<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001229-6</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Max Frischeisen-Köhler</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Freiburg i. B.</placeName>, <date>27.9.1915</date>, <note>2 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 8 s, Nr.3</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="1229" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001229-6"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118693700">Max Frischeisen-Köhler</persName><placeName>Freiburg (Breisgau)</placeName><date when="1915-09-27">27.9.1915</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/116300868">Alfred Körte</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116820500">Ida Mortensen</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118693700">Max Frischeisen-Köhler</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 8 s, Nr.3</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Max Frischeisen-Köhler</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Freiburg i. B.</placeName>, <date>27.9.1915</date>, <note>2 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 8 s, Nr.3</bibl></head></front><body><dateline>Freiburg <abbr>i. B.</abbr> 27. Sept<add>[ember]</add> 1915.</dateline><dateline>Chirurg<add>[ische]</add> Klinik, Albertstr. 2</dateline><dateline>Zimmer 2</dateline><salute>Hochverehrter Herr Geheimrat!</salute><p>Lassen Sie mich Ihnen meinen herzlichsten und ergebensten Dank für die so liebenswürdigen Reisewinke aussprechen, die Sie <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1447"/>meiner Frau<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1447"/> zukommen liessen! Es ist überaus freundlich, dass Sie so Sich unserer annehmen und mit Ihrem wertvollen Rat unterstützen!</p><p>Leider haben sich meine Dispositionen infolge eines Unfalles, den ich während einer militärischen Übung erlitt, ganz und gar geändert. Ich habe mir den linken Fuß mit erheblichen Bänderzerreißungen verrenkt und liege seit zwei Wochen fest mit einem Gipsverband. Morgen kommt meine Frau, direkt von Berlin, und ich hoffe, mit ihrer Hilfe die ersten bescheidenen Gehversuche im Zimmer machen zu können. Nach ärztlicher Annahme werde ich wohl Mitte Oktober so weit sein, dass ich mit der Bahn nach Berlin fahren kann. Ich habe dort vom 18<hi rend="superscript"><hi rend="underline">ten</hi></hi> October ab noch an einigen Prüfungen teil zu nehmen. Wenn es dann irgend geht, wollen meine <pb/> Frau und ich nach Halle kommen, um uns Wohnungen anzusehen. Das schönste wäre ja, wenn ich gleich, wenn auch in beschränktem Umfang, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1448"/>mein neues Amt<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1448"/> antreten könnte. Bis Weihnachten jedenfalls wird die Heilung meines Fusses dauern. Ob ich dann und ob ich überhaupt jemals wieder militärtauglich sein werde, ist nach dem Urteil der hiesigen Ärzte noch ganz unbestimmt. Ich weiss noch nicht recht, ob ich unter diesen Umständen beim <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1449"/>Ministerium<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1449"/> vorstellig werden soll, dass es mich für die Dauer des Wintersemesters reklamiert. Mein Hauptmann – im Civil <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1450"/><abbr>Prof.</abbr> <name>Körte</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1450"/><name/>, Ord<add>[inarius]</add> f<add>[ür]</add> klass<add>[ische]</add> Philologie hier in Freiburg – rät mir entschieden dazu. Es käme ev<add>[entuell]</add> wohl auch die objective Dringlichkeit in Frage, über die ich natürlich gar kein Urteil habe.</p><p>Jedenfalls werde ich mir erlauben, von Berlin aus, wo sich diese Fragen wohl klären werden, darüber Bescheid zu geben, sowie mitzuteilen, wann es uns möglich ist, nach <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1451"/>Berlin<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1451"/> zu kommen.</p><p>Inzwischen bleibe ich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1452"/>mit nochmaligen Dank<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1452"/> für das gütige Interesse und den verbindlichsten Empfehlungen Ihr stets ergebener <abbr>u.</abbr> verpflichteter</p><signed>Max Frischeisen-Köhler.</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-1447"><lem>meiner Frau</lem><note><name>Frischeisen-Köhler</name> war seit 1914 verheiratet mit <name>Ida Mortensen</name> (1887–1958; <abbr>NDB</abbr>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1448"><lem>mein neues Amt</lem><note>als neu nach Halle berufener <abbr>ao. Prof.</abbr> der Philosophie und Pädagogik (<abbr>BEdPh</abbr>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1449"><lem>Ministerium</lem><note>gemeint ist das Preußische Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1450"><lem><abbr>Prof.</abbr> <name>Körte</name></lem><note><abbr>d. i.</abbr> <name>Alfred Körte</name> (1866–1946; <abbr>NDB</abbr>).</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1451"><lem>Berlin</lem><note>so wörtlich, <abbr>u. U.</abbr> gemeint: Halle</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1452"><lem>mit nochmaligen Dank</lem><note>so wörtlich</note></app></listApp></back></text></TEI>