<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001068-1</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Albert Görland</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Hamburg</placeName>, <date>16.5.1911</date>, <note>3 S., hs., quadriertes Papier, Briefkopf </note><quote type="rdg">Dr. A. Görland | Hamburg 5, den … | Kreuzweg 12</quote>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 1 i</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="1068" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001068-1"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118540173">Albert Görland</persName><placeName>Hamburg</placeName><date when="1911-05-16">16.5.1911</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118540173">Albert Görland</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118519522">Ernst Cassirer</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118521411">Hermann Cohen</name><name>Renée Descartes</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118571249">Gottfried Wilhelm Leibniz</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117003646">Otto Liebmann</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118586548">Paul Natorp</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118594893">Plato</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116175362">Walter Kinkel</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 1 i</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Albert Görland</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Hamburg</placeName>, <date>16.5.1911</date>, <note>3 S., hs., quadriertes Papier, Briefkopf </note><quote type="rdg">Dr. A. Görland | Hamburg 5, den … | Kreuzweg 12</quote>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 1 i</bibl></head></front><body><anchor type="delimiter"/><dateline><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-202"/>16. Mai 11<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-202"/></dateline><salute>Hochverehrter Herr Professor!</salute><p>Ich hörte von <abbr>Prof.</abbr> <name>Natorp</name>, daß Sie die Absicht haben, in den K<add>[ant-]</add> St<add>[udien]</add> einen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-203"/>Festartikel zu <name>Cohen</name>s 70. Geburtstag<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-203"/> zu bringen. Nach Ihrem Vorangange mit <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-204"/><name>Liebmann</name>s Festschrift<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-204"/> habe ich von vornherein geglaubt, etwas Ähnliches aus Anlaß von <name>Cohen</name>s Jubeltag erwarten zu dürfen und freue mich mit herzlichem Dank gegen Sie, mich nicht getäuscht zu haben. Sie werden mir als <name>Cohen</name>s Schüler vielleicht gestatten, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-205"/>daß<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-205"/> ich aus erklärlichem Interesse Ihnen einige Wünsche bezüglich dieses Festaufsatzes <pb/> auszusprechen wage.</p><p>Wir gedenken <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-206"/><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-207"/>einen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-206"/> Festband<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-207"/> unserer „Philosoph<add>[ischen]</add> Schriften“ mit Arbeiten aus der Marburger Schule herauszugeben, die sich prinzipiell nicht mit <hi rend="underline"><name>Cohens</name></hi> Lebenswerk beschäftigen, sondern das eigene Weiterschreiben des Einzelnen bezeugen werden; also nicht Arbeiten <hi rend="underline">über</hi> <name>Cohen</name>, sondern <hi rend="underline">an</hi> <name>Cohen</name>. Demgegenüber liegt es im Wesen der K<add>[ant-]</add> St<add>[udien]</add>, <name>Cohen</name> gerade unter den Blick des Historikers zu stellen. Damit ist also jede Collision zwischen unserem Festband und den K<add>[ant-]</add> St<add>[udien]</add> ausgeschlossen; ja, ich habe vielmehr von Anfang an an beide gedacht, als an zwei sich durchaus ergänzende Publikationen.</p><p>Dieser Rückblick auf <name>Cohen</name>s Lebenswerk, soweit er bis jetzt vorliegt, gliedert sich in meinem Bewußtsein in drei Richtungen: Es ist zu denken an <name>Cohen</name>s Arbeit 1) für die Geschichte der Philosophie (<name>Plato</name>-, <name>Descartes</name>-<name>Leibniz</name>-, <name>Kant</name>-Interpretation)</p><p>2) für die Logik</p><p>3) für die Ethik und Religionsphilosophie.</p><p>Diesen 3 Richtungen muß der Festartikel <pb/> Genüge thun. Da scheint es mir angemessen, daß der Festartikel, der Gliederung des Stoffes entsprechend, von Dreien geschrieben werde, wie sehr dem äußeren Eindruck nach auch der Artikel als Einheit auftreten mag.</p><p>Ich möchte Ihnen als diese Drei <name>Natorp</name>, <name>Cassirer</name> und mich vorschlagen, die Reihenfolge <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-208"/>entsprechend der unten stehenden<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-208"/>. Dieser Vorschlag ist für mich unverbindlich da ich <name>Natorp</name>’s Einwilligung nicht habe; <name>Cassirer</name> glaube ich versprechen zu können. Was mich betrifft, so würde ich endlich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-209"/>ein Versprechen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-209"/>, das ich Ihnen schon vor Jahren gab, nun wenigstens <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-210"/>zum<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-210"/> Teil einlösen.</p><p>Wollen Sie mir bitte gütigst Ihre Meinung darüber aussprechen.</p><p>In vorzüglicher Hochachtung Ihr sehr ergebener</p><signed>A Görland.</signed></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-202"><lem>16. Mai 11</lem><note>über das Datum hinweg von anderer <abbr>Hd.</abbr> mit Bleistift: </note><rdg>6)</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-203"><lem>Festartikel zu <name>Cohen</name>s 70. Geburtstag</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Natorp vom 23.7.1911 sowie das 3. Heft der Zeitschrift Kant-Studien 17 (1912), mit Einzelbeiträgen von <name>Paul Natorp</name> (Kant und die Marburger Schule), <name>Albert Görland</name> (Hermann Cohens systematische Arbeit im Dienste des kritischen Idealismus), <name>Ernst Cassirer</name> (Hermann Cohen und die Erneuerung der Kantischen Philosophie) und <name>Walter Kinkel</name> (Das Urteil des Ursprungs). Nicht separat als Festschrift <abbr>o. ä.</abbr> erschienen.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-204"><lem><name>Liebmann</name>s Festschrift</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger <abbr>u.</abbr> Bruno Bauch (<abbr>Hg.</abbr>): Zum 70. Geburtstag Otto Liebmanns. Festschrift der „Kantstudien“. Mit Beiträgen von Erich Adickes, Bruno Bauch, Hans Driesch, Hugo Falkenheim, Richard Hönigswald, Walter Kinkel, Fritz Medicus, Oswald Weidenbach, Wilhelm Windelband. Mit einem Portrait Liebmanns von S. von Sallwürk. Berlin: Reuther &amp; Reichard 1910 (= Kant-Studien 15 (1910), Heft 1).</note></app><app type="philological" corresp="#ED-205"><lem>daß</lem><note>Einfügung über der Zeile für gestrichen: </note><rdg>wenn</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-206"><lem>einen</lem><rdg>eine</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-207"><lem>einen Festband</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Natorp vom 23.7.1911 sowie die schließlich erschienene Festschrift der Schüler: Philosophische Abhandlungen. Hermann Cohen zum 70sten Geburtstag (4. Juli 1912) dargebracht. Berlin: Paul Cassirer 1912. – Die Reihe Philosophische Arbeiten wurde von <name>Cohen</name> und <name>Natorp</name> bei dem Gießener Verlag Töpelmann herausgegeben. Die Festschrift für <name>Cohen</name> erschien nicht in dieser Reihe.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-208"><lem>entsprechend der unten stehenden</lem><note>so wörtlich. Eine weitere Aufzählung ist nicht vorhanden.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-209"><lem>ein Versprechen</lem><note><abbr>vgl.</abbr> <abbr>z. B.</abbr> Vaihinger an Paul Natorp vom 25.6.1902.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-210"><lem>zum</lem><rdg>zu</rdg></app></listApp></back></text></TEI>