<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001087-7</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Hans Prager</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>19.6.1911</date>, <note>5 S., hs. (andere Hd., mit eU und vereinzelten eigenhändigen Korrekturen), Briefkopf </note><quote type="rdg">PROF. DR. H. VAIHINGER. | Halle a. S., d. … 19 | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-131784</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="1087" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001087-7"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Halle (Saale)</placeName><date when="1911-06-19">19.6.1911</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/116280042">Hans Prager</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118509578">Henri Bergson</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/119007886">Felice Tocco</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116280042">Hans Prager</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118595407">Henri Poincaré</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118580213">Alexius Meinong</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118587943">Friedrich Nietzsche</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11736701X">Hermann Schwarz</name></note><note type="repository">Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-131784</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Hans Prager</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>19.6.1911</date>, <note>5 S., hs. (andere Hd., mit eU und vereinzelten eigenhändigen Korrekturen), Briefkopf </note><quote type="rdg">PROF. DR. H. VAIHINGER. | Halle a. S., d. … 19 | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-131784</bibl></head></front><body><dateline>19.6 1911.</dateline><salute>Sehr geehrter Herr!</salute><p>Mit bestem Dank bestätige ich den Empfang des Werkes von <name>Tocco</name>; ich faßte die Zusendung desselben zuerst auf als eine Bestätigung dafür, daß <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-380"/>Ihr Bericht<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-380"/> fertig sei. Aus <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-381"/>Ihrem heutigen Brief<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-381"/> ersehe ich zu meinem größten Bedauern, daß Sie die Besprechung nicht abgefaßt haben; aber ich kann die Gründe, welche Sie dafür anführen, vollständig würdigen, und wir werden nun sehen, eine Besprechung von anderer Seite zu erhalten. Haben Sie jedenfalls besten Dank für die freundliche Bereitwilligkeit, die Sie gezeigt haben.</p><p>Die Nachricht, daß Sie <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-382"/>Ihre Besprechung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-382"/> an die „Frankfurter Zeitung“ abgesendet haben, erfüllt mich mit großer Genugtuung; daß Sie <pb/> den vorgeschriebenen Raum eingehalten haben, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-383"/>erfordert<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-383"/> sicher eine große Selbstbeschränkung, aber man muß hier eben mit dem zufrieden sein, was immer gestattet wird.</p><p>Mit Vergnügen entnehme ich aus Ihrem Briefe, daß Sie selbst das Bedürfnis haben, die große Arbeit, welche Sie auf die Durchsicht des Werkes verwendet haben, nun auch in einer wissenschaftlich fruchtbareren Weise zu verwerten für eine größere Besprechung; doch gebrauchen Sie die Wendung daß Sie das erst tun werden, „wenn Sie wieder Zeit haben“.</p><p>Nun habe ich aber jetzt gerade eine Anfrage von der „Zeitschrift für Philosophie“ (<abbr>Prof.</abbr> <name>Schwarz</name>) erhalten wegen einer Rezension meines Buches in diesem Organ; ich habe es nun in der Hand, Sie als Rezensenten zu wünschen und zu empfehlen und glaube auch, daß <abbr>Prof.</abbr> <name>Schwarz</name> hierauf eingehen wird, da ich <pb/> ihn sehr gut kenne; aber ich kann das nur tun, wenn Sie diese Besprechung nicht allzulange hinausschieben. Da Sie nun jetzt einmal in der Sache drinstecken, würde es am besten sein, wenn Sie nicht allzulange damit zögern, obgleich es andererseits auch sehr viel Gutes für Sie hat, wenn Sie eine Zeit darüber verstreichen lassen, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-384"/>dem<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-384"/> Werk objektiv gegenüberzustehen und seine Bedeutung für die philosophischen Fragen der Gegenwart erwägen zu können. Sie würden dabei natürlich, wie ich ja wohl geschrieben habe, die Einleitung, welche Ihr mir zugesendetes Manuskript hatte, fallen lassen und an ihrer Stelle vielmehr eine Einleitung schreiben, in welcher Sie eine kurze Skizze der philosophischen Problemlage der Gegenwart geben unter besonderem Hinweis auf die Erörterungen des Pragmatismus auf <name>Bergson</name>, <name>Poincaré</name>, <name>Nietzsche</name>, <pb/> <name>Meinong</name> <abbr>usw.</abbr> und dann würden Sie zeigen, daß mein Buch im Stande sein kann, in diese Probleme klärend oder wenigstens fördernd einzuwirken. Natürlich ist das <hi rend="underline">nur ein Vorschlag</hi>, und Sie selbst müssen aus eigenen Erwägungen heraus dasjenige finden, was für Sie richtig ist; nur daran möchte ich festhalten, daß die frühere Einleitung gänzlich wegfällt, da sie nicht notwendig zur Sache gehört; Sie können die Gedanken derselben <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-385"/>bei<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-385"/> anderer Gelegenheit verwerthen.</p><p>Es ist mir lieb, wenn <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-386"/>Sie mir umgehend Nachricht geben, damit ich sofort nach Greifswald Antwort<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-386"/> schicken kann; auf diese Weise würde Ihnen dann der Weg geebnet sein, sodaß eine Aufnahme der Arbeit mit Sicherheit zu erwarten wäre. Nach einer früheren Briefstelle von Ihnen, deren ich mich entsinne, die ich aber nicht mehr finden kann, muß ich annehmen, <pb/> daß Sie schon Ihrerseits wegen der Rezension <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-387"/>früher<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-387"/> einmal an <name>Schwarz</name> geschrieben haben; bitte, teilen Sie mir mit, ob das der Fall ist, damit ich mich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-388"/>eventuell<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-388"/> darauf berufen kann.</p><p>Noch danke ich bestens für den Hinweis auf <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-389"/>Ihre Rezension<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-389"/> über das Buch über <name>Bergson</name> in der „Zeitschrift für Philosophie“; es ist mir lieb, daß Sie mich ausdrücklich darauf aufmerksam machen, da ich ja, meiner schlechten Augen halber, es jedenfalls übersehen hätte. Sobald ich das Heft in meine Hände bekomme, werde ich Ihnen Mitteilung machen.</p><p>Mit besten Wünschen und Grüßen Ihr ergebener</p><signed>H. Vaihinger</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-380"><lem>Ihr Bericht</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Prager vom 16.12.1910</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-381"><lem>Ihrem heutigen Brief</lem><note>nicht überliefert</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-382"><lem>Ihre Besprechung</lem><note>über Vaihinger: Die Philosophie des Als Ob; von <name>Prager</name> auch in Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik besprochen, <abbr>vgl.</abbr> die vorangegangenen Schreiben an Prager.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-383"><lem>erfordert</lem><rdg>erfördert</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-384"><lem>dem</lem><rdg>den</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-385"><lem>bei</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-386"><lem>Sie mir … Antwort</lem><note> <abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Prager vom 23.6.1911</note></app><app type="philological" corresp="#ED-387"><lem>früher</lem><note>Einfügung über der Zeile von Vaihingers <abbr>Hd.</abbr></note></app><app type="philological" corresp="#ED-388"><lem>eventuell</lem><rdg>evtl.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-389"><lem>Ihre Rezension</lem><note><abbr>vgl.</abbr> die Rezension von <name>Prager</name> über: Steenbergen, Albert: Henri Bergsons Intuitive Philosophie [1909]. In: Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik 142 (1911), <abbr>S.</abbr> 80–86.</note></app></listApp></back></text></TEI>