<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000993-0</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Paul Natorp</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>16.4.1909</date>, <note>4 S., hs. (andere Hd., mit eU), Briefkopf </note><quote type="rdg">KANTGESELLSCHAFT. Halle a. S., d. … 190 | Reichardtstr. 15. | GESCHÄFTSFÜHRER: PROF. DR. H. VAIHINGER.</quote>, <bibl type="pubPlace">Universitätsbibliothek Marburg, Ms. 831/1108</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0993" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000993-0"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Halle (Saale)</placeName><date when="1909-04-16">16.4.1909</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118586548">Paul Natorp</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/116886439">Paul Menzer</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118586548">Paul Natorp</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116988118">Theobald Ziegler</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117399434">Walter Simon</name></note><note type="repository">Universitätsbibliothek Marburg, Ms. 831/1108</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Paul Natorp</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>16.4.1909</date>, <note>4 S., hs. (andere Hd., mit eU), Briefkopf </note><quote type="rdg">KANTGESELLSCHAFT. Halle a. S., d. … 190 | Reichardtstr. 15. | GESCHÄFTSFÜHRER: PROF. DR. H. VAIHINGER.</quote>, <bibl type="pubPlace">Universitätsbibliothek Marburg, Ms. 831/1108</bibl></head></front><body><dateline>16.4.1909</dateline><salute>Verehrtester Herr Kollege!</salute><p>Ich darf Ihnen die angenehme Mitteilung machen, daß alle Schwierigkeiten nunmehr überwunden sind, indem <name>Menzer</name> dem von <name>Ziegler</name> festgestellten <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1478"/>Wortlaut vollständig zustimmt<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1478"/>.</p><p>Vielleicht darf ich noch zur historischen Aufklärung der Entstehung meines Kompromißvorschlages folgendes mitteilen: Als mir <name>Menzer</name> den Passus des Gutachtens über die Arbeit <abbr>Nr.</abbr> V vorlas, daß sie auch <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1479"/>eventuell<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1479"/> für den ersten Preis hätte in Betracht kommen können und daß der Preis von 400 <abbr>M</abbr> für sie zu wenig sei, kam mir zuerst der Gedanke, die Kantgesellschaft <pb/> möchte ihrerseits den Preis von 400 <abbr>M</abbr> um 300 <abbr>M</abbr> also auf 700 <abbr>M</abbr> erhöhen.</p><p>Ich glaubte jedoch, daß die Kantgesellschaft dazu nicht berechtigt sei, ohne vorher Professor <name>Walter Simon</name> davon in Kenntnis gesetzt zu haben, weil wir ja damit in seine Rechte eingegriffen hätten. Ich teilte ihm daher diese Absicht mit, wobei ich ihm das Allernotwendigste über die Wertung der Arbeit <abbr>Nr.</abbr> V durch die Preisrichter <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1480"/>schrieb<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1480"/>, ohne jedoch auf das Materielle der Arbeit irgendwie einzugehen.</p><p>Da er gerade zufällig während dieser Zeit sich in Berlin aufhielt, lud er mich ein, ihn zu besuchen und übergab mir im Hotel Adlon seiner<pb/>seits statt der 300 <abbr>M</abbr> an die ich gedacht hatte, ohne weiteres 600 <abbr>M</abbr>, die ich natürlich nicht zurückwies im Interesse der Arbeit <abbr>Nr.</abbr> V sowie der Kantgesellschaft.</p><p>Übrigens wollte er damit speziell den Zweck erreichen, daß die Arbeit <abbr>Nr.</abbr> V im Druck erscheinen kann, da es ihm durchaus darauf ankommt, daß <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1481"/>die Arbeit wirklich publizirt wird<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1481"/> und daß der Wissenschaft dadurch ein Dienst geleistet wird, was nicht geschieht, wenn die Arbeit ungedruckt bleibt. So ist also nicht <name>Menzer</name> sondern ich selbst und Professor <name>Walter Simon</name> die Veranlasser der Preiserhöhung.</p><p>Wie ich Ihnen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1482"/>schon schrieb<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1482"/>, wird die Kantgesellschaft ihrerseits die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1483"/>unbedingt<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1483"/> mit dem <hi rend="underline">ersten</hi> <pb/> Preis gekrönte <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1484"/>von Ihnen bevorzugte<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1484"/> Arbeit <abbr>Nr.</abbr> II in den <hi rend="underline">Ergänzungsheften</hi> publizieren.</p><p>Ich darf hoffen, daß die Angelegenheit nun zur allseitiger Zufriedenheit gelöst ist und daß <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1485"/>Sie<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1485"/> nicht blos äußerlich sondern auch innerlich mit der Lösung einverstanden sind.</p><p>Mit dem besten Dank für die große geistige Arbeit, die Sie an diese Sache gewendet haben und mit kollegialem Gruß Ihr ganz ergebener</p><signed>H. Vaihinger</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-1478"><lem>Wortlaut vollständig zustimmt</lem><note><abbr>vgl</abbr>. Vaihinger an Natorp vom 6. <abbr>u.</abbr> 10.4.1909 sowie Zweite Preisaufgabe der Kantgesellschaft. Walter Simon-Preisaufgabe […]. Bericht der Preisrichterkommission [in der endgültigen Zusammensetzung: <name>Theobald Ziegler</name>, <name>Paul Natorp</name>, <name>Paul Menzer</name>]. In: Kant-Studien 14 (1909), <abbr>S.</abbr> 313–321.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1479"><lem>eventuell</lem><rdg>evtl.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-1480"><lem>schrieb</lem><note>Schreiben Vaihingers nicht ermittelt</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1481"><lem>die Arbeit wirklich publizirt wird</lem><note>auch die an zweiter und dritter Stelle prämierten Arbeiten erschienen im Druck, <abbr>vgl.</abbr> Richard Wegner: Das Problem der Theodicee in der Philosophie und Literatur des XVIII. Jahrhunderts mit besonderer Rücksicht auf Kant und Schiller. Gekrönte Preisschrift der Walter Simon-Preisaufgabe der Kantgesellschaft. Halle: Niemeyer 1909; Otto Lempp: Das Problem der Theodicee in der Philosophie und Literatur des achtzehnten Jahrhunderts bis auf Kant und Schiller. Gekrönte Preisschrift der Walter Simon-Preisaufgabe der Kantgesellschaft. Leipzig: Dürr 1910.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1482"><lem>schon schrieb</lem><note><abbr>vgl</abbr>. Vaihinger an Natorp vom 10.4.1909</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1483"><lem>unbedingt</lem><note>Einfügung unter der Zeile von Vaihingers <abbr>Hd.</abbr></note></app><app type="philological" corresp="#ED-1484"><lem>von Ihnen bevorzugte</lem><note>Einfügung über der Zeile von Vaihingers <abbr>Hd.</abbr></note></app><app type="philological" corresp="#ED-1485"><lem>Sie</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app></listApp></back></text></TEI>