<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001162-0</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Eduard Spranger</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Mittelzell (Insel Reichenau)</placeName>, <date>19.4.1913</date>, <note>3 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 6 k</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="1162" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001162-0"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118616390">Eduard Spranger</persName><placeName>Mittelzell (Insel Reichenau)</placeName><date when="1913-04-19">19.4.1913</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118532847">Johann Gottlieb</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/119183501">Friedrich Thimme</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 6 k</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Eduard Spranger</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Mittelzell (Insel Reichenau)</placeName>, <date>19.4.1913</date>, <note>3 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 6 k</bibl></head></front><body><dateline>Mittelzell auf Reichenau im Bodensee den 19. April 1913.</dateline><salute>Hochverehrter Herr Geheimrat!</salute><p>Ihre <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1037"/>gütigen Zeilen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1037"/> haben mich leider erst heute und, wie Sie sehen, sehr in der Ferne erreicht. Ich bitte Sie, für Ihr mich sehr ehrendes Gedenken meinen verbindlichsten Dank entgegenzunehmen, und mein Fernbleiben von der Kantgesellschaftstagung durch meine Abwesenheit auf einer kurzen, notwendigen Erholungsreise entschuldigt sein zu lassen.</p><p>Vor zwei Tagen erhielt ich ein Schreiben von Herrn <abbr>Dr.</abbr> <name>Thimme</name> in derselben Angelegenheit. Wie ich schon ihm <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1038"/>geantwortet habe<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1038"/>, so darf ich wohl auch Ihnen, hochverehrter Herr Geheimrat, wiederholen, mit welcher Freude ich den schönen Gedanken <pb/> begrüße und wie sehr ich ihm Erfolg wünsche. Wenn ich mir einen Vorschlag erlauben darf, so müßte man <name>Fichte</name> unmittelbar neben <name>Kant</name> <hi rend="underline">nennen</hi>, da beide Einflüsse nach meiner Kenntnis der Sache nicht zu trennen sind.</p><p>Was nun meine Beteiligung betrifft, so empfinde ich dankbar die mir zugedachte besondere Ehre. Aber Sie werden verstehen, Herr Geheimrat, daß ich sie andrerseits als unverdient erkennen muß. Denn persönlich bin ich nie Mitglied der Kantgesellschaft gewesen, und es aus diesem Anlaß glücklich zu <hi rend="underline">werden</hi>, muß mir naturgemäß peinlich, ja unmöglich sein.</p><p>Ich würde es also gerechter finden, wenn man zuerst unter den philosophischen Mitgliedern der Kantgesellschaft einen Preisrichter zu gewinnen suchte. Sollte man da auf Ablehnung stoßen, so würde <pb/> ich einen an mich ergehenden <hi rend="underline">Auftrag</hi> natürlich als eine hervorragende Ehrung empfinden und mich bemühen, ihrer würdig zu sein.</p><p>Die starke Belastung mit Amtspflichten während des Semesters ist schuld daran, daß ich Ihnen, hochverehrter Herr Geheimrat, immer noch nicht <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1039"/>in Halle meine Aufwartung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1039"/> gemacht habe. Indem ich auch hierfür Ihre gütige Entschuldigung erbitte, empfehle ich mich Ihnen in bekannter Verehrung Ihr dankbar ergebener</p><signed>Eduard Spranger.</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-1037"><lem>gütigen Zeilen</lem><note>nicht ermittelt; im Kontext der von <name>Friedrich Thimme</name> angeregten Preisaufgabe der Kantgesellschaft, <abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Gottfried Meyer vom 24.5.1913 (im Abschnitt Dokumente zu Leben und Werk).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1038"><lem>geantwortet habe</lem><note><abbr>vgl.</abbr> den Kommentar zu Vaihinger an Gottfried Meyer vom 24.5.1913 (im Abschnitt Dokumente zu Leben und Werk).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1039"><lem>in Halle meine Aufwartung</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Spranger an Vaihinger vom 16.5.1913</note></app></listApp></back></text></TEI>