<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001128-3</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Max Frischeisen-Köhler</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">o. O.</placeName>, <date>o. D. [nach 19.4.1912]</date>, <note>3 S., Ts. mit eU</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 8 s, Nr. 2</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="1128" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001128-3"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118693700">Max Frischeisen-Köhler</persName><placeName>o. O.</placeName><date notBefore="1912-04-19">o. D. [nach 19.4.1912]</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/116996579">Arthur Liebert</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118519522">Ernst Cassirer</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/1014634938">Christian Gustav Johann Deter</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 8 s, Nr. 2</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Max Frischeisen-Köhler</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">o. O.</placeName>, <date>o. D. [nach 19.4.1912]</date>, <note>3 S., Ts. mit eU</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 8 s, Nr. 2</bibl></head></front><body><salute>Hochverehrter Herr Geheimrat!</salute><p>Nehmen Sie meinen verbindlichsten Dank für <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-778"/>Ihre liebenswürdigen Zeilen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-778"/> und für die freundliche Uebersendung Ihres grossen Werkes, das ich in diesen Tagen erhalten habe. Ich freue mich sehr, dass Sie ein so freundliches Interesse an <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-779"/>meinem Buche<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-779"/> gefunden haben und ich glaube, dass bezüglich der Auffassung vom Werte der Empfindungen für die Wissenschaft und auch der Quellen des Realitätsbewusstseins ich mich Ihrem Standpunkte bedeutend nähere. Wieweit die Uebereinstimmung im Einzelnen geht, werde ich aus dem Studium Ihres Werkes baldigst genauer erkennen. Es bedarf keiner Versicherung, dass ich diesem Studium mit grosser Spannung entgegensehe, da schon ein flüchtiger Blick auf die Inhaltsangabe und die ebenfalls interessanten Kritiken einen verlocken<pb/>den Reichtum an Ideen und Auseinandersetzungen erwarten lässt. So ist es selbstverständlich, dass ich Ihren idealistischen Positivismus in der neuen Auflage des <name>Deter</name>schen Grundrisses gebührend würdigen werde. Auch freue ich mich, dass Herr <name>Cassirer</name> in dem philosophischen Jahresbericht Ihr <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-780"/>Werk<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-780"/> ausführlich besprechen wird.</p><p>Gegenwärtig bin ich mit der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-781"/>Ausarbeitung des Vortrages<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-781"/> beschäftigt, den ich jüngst an dem ausserordentlich besuchten <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-782"/>Abend der Kantgesellschaft<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-782"/> hielt, an welchen, wie Herr <abbr>Dr.</abbr> <name>Liebert</name> Ihnen wohl schon mitgeteilt haben wird, eine lebhafte Diskussion sich schloss. Die Idee der Ausgabe des Vortrages in einzelnen Abhandlungen finde ich ausserordentlich glücklich und ich persönlich bin selbstverständlich mit den von Ihnen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-783"/>vorgeschlagenen Leitsätzen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-783"/> einverstanden.</p><p>Indem ich hoffe, <pb/> dass Sie in diesem meinen hoffentlich recht bald herauskommenden Vortrag, der von einer anderen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-784"/>Seite<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-784"/> aus den Grundgedanken meines Buches behandelt, verwandte oder doch wenigstens anzuerkennende Ausführungen erblicken möchten, und in der weiteren Hoffnung, Sie in nicht allzuferner Zeit persönlich begrüssen zu dürfen, spätestens bei der nächsten Generalversammlung in Halle, verbleibe ich mit der ausgezeichnetsten Hochachtung ganz ergebenst</p><signed>M. Frischeisen-Köhler.</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-778"><lem>Ihre liebenswürdigen Zeilen</lem><note>nicht ermittelt; <abbr>vgl.</abbr> Frischeisen-Köhler an Vaihinger vom 19.4.1912.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-779"><lem>meinem Buche</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Frischeisen-Köhler: Wissenschaft und Wirklichkeit. Leipzig/Berlin: Teubner 1912.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-780"><lem>Werk</lem><rdg>werk</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-781"><lem>Ausarbeitung des Vortrages</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Frischeisen-Köhler: Das Realitätsproblem. Berlin: Reuther &amp; Reichard 1912 (Philosophische Vorträge. Veröffentlicht von der Kantgesellschaft. <abbr>Nr.</abbr> 1 und 2). Das Vorwort von September 1912 lautet: </note><rdg>Der folgende Vortrag, den ich auf Aufforderung der „Kant-Gesellschaft“ in deren Berliner Zweiggruppe am 15. Juni hielt, behandelt denselben Gegenstand, dem ich in einem vor kurzem erschienenen Buche […] eine eingehende Untersuchung gewidmet habe. […] Bei der (nachträglichen) Niederschrift des Vortrages kam mir die lebhafte Diskussion, die sich an jenem Kant-Abend an ihn anschloß, zu statten; ich hoffe, durch die vorliegende Ableitung und Formulierung den wesentlichsten der dort hervorgetretenen Einwände und Mißverständnisse zu begegnen. Freilich wurde der Vortrag dadurch so erweitert, daß er den vorgesehenen Umfang, den diese Veröffentlichungen streng innehalten sollen, erheblich überschritt. In der Erwägung aber, daß ursprünglich geplant war, das Thema, um es erschöpfend zu behandeln, auf zwei Vortragsabende zu verteilen, erscheint die Abhandlung nun als Doppelheft.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-782"><lem>Abend der Kantgesellschaft</lem><note><abbr>vgl.</abbr> den Bericht von <name>Arthur Liebert</name>: Der erste Kant-Abend in Berlin. In: Kant-Studien 17 (1912), <abbr>S.</abbr> 323: </note><rdg>Am 15. Juni fand dann der erste Kant-Abend statt. Die Beteiligung war eine ausserordentlich grosse. […] Die geistvollen und eindrucksvollen Ausführungen des Vortragenden, des Herrn Privatdozenten Dr. Max Frischeisen-Koehler von der Universität Berlin, der über „Das Realitätsproblem“ sprach, fanden lebhaften Beifall. Es ist nun der Plan aufgetaucht, die an diesen Kant-Abenden gehaltenen Vorträge drucken zu lassen und sie den Mitgliedern der K.-G. unentgeltlich zuzustellen. Falls dieser Plan die Zustimmung des Verwaltungsausschusses finden sollte, so würde dann der Vortrag von Dr. Frischeisen-Koehler als erster in der Sammlung erscheinen. An den Vortrag schloss sich eine sehr lebhafte Diskussion an. […]</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-783"><lem>vorgeschlagenen Leitsätzen</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Gottfried Meyer vom 22.6.1912 (Abschnitt Dokumente zu Leben und Werk).</note></app><app type="philological" corresp="#ED-784"><lem>Seite</lem><rdg>Siete</rdg></app></listApp></back></text></TEI>