<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001187-3</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> und <persName type="sent">Arthur Liebert</persName> an <persName type="received">Gottfried Meyer</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>5.1.1914</date>, <note>4 S., hs. (andere Hd., keine eU), Briefkopf </note><quote type="rdg">GEH. REG.-RAT | PROF. DR. H. VAIHINGER. |Halle a. S., d. … 19 | Reichardtstr. 15</quote>, <bibl type="pubPlace">Universitätsarchiv Halle-Wittenberg, Rep. 6, Nr. 1863, Bl. 227–228 (Universitäts-Kuratorium zu Halle a. S. Spezial-Acten betreffend Kantgesellschaft und Kantstiftung. 1904–1916.)</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="1187" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001187-3"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/116996579">Arthur Liebert</persName><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Halle (Saale)</placeName><date when="1914-01-05">5.1.1914</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/1104756838">Gottfried Meyer</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/116925272">Alois Höfler</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118513117">Bernard Bolzano</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/1104756838">Gottfried Meyer</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116863439">Felix Meiner</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118600826">Alois Riehl</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118756532">Johann Nicolaus Tetens</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11863562X">Wilhelm Wundt</name></note><note type="repository">Universitätsarchiv Halle-Wittenberg, Rep. 6, Nr. 1863, Bl. 227–228 (Universitäts-Kuratorium zu Halle a. S. Spezial-Acten betreffend Kantgesellschaft und Kantstiftung. 1904–1916.)</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> und <persName type="sent">Arthur Liebert</persName> an <persName type="received">Gottfried Meyer</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>5.1.1914</date>, <note>4 S., hs. (andere Hd., keine eU), Briefkopf </note><quote type="rdg">GEH. REG.-RAT | PROF. DR. H. VAIHINGER. |Halle a. S., d. … 19 | Reichardtstr. 15</quote>, <bibl type="pubPlace">Universitätsarchiv Halle-Wittenberg, Rep. 6, Nr. 1863, Bl. 227–228 (Universitäts-Kuratorium zu Halle a. S. Spezial-Acten betreffend Kantgesellschaft und Kantstiftung. 1904–1916.)</bibl></head></front><body><p><hi rend="underline">Kantgesellschaft</hi></p><salute><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1207"/>An den <hi rend="underline">Herrn Vorsitzenden</hi> der Kantgesellschaft<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1207"/></salute><salute>An die Herren Mitglieder des Verwaltungs-Ausschusses</salute><p>Die Geschäftsführung hatte s<add>[einer]</add> Z<add>[eit]</add> unter den beabsichtigten <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1208"/>Neudrucken<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1208"/> auch den Wiederabdruck der <name>Bolzano</name>’schen Logik ins Auge gefaßt. Daraufhin teilte mir unser Mitglied <abbr>Prof.</abbr> <name>Höfler</name> mit, daß er selbst einen solchen Neudruck schon seit Jahren ins Auge gefaßt und zu diesem Zweck einen Vertrag mit der Dürr’schen <abbr>resp.</abbr> Meiner’schen Buchhandlung in Leipzig abgeschlossen habe. Die Kantges<add>[ellschaft]</add> würde darum, so meinte er, am besten tun, von dem Neudruck des <name>Bolzano</name> ihrerseits abzusehen, dagegen möchte sie den beabsichtigten Neudruck im Meiner’schen Verlag pekuniär unterstützen. Letzteres Gesuch wurde dann von unserem Mitglied dem Verleger D<hi rend="superscript">r</hi>. <name>Meiner</name> noch speziell an uns gerichtet, wobei er davon sprach, die Kantges. möchte einige tausend Mark zu diesem Zweck beitragen. Wir sagten ihm, daß wir Geschäftsführer das unmöglich beim Verw<add>[altungs]</add>-Aussch<add>[uss]</add> beantragen könnten, da die Mittel der Kantges. durchaus nicht derartige seien, um solche Zuschüsse zu geben.</p><p>Nun erhielten wir im Mai d<add>[iesen]</add> J<add>[ahres]</add> einen Brief von <abbr>Prof.</abbr> <name>Höfler</name> des Inhalts, er lege doch sehr großen Wert darauf, daß die Kantges. auf dem Titel der von ihm <pb/> veranstalteten neuen Ausgabe von <name>Bolzano</name> als Unterstützerin stehe. Es genüge ja zu diesem Zweck, wenn die Kantges. nur eine kleine Summe dazu gäbe. Wir teilten ihm daraufhin mit, daß wir selbst als Geschäftsführer hierüber nicht verfügen könnten, daß wir aber die Sache dem Ausschuß vorlegen wollten, wenn das Erscheinen des Buches bevorstehe, wobei wir der Meinung waren, daß uns hierüber noch Mitteilung gemacht werden sollte. Eine solche Mitteilung ist uns aber nicht zugegangen, dagegen ist jetzt das Buch, die neue Ausgabe von <name>Bolzano</name> selbst uns von dem Verleger <name>Meiner</name> zugesendet worden, auf dessen Titel die Kantges. schon als Unterstützerin dieser neuen Ausgabe steht. Der Verleger hat die von uns als Geschäftsführung ausgesprochene Bereitwilligkeit, die Angelegenheit dem Ausschuß vorzulegen, verwechselt mit der eventuellen Bereitwilligkeit des Ausschusses, dem wir die Sache ja noch gar nicht vorlegen konnten. Irgend welche böse Absicht hat dabei bei dem Verleger D<hi rend="superscript">r</hi>. <name>Meiner</name> nicht obgewaltet.</p><p>Wir glauben deshalb keinen Anstand nehmen zu dürfen, bei dem Verwaltungsausschuß zu beantragen, es möchte die von <abbr>Prof.</abbr> <name>Höfler</name> nachgesuchte kleine Unterstützung von der Kantges. gewährt werden. Wir möchten zu diesem Zweck die Summe von 200 <abbr>Mk</abbr> beantragen.</p><p>Wir bemerken dabei ausdrücklich, daß es natürlich <pb/> im Interesse der Gesellschaft liegt, daß dieselbe in derartiger Weise <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1209"/>auf dem Titel eines solchen Werkes genannt<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1209"/> wird. Es trägt das entschieden dazu bei, die Kantges. immer mehr in weiteren Kreisen bekannt zu machen, und nicht blos von ihrer Existenz sondern auch ihrer einflußreichen Tätigkeit Kunde zu <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1210"/>geben.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1210"/></p><p>Gleichzeitig möchten wir noch folgenden Antrag stellen. Es hat sich eine Vereinigung von Freunden von Geh. Rat <abbr>Prof.</abbr> <name>Riehl</name> in Berlin an ihrer Spitze Exzellenz <name>Wundt</name> gebildet, welche <name>Riehl</name> zu seinem 70. Geburtstag, 27. April eine besondere Freude machen will. Es soll eine Summe gesammelt werden, welche ihm zu dem Zweck übergeben werden soll, um ein von ihm beabsichtigtes wissenschaftlich gemeinnütziges Unternehmen zu unterstützen. <name>Riehl</name> plant, (im Verein mit anderen Berliner Kollegen) die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1211"/>Errichtung eines „Dozentenhauses“<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1211"/>, durch welches junge, begabte aber weniger bemittelte Gelehrte in den Stand gesetzt werden sollen, die Dozentenlaufbahn zu ergreifen.</p><p><abbr>Prof.</abbr> <name>Riehl</name> hat, als er hier in Halle wirkte, sich im Jahre 1904 sehr eifrig an der Begründung der Kantges. betätigt und hat auch zur Kantstiftung persönlich einen namhaften Beitrag gegeben. Er hat auch fernerhin sein Interesse an der Gesellschaft mehrfach betätigt, so <abbr>z. B.</abbr> durch Stellung unserer 1. Preisaufgabe und durch Beteiligung am Preisrichteramt darüber. Wir erlauben uns daher, die Summe von 200 <abbr>Mk</abbr> zu beantragen.</p><p>Obgleich wir durch den <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1212"/>Neudruck von <name>Tetens</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1212"/><name/> pekuniär <pb/> sehr stark in Anspruch genommen sind, so glauben wir doch, diese Ausgaben beantragen zu dürfen, da die Kantges. im Jahre 1913 wieder um <abbr>ca.</abbr> 125 Mitglieder zugenommen hat und auch durch den Verkauf der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1213"/>Neudrucke im Vorjahre<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1213"/> und den der Vorträge eine Extraeinnahme erzielt worden ist. Übrigens könnten die beiden Beiträge (200 <abbr>u.</abbr> 100 <abbr>Mk</abbr>) auf das Jahr 1914 übernommen werden.</p><p>Es wird wohl nicht notwendig sein, um dieser beiden relativ geringfügigen Angelegenheiten eine Sitzung zu berufen, und wir dürfen wohl annehmen, daß, wenn innerhalb 10 Tagen nicht der Antrag für eine Sitzung gestellt wird, die Erledigung der Angelegenheit als in positiver Weise erfolgt betrachtet werden darf.</p><signed>Die Geschäftsführer</signed><signed><abbr>gez.</abbr> Vaihinger – Liebert.</signed><dateline><hi rend="underline">Halle <hi rend="superscript">a</hi>/S.</hi></dateline><dateline>Berlin</dateline><dateline><abbr>d.</abbr> 5. Jan<add>[uar]</add> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1214"/>1914.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1214"/></dateline></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-1207"><lem>An den <hi rend="underline">Herrn Vorsitzenden</hi> der Kantgesellschaft</lem><note>eigenhändig von Vaihinger</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1208"><lem>Neudrucken</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Gottfried Meyer vom 18.4.1910</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1209"><lem>auf dem Titel eines solchen Werkes genannt</lem><note>der erste Band der Werkausgabe <name>Bolzano</name>, <abbr>hg.</abbr> <abbr>v.</abbr> <name>Alois Höfler</name> erschien 1914 bei Felix Meiner in Leipzig mit der Angabe auf dem Titel: </note><rdg>Mit Unterstützung der Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen und der Kant-Gesellschaft unter Mitwirkung von Mitgliedern der Philosophischen Gesellschaft an der Universität zu Wien.</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-1210"><lem>geben.</lem><note>danach eine Zeile frei gelassen, nächster Abschnitt durch Trennstrich abgesetzt</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1211"><lem>Errichtung eines „Dozentenhauses“</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Eduard Spranger an Vaihinger vom 4.12.1913</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1212"><lem>Neudruck von <name>Tetens</name></lem><note><abbr>vgl.</abbr> Johann Nicolaus Tetens: Versuche über die menschliche Natur und ihre Entwickelung <abbr>Bd.</abbr> 1. Über die allgemeine speculativische Philosophie. Mit einem Bildnis. Besorgt von Wilhelm Uebele. Berlin: Reuther &amp; Reichard 1913 (Neudrucke seltener philosophischer Werke <abbr>Bd.</abbr> 4).</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1213"><lem>Neudrucke im Vorjahre</lem><rdg>Neudrucke Vorjahre</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-1214"><lem>1914.</lem><note>darunter Aktenvermerk: </note><rdg><hi rend="underline">d[er] K[urator] d[er] U[niversität]</hi> Halle <hi rend="superscript">a</hi>/S., den 8 Januar 1914 | zu den Akten. | </rdg><note>Namenskürzel <name>Gottfried Meyer</name></note></app></listApp></back></text></TEI>