<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001114-2</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Maximilian Harden</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>13.1.1912</date>, <note>3 S., hs. (andere Hd., lateinische Schrift, mit eU), Briefkopf </note><quote type="rdg">GEH. REG.-RAT | </quote><quote type="rdg">PROF. DR. H. VAIHINGER.</quote><quote type="rdg"> | Halle a. S., d. … 19… | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Bundesarchiv Koblenz, Nachlass Harden, N1062-108</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="1114" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001114-2"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Halle (Saale)</placeName><date when="1912-01-13">13.1.1912</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118545892">Maximilian Harden</persName></correspAction><note type="repository">Bundesarchiv Koblenz, Nachlass Harden, N1062-108</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Maximilian Harden</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>13.1.1912</date>, <note>3 S., hs. (andere Hd., lateinische Schrift, mit eU), Briefkopf </note><quote type="rdg">GEH. REG.-RAT | </quote><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-641"/><quote type="rdg">PROF. DR. H. VAIHINGER.</quote><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-641"/><quote type="rdg"> | Halle a. S., d. … 19… | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Bundesarchiv Koblenz, Nachlass Harden, N1062-108</bibl></head></front><body><dateline><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-642"/>13.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-642"/> Januar 1912.</dateline><salute>Hochgeehrter Herr Harden!</salute><p>Da Sie seinerzeit die Güte gehabt haben meinem Buche „die Philosophie des Als Ob“ <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-643"/>Ihr freundliches Interesse<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-643"/> zuzuwenden, so darf ich Ihnen vielleicht den <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-644"/><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-645"/>Separatabdruck<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-644"/> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-646"/>einer<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-646"/> „Erklärung“<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-645"/> übersenden, die sich auf das Buch bezieht. Auch gestatte ich mir bei dieser Gelegenheit eine <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-647"/>Zusammenstellung meines Verlegers über die bisher erschienenen Rezensionen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-647"/> beizulegen.</p><p>Bei dieser Gelegenheit darf ich Ihnen vielleicht noch nachträglich meine Bewunderung aussprechen <pb/> für den vorzüglichen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-648"/>Vortrag, den Sie hier in Halle am <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-649"/>30. Nov<add>[ember]</add><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-649"/> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-650"/>v<add>[origen]</add><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-650"/> J<add>[ahres]</add><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-648"/> gehalten haben. Ich habe mit meiner Frau dem Vortrage in einer der vordersten Reihen beigewohnt und mich davon überzeugt, dass Sie nicht blos einer der eigenartigsten Schriftsteller Deutschlands, sondern auch einer der besten deutschen Redner sind, es ist geradzu staunenswert, wie Sie über 2 Stunden lang die Spannung der Hörer durch Ihren meisterhaften Vortrag bis zum Schluss erregen konnten. Ich habe übrigens schon <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-651"/>Ihren ersten Vortrag hier in Halle vor zwei <abbr>resp.</abbr> drei Jahren<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-651"/> gehört (<anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-652"/>nach den bekannten November Tagen von 1908<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-652"/>) und schon damals Ihre <pb/> Kunst bewundert, die politische Lage durch scharfe Schlaglichter in glänzender Rede zu beleuchten.</p><p>Mit vorzüglicher Hochachtung Ihr ganz ergebener</p><signed>H. Vaihinger</signed></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-642"><lem>13.</lem><note>verbessert aus: </note><rdg>8.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-643"><lem>Ihr freundliches Interesse</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Harden an Vaihinger vom 27.5.1911</note></app><app type="philological" corresp="#ED-644"><lem>Separatabdruck</lem><note>verbessert aus: </note><rdg>Separatd</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-646"><lem>einer</lem><note>Einfügung über der Zeile für gestrichen: </note><rdg>dieser</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-645"><lem>Separatabdruck einer „Erklärung“</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger: Erklärung betr. meine Autorschaft an der „Philosophie des Als Ob“. In: Kant-Studien 16 (1911), <abbr>S.</abbr> 522–523.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-647"><lem>Zusammenstellung … Rezensionen</lem><note> nicht ermittelt; Vaihinger listet einige Rezensionen auf in der Vorrede zu: Die Philosophie des Als Ob. System der theoretischen, praktischen und religiösen Fiktionen der Menschheit auf Grund eines idealistischen Positivismus. Mit einem Anhang über Kant und Nietzsche. 2., durchgesehene <abbr>Aufl.</abbr> Berlin: Reuther &amp; Reichard 1913, <abbr>S.</abbr> I–VII, hier <abbr>S.</abbr> VI–VII; für eine Übersicht über alle ermittelten Rezensionen <abbr>vgl.</abbr> den Kommentar zur Bibliographie.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-649"><lem>30. Nov.</lem><note> Einfügung von Vaihingers <abbr>Hd.</abbr> in freigelassenen Raum in der Zeile</note></app><app type="philological" corresp="#ED-650"><lem>v.</lem><note> verbessert aus: </note><rdg>d[</rdg><note>ieses</note><rdg>]</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-648"><lem>Vortrag … am 30. Nov. v. J.</lem><note> <abbr>vgl.</abbr> Joel, Ernst: Maximilian Harden über die politische Lage. Vortrag in den „Thaliasälen“. Halle a. S., 30. Nov. In: Saale-Zeitung, <abbr>Nr.</abbr> 564 vom 1.12.1911 (Abend-Ausgabe, 2. Beiblatt), <abbr>S.</abbr> 1.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-651"><lem>Ihren ersten … drei Jahren</lem><note> gehalten am 18.2.1909, <abbr>vgl.</abbr> den Bericht P. [Kürzel nicht aufgelöst]: Maximilian Harden über die politische Lage. Vortrag im großen Saale der „Kaisersäle“. In: Saale-Zeitung, <abbr>Nr.</abbr> 84 vom 19. Februar 1909 (Abend-Ausgabe, 1. Beiblatt), <abbr>S.</abbr> 1–2.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-652"><lem>nach den bekannten November Tagen von 1908</lem><note>meint die sogenannte Daily-Telegraph-Affäre, die </note><rdg>zweifellos zu den bemerkenswertesten innenpolitischen Ereignissen des wilhelminischen Deutschland [</rdg><note>gehört</note><rdg>], weil in jenen Tagen zum erstenmal die halbautokratische Regierungsweise Kaiser Wilhelms II. einer schonungslosen öffentlichen Kritik unterzogen wurde und der Thron des Hohenzollernkaisers für alle sichtbar vorübergehend ins Wanken geriet. Aber auch die Reichskanzlerschaft des Fürsten Bernhard von Bülow schien in den ersten Novembertagen zur Disposition zu stehen, weil massive Zweifel an seiner politischen Führungskraft aufkamen und der rapide Autoritätsverfall des einst prestigeträchtigen Auswärtigen Amts sowie die kontinuierlichen Misserfolge in der Außenpolitik [</rdg><note>…</note><rdg>] mit seinem Namen verbunden wurden.</rdg><note> (Winzen, Peter: Das Kaiserreich am Abgrund. Die Daily-Telegraph-Affäre und das Hale-Interview von 1908. Darstellung und Dokumentation (= Historische Mitteilungen Im Auftrage der Ranke-Gesellschaft, Beiheft 43). Stuttgart: Steiner 2002, <abbr>S.</abbr> 7; <abbr>vgl.</abbr> auch Bösch, Frank: Öffentliche Geheimnisse. Skandale, Politik und Medien in Deutschland und Großbritannien 1880–1914 (= Veröffentlichungen des Deutschen Historischen Insituts London <abbr>Bd.</abbr> 65). München: R. Oldenbourg 2009, <abbr>S.</abbr> 139 <abbr>u.</abbr> 406–417). Harden hatte im gemeinten Vortrag auf die Affäre Bezug genommen: </note><rdg>Als nun die Situation für uns sich leidlich gestaltete, warf man die Bombe mit unverdünntem Dynamit über den Kanal. Das war kein Zeitungsartikel, das war gesprochen, gelesen, gebilligt und das Originalmanuskript liegt in London. Da kam der Sturm und das Bewußtsein, daß der Kaiser zwanzig Jahre lang den verhängnisvollen Irrtum gehabt hat, er könne der politische Geschäftsführer des Deutschen Reiches sein.</rdg><note> (P. [Kürzel nicht aufgelöst]: Maximilian Harden über die politische Lage. Vortrag im großen Saale der „Kaisersäle“. In: Saale-Zeitung, <abbr>Nr.</abbr> 84 vom 19. Februar 1909 (Abend-Ausgabe, 1. Beiblatt), <abbr>S.</abbr> 1–2, hier <abbr>S.</abbr> 2).</note></app></listApp></back></text></TEI>