<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001102-4</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Hans Prager</persName>, <placeName type="sent">Büsum</placeName>, <date>23.8.1911</date>, <note>4 S., hs., Briefkopf </note><quote type="rdg">GEH. REG.-RAT | PROF. DR. H. VAIHINGER. | Halle a. S., d. … 19 | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-131790</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="1102" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001102-4"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Büsum</placeName><date when="1911-08-23">23.8.1911</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/116280042">Hans Prager</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118547445">Friedrich Hebbel</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/1055179747">Hans Dreyer</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117105082">Karl Jentsch</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118586548">Paul Natorp</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116797908">Oskar Ewald</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117098086">Richard Oehler</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118599461">Robert Reininger</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117116149">Wilhelm Jerusalem</name></note><note type="repository">Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-131790</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Hans Prager</persName>, <placeName type="sent">Büsum</placeName>, <date>23.8.1911</date>, <note>4 S., hs., Briefkopf </note><quote type="rdg">GEH. REG.-RAT | PROF. DR. H. VAIHINGER. | Halle a. S., d. … 19 | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-131790</bibl></head></front><body><dateline><abbr>z. Z.</abbr> Nordseebad Büsum (Holstein)</dateline><dateline>Johannsen Allee 16</dateline><dateline>23.8.1911</dateline><salute>Sehr geehrter Herr!</salute><p>Dieser Brief kommt aus dem Nordseebad Büsum eine Stunde von Wesselburen, der Heimat <name>Hebbel</name>s, der in Wien eine zweite Heimat gefunden hat. So finden Männer und Ideen, fern von ihrer Heimat und ihrem Ursprungsort in einem fremden Milieu oft bessere und raschere Aufnahme.</p><p>Fast ist es auch so mit meinen eigenen Ideen, welche in dem weltfrohen Wien eine so sympathische Aufnahme finden. Außer Ihnen hat bes<add>[onders]</add> <abbr>Prof.</abbr> <name>Jerusalem</name> dem Buch seine besondere Sympathie zugewendet. Er schreibt mir aus Seis am Schlern, daß er <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-500"/>den Aufsatz<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-500"/> für die <pb/> „Zukunft“ demnächst absenden werde. Übrigens habe ich für die „Zukunft“ auch <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-501"/>eine Selbstanzeige<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-501"/> geschrieben, weiß allerdings nicht, ob sie schon erschienen ist darin.</p><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-502"/>Die „Zeit“<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-502"/> jedoch hat sich sehr sonderbar benommen. Erst verlangte sie <hi rend="underline">von selbst</hi> ein Recensionsexemplar. Nachdem Sie so freundlicherweise auf der Redaktion für mich gewesen waren, wandte ich mich an <name>Jentsch</name> in Neiße nach Ihrem Rat. Dieser bringt dem Buch auf Grund des Prospects großes Interesse entgegen und schreibt in diesem Sinne an die „Zeit“. Darauf erhält er den <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-503"/>inliegenden<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-503"/> ablehnenden Bescheid!!</p><p>Ob man nun doch noch die Redaktion der „Zeit“ aufklärt über die Bedeutung des Buches? Vielleicht wartet man damit, bis <pb/> die bedeutenderen Tageszeitungen sich geäußert haben.</p><p>Jüngst brachte die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-504"/>„<hi rend="underline">Kölnische Zeitung</hi>“<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-504"/> auch einen kurzen Aufsatz: „Die Als-Ob-Betrachtung, ein neuer Ausweg“ von einem <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-505"/>Schüler von mir<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-505"/>, D<hi rend="superscript">r</hi> <name>R. Oehler</name>, aber ohne tieferes Verständniß.</p><p>Sehr großen Wert würde ich auf einen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-506"/>Aufsatz in der<hi rend="underline"> Oesterr<add>[eichischen]</add> Rundschau</hi><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-506"/> legen. Wer möchte ihn schreiben? Vielleicht <name>Reininger</name>? Vielleicht <name>Ewald</name>? So lange noch die Sommerferien dauern, ist ja wenig zu machen. Vielleicht behalten Sie die Frage im Auge, bis die Herren aus den Ferien nach Wien zurückkehren; dann lässt sich vielleicht eher ein energischer Vorstoß machen.</p><p>Die Rücksendung des Briefes der „Zeit“ ist darum auch nicht auch jetzt nicht nötig. <pb/></p><p>Mit großem Interesse habe ich Ihre <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-507"/>Besprechung des <name>Natorp</name>schen Buches<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-507"/> gelesen, welche dem warmherzigen Büchlein und seinem edlen Autor <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-508"/>ein so<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-508"/> warmherziges Willkommen entgegenruft. <name>Natorp</name> ist ein edler Idealist, auch im Leben; ich kenne ihn schon seit 30 Jahren. Sie sollten einmal eine <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-509"/>Studienreise in Deutschland<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-509"/> machen und uns Alle besuchen, vielleicht macht sich das zum nächsten <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-510"/><name>Kant</name>tag<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-510"/> in Halle (April 1912). <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-511"/><name>Dreyer</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-511"/><name/> ist jetzt auch in Deutschland, und kommt heute durch Halle durch, leider kann ich ihn nun doch nicht begrüßen.</p><p>Mit besten Wünschen und Grüßen Ihr ergebener</p><signed>H. Vaihinger.</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-500"><lem>den Aufsatz</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Prager vom 6.7.1911 (1)</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-501"><lem>eine Selbstanzeige</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger: Die Philosophie des Als Ob […]. In: Die Zukunft (Maximilian Harden) 76 (1911), Heft vom 30.9.1911, S. 455–458.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-502"><lem>Die „Zeit“</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Prager vom 6.7.1911 (1)</note></app><app type="philological" corresp="#ED-503"><lem>inliegenden</lem><note>liegt nicht bei</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-504"><lem>„<hi rend="underline">Kölnische Zeitung</hi>“</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Richard Oehler in: Kölnische Zeitung, <abbr>Nr.</abbr> 887 vom 11.8.1911, Erste Morgen-Ausgabe, [<abbr>S.</abbr> 3] (<ref type="link">https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/8578913</ref> (16.9.2024)), zitiert in den Prospekten zu Die Philosophie des Als Ob, <abbr>z. B.</abbr> in: Annalen der Philosophie. Mit besonderer Rücksicht auf die Probleme der Als-Ob-Betrachtung 1 (1919) <abbr>u.</abbr> 2 (1921); nicht allen Bibliotheksexemplaren der Zeitschrift beigebunden.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-505"><lem>Schüler von mir</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Richard Frank Krummel: Nietzsche und der deutsche Geist <abbr>Bd.</abbr> II. Ausbreitung und Wirkung des Nietzscheschen Werkes im deutschen Sprachraum vom Todesjahr bis zum Ende des Weltkrieges. Ein Schrifttumsverzeichnis der Jahre 1901–1918. Berlin/New York: de Gruyter 1983 (Monographien und Texte zur Nietzsche-Forschung <abbr>Bd.</abbr> 9), <abbr>S.</abbr> 109: </note><rdg>Oehler, Richard, Nietzsches Verhältnis zur vorsokratischen Philosophie. Halle 1903. […] (= Diss. d. Univ. Halle-Wittenberg). […] Zum Schluß des beigegebenen Lebenslaufs heißt es, daß „die Anregung zur vorstehenden Arbeit“ dem Herrn Professor Vaihinger, der „mit seinem Rate“ auch die Ausführung unterstützt habe, zu verdanken sei; Oehler, Richard (Heckholzhausen 27.2.1878–Wiesbaden 13.11.1948), Neffe Nietzsches.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-506"><lem>Aufsatz in der <hi rend="underline">Oesterr. Rundschau</hi></lem><note> <abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Prager vom 7.1.1913 sowie Hans Kleinpeter: Alte und neue Philosophie. In: Österreichische Rundschau, <abbr>Bd.</abbr> 34 von Januar–März 1913, <abbr>S.</abbr> 33–40.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-507"><lem>Besprechung des <name>Natorp</name>schen Buches</lem><note>nicht ermittelt</note></app><app type="philological" corresp="#ED-508"><lem>ein so</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-509"><lem>Studienreise in Deutschland</lem><note><abbr>vgl.</abbr> die Schreiben Vaihingers an Prager vom Herbst 1912.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-510"><lem><name>Kant</name>tag</lem><note>gemeint ist die jährliche Generalversammlung der Kantgesellschaft.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-511"><lem><name>Dreyer</name></lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Prager vom 16.12.1910</note></app></listApp></back></text></TEI>