<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001225-0</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Elisabeth Förster-Nietzsche</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Weimar</placeName>, <date>12.7.1915</date>, <note>3 S., hs., quadriertes Papier, Briefkopf </note><quote type="rdg">NIETZSCHE-ARCHIV. | WEIMAR, DEN …</quote>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 8 n, Nr. 6</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="1225" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001225-0"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/11853419X">Elisabeth Förster-Nietzsche</persName><placeName>Weimar</placeName><date when="1915-07-12">12.7.1915</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/119158604">Adalbert Oehler</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118588370">Alfred Nobel</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118587943">Friedrich Nietzsche</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118602330">Romain Rolland</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 8 n, Nr. 6</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Elisabeth Förster-Nietzsche</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Weimar</placeName>, <date>12.7.1915</date>, <note>3 S., hs., quadriertes Papier, Briefkopf </note><quote type="rdg">NIETZSCHE-ARCHIV. | WEIMAR, DEN …</quote>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 8 n, Nr. 6</bibl></head></front><body><dateline>12. Juli 1915</dateline><salute>Verehrter Herr Geheimrath</salute><p>Ihre ungemein freundliche und fürsorgliche Absicht dem <name>Nietzsche</name>-Archiv durch meine Person den <name>Nobel</name>preis zuzuwenden hat mich sehr erfreut. Die Sorge für das Archiv mit seinen außerordentlichen Ansprüchen, die ich, da die Stiftung noch keine Mittel hat, einstweilen allein zu tragen habe, wird allmählich für mich recht drückend. Ich füge die letzte dreijährige <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1431"/>Zusammenstellung der Ausgaben<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1431"/> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1432"/>bei<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1432"/>, die für die Steuerbescheide, den Vorstand der Stiftung, besonders für <name>Oberbürgermeister Dr. Oehler</name> gemacht wurde. Daraus werden Sie ersehen wie schwer es für mich ist das Archiv als wissenschaftliches Institut aufrecht zu halten. <pb/></p><p>Besonders seit Ausbruch des Krieges wird es drückend, zumal das Jahr 1913 auch schon geringere Einnahmen als früher hatte. <name>Oberbürgermeister Dr. Oehler</name> als Vorsitzender der Stiftung <abbr>u.</abbr> ich haben damals <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1433"/>dem Archivar gekündigt<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1433"/>, <abbr>u.</abbr> seitdem habe ich seine Arbeit selbst zu machen versucht, was mir, trotz weiblicher Hilfe sehr sehr schwer mit meinen mangelhaften Augen wird. Ich fühle mein Alter doch sehr – werde ich doch im nächsten Jahr: siebenzig Jahre alt! Doch blieben in den Jahren 1913/14 noch auswärtige Mitarbeiter als Hilfe, die aber mit dem 1. Januar dieses Jahres aus Mangel an Mitteln auch aufgegeben werden mußten. Die wichtigen Arbeiten stehen still. Nur Eines war unmöglich aufzugeben, nämlich die Beihilfe für nothleidende Schriftsteller, mit denen ich die spärlichen Mittel teilte <abbr>u.</abbr> dann die Fürsorge für Verwundete <abbr>u.</abbr> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1434"/>für Alles<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1434"/> was mit dem Krieg zusammenhängt. <pb/></p><p>Es wäre deshalb sehr schön wenn mir d<add>[er]</add> <name>Nobel</name>preis zur Fortführung des wissenschaftlichen Betriebs im <name>Nietzsche</name>-Archiv zu teil würde. Ist doch das <name>Nietzsche</name>-Archiv meine einzige Lebensaufgabe, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1435"/>dem<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1435"/> ich mein ganzes Leben <abbr>u.</abbr> Vermögen gewidmet habe; und besonders würde es mich freuen trefflichen jungen Schweden ein jährliches Reisestipendium auszutheilen. Dazu verpflichte ich mich schon jetzt.</p><p>Mit den verbindlichsten Grüßen Ihre dankbare</p><signed>Elisabeth Förster-Nietzsche</signed><signed><abbr>geb.</abbr> Nietzsche</signed><postscript><p>Übrigens höre ich soeben ganz zufällig, daß die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1436"/><name>Nobel</name>preise erst nächstes Jahr<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1436"/> ausgeteilt würden.</p></postscript></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-1431"><lem>Zusammenstellung der Ausgaben</lem><note>liegt nicht bei</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1432"><lem>bei</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1433"><lem>dem Archivar gekündigt</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Förster-Nietzsche an Vaihinger vom 11.1.1913</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1434"><lem>für Alles</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1435"><lem>dem</lem><note>so wörtlich</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1436"><lem><name>Nobel</name>preise erst nächstes Jahr</lem><note>trifft nicht zu; Preisträger für 1915 war <name>Romain Rolland</name>.</note></app></listApp></back></text></TEI>