<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001141-2</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Hans Prager</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>12.9.1912</date>, <note>4 S., hs. (andere Hd., mit eU und eigenhändigem Postskriptum), Briefkopf </note><quote type="rdg">GEH.</quote><quote type="rdg"> REG.-RAT | PROF. DR. H. VAIHINGER. | Halle a. S., d. … 19 | Reichardtstr. 15</quote>., <bibl type="pubPlace">Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-131809</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="1141" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001141-2"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Halle (Saale)</placeName><date when="1912-09-12">12.9.1912</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/116280042">Hans Prager</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/116732806">Adolf Lapp</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118500686">Alfred Adler</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116996579">Arthur Liebert</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/1221315625">Hugo Bergmann</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116460083">Theodor Elsenhans</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116394382">Emil Reich</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118535315">Sigmund Freud</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118505955">Hermann Bahr</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118616692">Rudolf Stammler</name></note><note type="repository">Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-131809</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Hans Prager</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>12.9.1912</date>, <note>4 S., hs. (andere Hd., mit eU und eigenhändigem Postskriptum), Briefkopf </note><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-867"/><quote type="rdg">GEH.</quote><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-867"/><quote type="rdg"> REG.-RAT | PROF. DR. H. VAIHINGER. | Halle a. S., d. … 19 | Reichardtstr. 15</quote>., <bibl type="pubPlace">Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-131809</bibl></head></front><body><dateline>12. September 1912.</dateline><salute>Sehr geehrter Herr Doktor!</salute><p>Besten Dank für die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-868"/>letzten Nachrichten<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-868"/>. Daß Sie jetzt <name>Stammler</name>’s Werke studieren, interessiert mich sehr. Ich werde Ihnen, wenn Sie hieher kommen, eine Empfehlung an meinen Kollegen geben, der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-869"/>in der nächsten Nähe<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-869"/> von mir wohnt, und mit dem ich gut befreundet bin.</p><p>Die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-870"/>2. <abbr>Aufl.</abbr> meines Buches<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-870"/> wird unverändert sein, nur werden die vielen Druckfehler herauskorrigiert werden, das besorgt ein jüngerer Freund, Herr D<hi rend="superscript">r</hi>. <name>Liebert</name>. Dagegen Vorwort des Herausgebers und Vorrede des Verfassers werde ich etwas abändern <abbr>resp.</abbr> erweitern.</p><p><name>Hermann Bahr</name> hat <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-871"/>seinen Aufsatz<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-871"/> über mein Werk <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-872"/>in seinem Buch „Inventur“<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-872"/> wieder abdrucken lassen, und <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-873"/>hat das Buch<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-873"/> mir mit freundlichen Worten gesendet. <pb/></p><p>D<hi rend="superscript">r</hi>. <name>Adler</name>, der Begründer einer von <name>Freud</name> ausgehenden aber etwas abweichenden Methode der Psycho-Analyse, hat auf dem letzten Kongress der Psychiater in Zürich für mein Buch gewirkt, wie er <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-874"/>mir schreibt<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-874"/>. D<hi rend="superscript">r</hi>. <name>Adler</name> hat sich vor einiger Zeit an mich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-875"/>gewendet<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-875"/>; er ist sehr für mein Buch eingenommen. Eine Besprechung seines eigenen Buches („Nervöse Charaktere“) in der Frankfurter Zeitung <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-876"/>durch <abbr>Prof.</abbr> <name>Reich</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-876"/><name/> ist mir zugegangen: darin hat <name>Reich</name> auch mich erwähnt und meine Bedeutung für <name>Adler</name>’s Forschungen.</p><p>Mit den Bestrebungen von D<hi rend="superscript">r</hi>. <name>Freud</name> werde ich versuchen, mich im Laufe des Winters näher bekannt zu machen, da mir gesagt wird, daß <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-877"/>auch hier Beziehungen stattfinden<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-877"/>. Leider hindert mich mein Augenleiden sehr an der Verfolgung derartiger Spuren.</p><p>Das zweifelhafte Vergnügen, den 60. Geburtstag zu feiern, werde ich am 25. Sept<add>[ember]</add> genießen. Ich nenne das Vergnügen „zweifelhaft“, weil das <pb/> Älterwerden allerlei Beschwerden mit sich bringt, die sich bei mir nach den verschiedensten Seiten hin sehr unangenehm geltend machen. Aber es macht mir doch wiederum natürlich eine sehr große Freude, jetzt durch mein Werk eine vergrößerte Wirksamkeit zu erhalten und davon von Zeit zu Zeit ein Echo zu bekommen.</p><p>Es paßt sehr gut, daß Sie Ende Oktober hieher kommen wollen. Ich werde etwa am 18. oder 20. Okt<add>[ober]</add> wieder hier sein. Ich werde übrigens auch Frankfurt passieren, und dort persönlich mit D<hi rend="superscript">r</hi>. <name>Lapp</name> zusammentreffen.</p><p>Da ich schon am 2. Okt<add>[ober]</add> verreise, also in nicht allzu ferner Zeit, so ist es vielleicht zweckmäßig, wenn Sie Ihren Rundreiseplan für Deutschland bald entwerfen, damit ich Ihnen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-878"/>eventuell<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-878"/> einige Empfehlungskarten vorher senden kann. Ich werde allerdings auch unterwegs erreichbar sein. In der Zeit vom 6.–10. Okt<add>[ober]</add> werde ich in Stuttgart sein (Hotel Marquardt). <pb/></p><p>Wenn Sie erst Ende Oktober aus Wien abreisen sollten, kann ich Ihnen auch noch aus Halle nach meiner Rückkehr schreiben.</p><p>Mit besten Grüßen und wünschen Ihr</p><signed>Vaihinger</signed><postscript><p>Als Reiseroute schlage ich Ihnen vor: Prag – Dresden – Leipzig – Halle – Berlin – Marburg – Frankfurt <hi rend="superscript">a</hi>/M – München – Wien.</p><p>Dies wäre eine schöne Rundreise, in die natürlich viele Punkte einbezogen werden können. Auch für Prag kann ich Ihnen Empfehlungen geben (<abbr>z. B.</abbr> Marburg <name>Bergmann</name>), ebenso für Dresden (<name>Elsenhans</name>) und natürlich auch für Leipzig.</p></postscript></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-868"><lem>letzten Nachrichten</lem><note>nicht überliefert</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-869"><lem>in der nächsten Nähe</lem><note>Reichardtstraße 13, <abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Gustav Bogeng vom 31.3.1909.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-870"><lem>2. <abbr>Aufl.</abbr> meines Buches</lem><note>Die Philosophie des Als Ob. 2., durchgesehene <abbr>Aufl.</abbr> Berlin: Reuther &amp; Reichard 1913.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-871"><lem>seinen Aufsatz</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Prager vom 22.1.1912</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-872"><lem>in seinem Buch „Inventur“</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Hermann Bahr vom 23.9./29.9.1912 sowie Bahr: Inventur. Berlin: S. Fischer 1912, <abbr>S.</abbr> 51–60: Als ob.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-873"><lem>hat das Buch</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-874"><lem>mir schreibt</lem><note>überliefert ist lediglich Alfred Adler an Vaihinger vom 5.6.1912.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-875"><lem>gewendet</lem><note>so wörtlich</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-876"><lem>durch <abbr>Prof.</abbr> <name>Reich</name></lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Prager vom 3.9.1912</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-877"><lem>auch hier Beziehungen stattfinden</lem><note>ein Briefwechsel Vaihingers mit <name>Sigmund Freud</name> ist erst ab 6.10.1922 nachgewiesen.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-878"><lem>eventuell</lem><rdg>evtl.</rdg></app></listApp></back></text></TEI>