<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001034-8</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Rudolf Eucken</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Jena</placeName>, <date>25.11.1910</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 7 p, Nr. 12</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="1034" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001034-8"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118682555">Rudolf Eucken</persName><placeName>Jena</placeName><date when="1910-11-25">25.11.1910</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/11691405X">August Messer</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116917725">Carl Güttler</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118547739">Georg Wilhelm Friedrich Hegel</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11854943X">Johann Friedrich Herbart</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117003646">Otto Liebmann</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118627724">Johannes Volkelt</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11633892X">Wilhelm Koppelmann</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 7 p, Nr. 12</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Rudolf Eucken</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Jena</placeName>, <date>25.11.1910</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 7 p, Nr. 12</bibl></head></front><body><dateline>Jena 25/11 10.</dateline><salute>Hochgeehrter Herr College!</salute><p>Herzlichen Dank für den <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1716"/>freundlichen Brief<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1716"/> und die liebenswürdige Aufforderung! Die Sache würde mich an sich sehr reizen, als schlechthin unüberwindliches Hemmnis steht die unermeßliche Geschäftslast entgegen, an der ich jetzt und, wie ich fürchte, dauernd leide. Diesen Winter aber ist es zunächst <name>Liebmann</name>s Erkrankung, die mir doppelte Arbeit des Examinierens auferlegt, dann muß ich von drei Büchern rasch neue Auflagen herstellen, <pb/> ferner geben die rasch wachsenden Übersetzungen meiner Bücher in die verschiedensten Sprachen mir viel zu tun, endlich habe ich eine Riesenkorrespondenz, kurz ich weiß oft nicht, wie ich durchkommen soll. So kann ich Sie wie Herrn <abbr>Prof.</abbr> <name>Güttler</name> nur bitten mich freundlich entschuldigen zu wollen, ich kann wirklich beim besten Willen nicht.</p><p>Was nun andere Gelehrte anbelangt, so haben Sie gewiß <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1717"/>an <name>Volkelt</name> schon gedacht<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1717"/>, auch an <name>Messer</name> könnte man etwa denken, von jüngeren, aber gut geschulten <name>Kant</name><pb/>kennern wäre etwa auch <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1718"/><name>Koppelmann</name> in Münster<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1718"/> beachtenswert.</p><p>Unsere philos<add>[ophische]</add> Gesellschaft ist nicht eigentlich offiziell (ich selbst liebe nicht die offiziellen philos<add>[ophischen]</add> Seminare), aber doch mehr als eine vorübergehende Vereinigung. Sie hat ein Zimmer im Universitätsgebäude angewiesen erhalten, sammelt dort eine Bibliothek und hat ein sehr reges wissenschaftliches Leben. Es werden Vorkehrungen getroffen werden, daß falls die Gesellschaft – was übrigens höchst unwahrscheinlich – sich je auflösen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1719"/>sollte<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1719"/>, die Bücher der Universität zufallen würden. <pb/> Nach dem allen möchte ich die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1720"/>Bitte der Gesellschaft<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1720"/> warm empfehlen, durch Erfüllung jener Bitte würde das <name>Kant</name>studium hier entschieden gefördert werden.</p><p>Nochmals besten Dank sowie die Bitte um freundliche Entschuldigung!</p><p>Mit collegialen Grüßen Ihr sehr ergebener</p><signed>R. Eucken.</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-1716"><lem>freundlichen Brief</lem><note>nicht überliefert; das Schreiben enthielt wahrscheinlich die Aufforderung, Preisrichter für eine der von der Kant-Gesellschaft gestellten Preisaufgaben zu werden, hier vermutlich die von <name>Güttler</name> gestiftete: Carl Güttler-Preisaufgabe. Welches sind die wirklichen Fortschritte, die die Metaphysik seit <name>Hegel</name>s und <name>Herbart</name>s Zeiten in Deutschland gemacht hat? Ausgeschrieben März 1908.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1717"><lem>an <name>Volkelt</name> schon gedacht</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Johannes Volkelt (vermutlich) vom 24.5.1910</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1718"><lem><name>Koppelmann</name> in Münster</lem><note><abbr>d. i.</abbr> <name>Wilhelm Koppelmann</name> (1860–1934), nach der Promotion in Tübingen im Schuldienst in Lippstadt und Leer, 1905 in Münster habilitiert, 1918 Honorarprofessor in Münster (Tilitzki: Die deutsche Universitätsphilosophie in der Weimarer Republik und im Dritten Reich Teil 1, 2002, <abbr>S.</abbr> 68, <abbr>Anm.</abbr> 104). Veröffentlichungen: Die Ethik Kants. Entwurf zu einem Neubau auf Grund einer Kritik des Kantischen Moralprinzips. Berlin : Reuther &amp; Reichard 1907; Immanuel Kant und die Grundlagen der christlichen Religion. Gütersloh: Bertelsmann 1890.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1719"><lem>sollte</lem><note>Einfügung über der Zeile für gestrichen: </note><rdg>werde</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-1720"><lem>Bitte der Gesellschaft</lem><note>nicht ermittelt; entweder um Zusendung der Zeitschrift Kant-Studien oder um Aufnahme als korporatives Mitglied der Kantgesellschaft.</note></app></listApp></back></text></TEI>