14</bibl></head></front><body><dateline>Jena 20/11 16.</dateline><salute>Hochgeehrter und lieber Herr Kollege!</salute><p>Mit rechtem Bedauern habe ich von <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1896"/>den Verwicklungen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1896"/> gehört, welche zwischen hochgeschätzten Mitgliedern der Kantgesellschaft entstanden sind, und es ist mein dringender Wunsch, daß eine Verständigung herbeigeführt <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1897"/>werde<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1897"/> und die Kantgesellschaft vor einem Zwist bewahrt bleibe, der, so oder so entschieden, ihr jedenfalls Schaden bringen würde. Da gewiß bei so vortrefflichen Männern anzunehmen ist, daß niemand den Streit um des Streites willen wünscht und <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1898"/>jeder<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1898"/> einen Frieden dem Kriege vorzieht, so möchte ich folgenden Vorschlag machen: es findet unter dem Vorsitz des Hallenser Universitätskurators eine vertrauliche Beratung der Sache statt, zu der von jeder Seite ein oder zwei Mitglieder gestellt werden. <pb/> Unmaßgeblich möchte ich einerseits <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1899"/>Paul<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1899"/> <name>Cassirer</name> und <abbr>Dr.</abbr> <name>Liebert</name> vorschlagen, andererseits bin ich selbst gern zu einer Teilnahme an einer solchen Beratung bereit und möchte weiter <abbr>Prof.</abbr> <name>Ferdinand Jakob Schmidt</name> in Berlin vorschlagen. Doch meine ich, daß es auch genügen würde, wenn <name>Cassirer</name> und ich unter dem Vorsitz von Geheimrat <name>Meyer</name> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1900"/>die Sache erörterten<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1900"/> und nach einem Wege der Verständigung suchten, der beide Seiten befriedigt. Natürlich muß von vornherein der Wunsch nach einer Verständigung auf beiden Seiten bestehen, sonst ist der Versuch ohne Sinn und ohne Aussicht. Aber ich halte die Sache als wichtig genug für die deutsche Philosophie der Gegenwart, um wenigstens den Versuch einer Verständigung zu machen und <pb/> eine drohende Spaltung der Kantgesellschaft zu verhüten. Sollte mein Vorschlag, den ich auch <abbr>Prof.</abbr> <name>Bauch</name> mitteilte, auch auf der anderen Seite Zustimmung finden, so bin ich gern bereit, an einem näher festzustellenden Tage recht bald nach Halle zu kommen. Ich möchte noch bemerken, daß jener Vorschlag von mir selbst ausgegangen, nicht von <name>Bauch</name> angeregt, wohl aber ihm mitgeteilt und von ihm gebilligt worden ist.</p><p>Mit besten Wünschen und freundlichen Grüßen Ihr hochachtungsvoll ergebener</p><signed>R. Eucken.</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-1896"><lem>den Verwicklungen</lem><note>im Zusammenhang des Skandals um <name>Bruno Bauch</name> 1916–1917, <abbr>vgl.</abbr> die übrigen zu dieser Episode gehörigen Korrespondenzen Vaihingers 1916/1917.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1897"><lem>werde</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1898"><lem>jeder</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1899"><lem>Paul</lem><note>darüber von anderer <abbr>Hd.</abbr> mit Bleistift: </note><rdg>Ernst</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-1900"><lem>die Sache erörterten</lem><note><abbr>vgl.</abbr> den Kommentar zu Vaihinger an Paul Natorp vom 23.11.1916.</note></app></listApp></back></text></TEI>