<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001000-6</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Heinrich Rickert</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Freiburg (Breisgau)</placeName>, <date>9.5.1909</date>, <note>4 S., hs., Briefkopf </note><quote type="rdg">Prof. Heinrich Rickert. | Universität Freiburg i. Br. | Den … 190 … | Thurnseestraße 66.</quote>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 3 l, Nr. 14</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="1000" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001000-6"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118600605">Heinrich Rickert</persName><placeName>Freiburg (Breisgau)</placeName><date when="1909-05-09">9.5.1909</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118600605">Heinrich Rickert</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 3 l, Nr. 14</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Heinrich Rickert</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Freiburg (Breisgau)</placeName>, <date>9.5.1909</date>, <note>4 S., hs., Briefkopf </note><quote type="rdg">Prof. Heinrich Rickert. | Universität Freiburg i. Br. | Den … 190 … | Thurnseestraße 66.</quote>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 3 l, Nr. 14</bibl></head></front><body><dateline>9. Mai 1909</dateline><salute>Sehr verehrter Herr Kollege!</salute><p>In der Zeitung lese ich, daß Sie in diesen Tagen Ihr 25 jähriges Professoren-Jubiläum feiern. Ich fürchte, Sie halten mich für einen sehr unhöflichen Menschen, und ich möchte diese Gelegenheit benutzen, um Ihnen zu zeigen, daß es nicht ganz so schlimm ist.</p><p>Das <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1514"/>Datum Ihres letzten Briefes<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1514"/> wage ich gar nicht anzusehen. Sie waren damals so freundlich, mir die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1515"/>Dissertation eines Ihrer <pb/> Schüler<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1515"/> zu schicken, und ich sollte etwaige Bemerkungen dazu machen. Leider fand ich damals nicht gleich Zeit, die Arbeit zu lesen, und schließlich habe ich die Sache verbummelt. Als ich zur Lektüre kam, mußte ich annehmen, daß der zweite Theil der Schrift bereits abgeschlossen sei. Entschuldigen Sie diese Nachlässigkeit gütigst, und lassen Sie sich von mir die besten Glückwünsche zu Ihrem Jubiläum sagen. Von Ihren Verdiensten, die Sie sich um unseren großen Philosophen erworben haben, zu sprechen, das hieße in diesen Tagen gewiß Eulen nach Athen tragen, aber aussprechen möchte ich doch, welche Freude ich an jedem neuen <pb/> Hefte Ihrer „Kantstudien“ habe. Das ist mir die bei weitem liebste philosophische Zeitschrift, und es hat mir ein besonderes Vergnügen gemacht, ihr kürzlich einen kleinen Beitrag zu liefern. Darf ich mich bei dieser Gelegenheit als <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1516"/>Mitglied der Kantgesellschaft<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1516"/> anmelden? Ich habe es schon längst thun wollen, aber es leider ebenfalls immer versäumt.</p><p>Die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1517"/>Hoffnung, einmal in Halle zu wirken<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1517"/>, habe ich aufgegeben. Man scheint nicht viel Werth auf Leute zu legen, die systematisch philosophisch arbeiten. Nun, ich muß mich trösten. Man kann es auch hier aushalten. Ich lese Logik in diesem Sommer vor 200 Hörern. Sehr viel größer würde mein Wirkungskreis in Halle wohl auch nicht <pb/> sein.</p><p>Mit dem Ausdruck aufrichtiger Hochschätzung und mit freundlichen Grüßen Ihr ergebener</p><signed>Heinrich Rickert.</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-1514"><lem>Datum Ihres letzten Briefes</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Rickert vom 20.7. <abbr>u.</abbr> 12.8.1905</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1515"><lem>Dissertation eines Ihrer Schüler</lem><note> <abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Rickert vom 20.7.1905</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1516"><lem>Mitglied der Kantgesellschaft</lem><note><name>Rickert</name>s Name findet sich im Mitgliederverzeichnis für das Jahr 1910. In: Kant-Studien 16 (1911), <abbr>S.</abbr> 123.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1517"><lem>Hoffnung, einmal in Halle zu wirken</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Rickert vom 12.8.1905</note></app></listApp></back></text></TEI>