<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001132-2</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Hans Prager</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>13.5.1912</date>, <note>4 S., hs. (andere Hd., mit eU), Briefkopf </note><quote type="rdg">KANTGESELLSCHAFT.</quote><quote type="rdg"> | GESCHÄFTSFÜHRER: GEH.-RAT PROF. DR. VAIHINGER, HALLE A. S. | STELLVERTRETENDER GESCHÄFTSFÜHRER: | DR. ARTHUR LIEBERT, BERLIN W. 15, FASANENSTRASSE 48. | Halle a. S., d. … 19 | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-131803</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="1132" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001132-2"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Halle (Saale)</placeName><date when="1912-05-13">13.5.1912</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/116280042">Hans Prager</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/116732806">Adolf Lapp</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118519522">Ernst Cassirer</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117204803">Friedrich Lipsius</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/1216910448">Hermann Hegenwald</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118555006">Edmund Husserl</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118600605">Heinrich Rickert</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118600826">Alois Riehl</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118599461">Robert Reininger</name></note><note type="repository">Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-131803</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Hans Prager</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>13.5.1912</date>, <note>4 S., hs. (andere Hd., mit eU), Briefkopf </note><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-796"/><quote type="rdg">KANTGESELLSCHAFT.</quote><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-796"/><quote type="rdg"> | GESCHÄFTSFÜHRER: GEH.-RAT PROF. DR. VAIHINGER, HALLE A. S. | STELLVERTRETENDER GESCHÄFTSFÜHRER: | DR. ARTHUR LIEBERT, BERLIN W. 15, FASANENSTRASSE 48. | Halle a. S., d. … 19 | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-131803</bibl></head></front><body><dateline>13. Mai 1912.</dateline><salute>Sehr geehrter Herr Doktorand!</salute><p>Wenn Sie <name>Reininger</name> sehen, wollen Sie ihm bitte meinen besten <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-797"/>Grüße<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-797"/> ausrichten. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-798"/>Wollen Sie ihm folgendes sagen:<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-798"/> „Ich habe sehr bedauert, daß ich nur so kurz <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-799"/>mit ihm sprechen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-799"/> konnte. Ich hätte gerne noch wichtige Dinge mit ihm ausführlich verhandelt, aber ich war so sehr in Anspruch genommen durch die Andern, und bin durch mein Augenleiden so sehr verhindert, die Einzelnen zu erkennen, daß es mir unmöglich wurde. Nachdem am Sonnabend keine Gelegenheit mehr war, hoffte ich am Sonntag ihn zu sehen auf dem gemeinschaftlichen Ausflug, an dem er aber leider nicht <pb/> teilnehmen konnte.“</p><p>Nach <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-800"/>Ihren Mitteilungen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-800"/> ist die Prüfung beim Doktor-Examen in Wien ganz anders eingerichtet wie bei uns. Vielleicht erzählen Sie mir einmal etwas näheres darüber, wenn Sie Ihre Absicht ausführen können, einmal <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-801"/>nach Deutschland zu kommen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-801"/>.</p><p>Es interessiert mich, zu erfahren, daß Sie den <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-802"/>Aufsatz von <name>Hegenwald</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-802"/><name/> in der „Zeitschrift für Religion und Geisteskultur“ studieren. Er ist in der Tat sehr interessant. Überhaupt studieren die Theologen mein Buch sehr eifrig. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-803"/>Eine ausführliche Besprechung kam in der „<hi rend="underline">Theologischen Literatur Zeitung</hi>“ vom 27. April; eine ausführliche Besprechung (etwas vom besten, was über mein Buch geschrieben worden ist) findet sich in den „<hi rend="underline">Theologischen Studien und Kritiken</hi>“ April-Heft.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-803"/> Ich nehme an, daß diese Zeitschriften in Wien <pb/> auf dem Lesezimmer der Universität oder auf der Bibliothek ausliegen. Eine große vortreffliche Besprechung meines Buches erschien auch in der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-804"/>„<hi rend="underline">Wissenschaftlichen Rundschau</hi>“<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-804"/> (Verlag Thomas in Leipzig in <abbr>Nr.</abbr> 12 <abbr>u.</abbr> 13). Das Interesse an meinem Buche ist noch immer sehr stark. Das erkennen Sie auch daraus, daß soeben eine Erlanger Dissertation herausgekommen ist von <name>A. <hi rend="underline">Lapp</hi></name><hi rend="underline"> „Versuch über den Wahrheitsbegriff“ von <name>Rickert</name>, <name>Husserl</name>, und Vaihinger.</hi></p><p>Mein Verleger wird demnächst eine neue Zusammenstellung der bisher erschienenen Urteile veranstalten, worin alle diese Besprechungen aufgezählt werden sollen. Ich werde Ihnen nach Fertigstellung ein Exemplar senden.</p><p>So erfreulich mir dieser Erfolg meines Buches ist, so unerfreulich sind meine Gesundheitsverhältnisse: die Sehkraft nimmt ab, und dafür nehmen Störungen von allerlei andern Organen zu. Aber es geht einstweilen noch erträglich. Im Juli verreise ich voraussichtlich <pb/> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-805"/>an die Ostsee<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-805"/>.</p><p>Mit den besten Wünschen für Ihr Wohlergehen und Ihre wissenschaftlichen Bestrebungen Ihr</p><signed>Vaihinger</signed><postscript><p><abbr>P. S.</abbr> Ihre <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-806"/>Besprechung des Werkes von <name>Reininger</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-806"/><name/> habe ich mit großem Interesse gelesen. Sie ist klar und übersichtlich und enthält einen in sich geschlossenen Gedankengang. Bes<add>[onders]</add> wertvoll ist, daß Sie den Autor selbst ausführlich zu Worte kommen lassen. Die Hauptsache bei einer Rezension ist doch, daß die Leser erfahren, was der rezensierte Autor überhaupt will, das zunächst in erster Linie der Gedankengang des Autors klar und sachlich wiedergegeben wird ohne eigenes Dazwischenreden, was nur störend wirkt. Diese Aufgabe haben Sie trefflich erfüllt, auch Ihr Urteil finde ich richtig, und ganz bes<add>[onders]</add> geglückt ist am Schluß die Zusammenstellung mit <name>Riehl</name> und <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-807"/><name>Cassirer</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-807"/><name/>. Die Rezension bezeichnet, wie mir scheint, einen bedeutsamen Fortschritt Ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit.</p></postscript></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-797"><lem>Grüße</lem><rdg>Grüßen</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-798"><lem>Wollen Sie ihm folgendes sagen:</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-799"><lem>mit ihm sprechen</lem><note>vermutlich auf der Jahresversammlung der Kantgesellschaft am 27.4./28.4.1912 in Halle.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-800"><lem>Ihren Mitteilungen</lem><note>nicht überliefert</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-801"><lem>nach Deutschland zu kommen</lem><note><abbr>vgl.</abbr> die Schreiben Vaihingers an Prager vom Herbst 1912.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-802"><lem>Aufsatz von <name>Hegenwald</name></lem><note>für diese und die folgend genannten Rezensionen von Vaihinger: Die Philosophie des Als Ob (1911) <abbr>vgl.</abbr> die annotierte Bibliographie Hans Vaihinger, Primärtexte 1911, Sekundärtexte 1912.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-803"><lem>Eine … April-Heft.</lem><note> Am Fuß der <abbr>S.</abbr> von Vaihingers <abbr>Hd.</abbr>: </note><rdg>Diese Mitteilungen sind vielleicht auf für Herrn Dr Reininger von Interesse.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-804"><lem>„<hi rend="underline">Wissenschaftlichen Rundschau</hi>“</lem><note>Autor: <name>Friedrich Lipsius</name></note></app><app type="editorial" corresp="#ED-805"><lem>an die Ostsee</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Prager vom 30.6. <abbr>u.</abbr> 17.6.1912</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-806"><lem>Besprechung des Werkes von <name>Reininger</name></lem><note>nicht ermittelt</note></app><app type="philological" corresp="#ED-807"><lem><name>Cassirer</name></lem><rdg>Cassierer</rdg></app></listApp></back></text></TEI>