<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001112-0</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Hans Prager</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>26.12.1911</date>, <note>4 S., hs., Briefkopf </note><quote type="rdg">GEH. REG.-RAT | PROF. DR. H. VAIHINGER. | Halle a. S., d. … 19 | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-131797</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="1112" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001112-0"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Halle (Saale)</placeName><date when="1911-12-26">26.12.1911</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/116280042">Hans Prager</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/116280042">Hans Prager</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116797908">Oskar Ewald</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118599461">Robert Reininger</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/124362214">Rudolf Eisler</name></note><note type="repository">Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-131797</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Hans Prager</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>26.12.1911</date>, <note>4 S., hs., Briefkopf </note><quote type="rdg">GEH. REG.-RAT | PROF. DR. H. VAIHINGER. | Halle a. S., d. … 19 | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-131797</bibl></head></front><body><dateline>26.XII.1911</dateline><salute>Sehr geehrter Herr!</salute><p>Verbindlichsten Dank für den freundlichen Hinweis auf die Zeitschr<add>[ift]</add> f<add>[ür]</add> Philos<add>[ophie]</add>. Der Artikel wäre mir ohne Ihren Hinweis nicht so bald bekannt geworden. Natürlich habe ich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-619"/>Ihre Ausführungen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-619"/> mit größtem Interesse gelesen: ist diese Besprechung auch nicht so concentrirt, ich möchte sagen, nicht so ausgeglichen geschrieben, wie die in der Frankf<add>[urter]</add> Zeitung, so bietet sie dafür mehr sachliche Belehrung, indem Sie wesentliche und wichtige Einwände machen. <pb/></p><p>Dabei nimmt freilich der Nachweis, daß das Seelenleben nicht teleologisch betrachtet werden dürfe, wenn man, wie ich es tue, die Teleologie überhaupt für fictiv erklärt, im Zusammenhang der ganzen Besprechung einen etwas verhältnismäßig großen Raum ein, während der Leser über den Inhalt des Buches vielleicht zu wenig unterrichtet wird.</p><p>Aber <hi rend="underline">sachlich</hi> haben Sie ganz recht, jenen schwierigen Punkt herauszuheben, in welchem tatsächlich eine Schwäche des Ganzen zu liegen scheint – ich glaube, ich könnte mich aber rechtfertigen und würde es auch thun, wenn mein Befinden nicht so elend wäre: die Augen und Nerven versagen immer mehr ihren Dienst.</p><p>Haben Sie daher nochmals <pb/> den herzlichsten Dank für Alles Freundliche, was Sie über das Buch gesagt haben, und für alles Lob, das Sie, trotz wesentlicher Differenzen ihm geschenkt haben.</p><p>Die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-620"/>Recension von <hi rend="underline"><name>Ewald</name></hi><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-620"/><hi rend="underline"><name/></hi> in der „Wiener Zeitung“ haben Sie ja wol gelesen: diese kommt meinem Standpunkt sehr entgegen und verrät die Hand eines Meisters im Denken und im Stil. –</p><p>Was mag <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-621"/><hi rend="underline"><name>Eisler</name>’s</hi> Recension<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-621"/> machen? Demnächst sende ich eine Zusammenstellung, welche von dem Verleger gemacht wird, von allen bisher erschienenen Urteilen, an Sie und auch an <name>Eisler</name>: vielleicht trägt das dazu bei, daß dann die Neue freie Presse endlich <pb/> seine Besprechung abdruckt.</p><p>Was mag wohl <hi rend="underline"><name>Reininger</name></hi> machen? Er wollte <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-622"/>einen Vortrag<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-622"/> über mein Buch halten in der Wiener Philos<add>[ophischen]</add> Gesellschaft. Hoffentlich hat er diesen Plan nicht aufgegeben, denn gerade auf einen solchen Vortrag würde ich <hi rend="underline">sehr großen Werth</hi> legen, was Sie ihm auch gelegentlich sagen können.</p><p>Mit besten Wünschen zum Neuen Jahr Ihr</p><signed>H. Vaihinger</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-619"><lem>Ihre Ausführungen</lem><note>die Rede ist von <name>Prager</name>s Rezensionen über Vaihinger: Die Philosophie des Als Ob, <abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Prager vom 15.4.1911.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-620"><lem>Recension von <hi rend="underline"><name>Ewald</name></hi></lem><note>in: Wiener Zeitung, Nr. 275 vom 1.12.1911, S. 12–13.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-621"><lem><hi rend="underline"><name>Eisler</name>’s</hi> Recension</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Prager vom 14.2.1912</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-622"><lem>einen Vortrag</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Prager vom 6.7.1911 (1)</note></app></listApp></back></text></TEI>