<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001057-9</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Ernst Mach</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>Frühjahr 1911</date><date/><date/>, <note>3 S., hs. (andere Hd., mit eU), Briefkopf </note><quote type="rdg">PROF. DR. H. VAIHINGER. Halle a. S., d. … 19 | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Deutsches Historisches Museum München, Nachlass Ernst Mach, </bibl><ref type="link">https://digital.deutsches-museum.de/item/NL-174-3119/</ref></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="1057" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001057-9"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Halle (Saale)</placeName><date when="1911">Frühjahr 1911</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118575767">Ernst Mach</persName></correspAction><note type="repository">Deutsches Historisches Museum München, Nachlass Ernst Mach,</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-120"/><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Ernst Mach</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-121"/><date>Frühjahr 1911</date><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-120"/><date/><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-121"/><date/>, <note>3 S., hs. 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Umsomehr bemerkenswerter ist es vielleicht, daß die in dem Werke enthaltenen Gedanken sich so nahe berühren mit den Ihrigen; es darf darin eine Gewähr dafür gefunden werden, daß diese Gedanken brauchbar und haltbar sind. In dem Vorwort des Verfassers allerdings könnte <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-125"/>noch<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-125"/> hingewiesen werden auf diese nahe Verwandtschaft; freilich schlägt das Werk auch andererseits Wege ein, auf <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-126"/>denen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-126"/> Sie wohl schwerlich folgen wollen, und auch sonst im Einzelnen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-127"/>dürfte<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-127"/> sicher sehr Vieles sein, was nicht auf Ihr freundliches Einverständnis rechnen darf. Hätte das Werk freilich das Glück gehabt, schon <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-128"/>Ihre<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-128"/> Publikationen benutzen zu können, die damals <pb/> noch nicht erschienen waren, dann hätte es sicher an Wert und Bedeutung viel gewonnen, aber <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-129"/>dieser sicherer Führer<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-129"/> fehlte dem Werk und seinem Verfasser in den Jahren, als es entstand 1875–78, als das Werk eines 23–26jährigen jungen Mannes.</p><p>Es würde mich außerordentlich freuen, wenn das Werk trotzdem Ihren Beifall finden würde, und so wage ich es Ihnen zu übersenden mit der Bitte, es freundlich aufzunehmen und zu prüfen.</p><p>In aufrichtiger Verehrung Ihr ganz ergebenster</p><signed><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-130"/>H. Vaihinger</signed><postscript><p>Das Buch ist gestern <hi rend="underline">als Packet</hi> an Ihre Adresse abgegangen.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-130"/></p></postscript></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-122"><lem>1911.</lem><note>das Datum ist bis auf die Jahresangabe radiert; am Kopf der <abbr>S.</abbr> radierte Bleistiftaufschrift von anderer <abbr>Hd.</abbr>: </note><rdg>Mach</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-123"><lem>ein Werk</lem><note>meint Vaihinger: Die Philosophie des Als Ob. System der theoretischen, praktischen und religiösen Fiktionen der Menschheit auf Grund eines idealistischen Positivismus. Mit einem Anhang über Kant und Nietzsche. Berlin: Reuther &amp; Reichard 1911.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-124"><lem>nahe berühren</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Mach vom 11.9.1884</note></app><app type="philological" corresp="#ED-125"><lem>noch</lem><note>danach mit Bleistift gestrichen: </note><rdg>darauf</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-126"><lem>denen</lem><rdg>den</rdg><note>, Endung mit Bleistift hinzugefügt</note></app><app type="philological" corresp="#ED-127"><lem>dürfte</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="philological" corresp="#ED-128"><lem>Ihre</lem><note>von Vaihingers <abbr>Hd.</abbr> über </note><rdg>diese</rdg><note> geschrieben</note></app><app type="philological" corresp="#ED-129"><lem>dieser sicherer Führer</lem><note>so wörtlich</note></app><app type="philological" corresp="#ED-130"><lem>H. … abgegangen.</lem><note> eigenhändig; so wörtlich</note></app></listApp></back></text></TEI>