<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000958-6</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Lujo Brentano</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">München</placeName>, <date>19.6.1908</date>, <note>2 S., Briefkopf: in bogenförmiger Kartusche Darstellung des Baumes der Erkenntnis, umwunden von menschenköpfiger Schlange, flankiert von zwei sich gegenüber stehenden sprungbereiten Löwinnen mit geöffneten Mäulern, darunter </note><quote type="rdg">MÜNCHEN, MANDLSTRASSE 5</quote>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 3 k</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0958" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000958-6"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118673874">Lujo Brentano</persName><placeName>München</placeName><date when="1908-06-19">19.6.1908</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118515063">Franz Brentano</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118524518">Hans Delbrück</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118673874">Lujo Brentano</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118615874">Martin Spahn</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118583425">Theodor Mommsen</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117479985">Peter Spahn</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 3 k</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Lujo Brentano</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">München</placeName>, <date>19.6.1908</date>, <note>2 S., Briefkopf: in bogenförmiger Kartusche Darstellung des Baumes der Erkenntnis, umwunden von menschenköpfiger Schlange, flankiert von zwei sich gegenüber stehenden sprungbereiten Löwinnen mit geöffneten Mäulern, darunter </note><quote type="rdg">MÜNCHEN, MANDLSTRASSE 5</quote>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 3 k</bibl></head></front><body><dateline>den 19. Juni 1908</dateline><salute>Sehr geehrter Herr College!</salute><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1224"/>Wenn man Sie dahin berichtet hat<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1224"/>, die Tendenz des Hochschullehrertags gehe dahin, die Staatsaufsicht über die Hochschulen auszuschließen, so würde Ihnen die Kenntnißnahme <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1225"/>vom<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1225"/> stenographischen Berichte über die Verhandlungen des ersten deutschen Hochschullehrertags im Sept<add>[ember]</add> 1907, die ja <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1226"/>veröffentlicht sind<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1226"/>, von dem Irrigen dieses Berichts überzeugt haben. Das, worum es sich handelt, ist die Abwehr von unwissenschaftlichen Einflüssen auf die Besetzung der Professuren, wie sie sich im <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1227"/>Falle <name>Spahn</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1227"/><name/> <abbr>u.</abbr> bei anderen Gelegenheiten <pb/> geltend machten – aber nicht blos um dies. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1228"/>Cf.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1228"/> die Salzburger Verhandlungen.</p><p>Hochachtungsvoll</p><signed>L. Brentano</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-1224"><lem>Wenn man Sie dahin berichtet hat</lem><note>im Hintergrund steht die Agitation <name>Hans Delbrück</name>s gegen den Hochschullehrertag als gegen den Staat gerichtete </note><rdg>Professorengewerkschaft</rdg><note>, verbreitet <abbr>u. a.</abbr> in: Preußische Jahrbücher, <abbr>vgl.</abbr> Rüdiger vom Bruch: Universitätsreform als soziale Bewegung. Zur Nicht-Ordinarienfrage im späten deutschen Kaiserreich. In: Geschichte und Gesellschaft 10 (1984), <abbr>S.</abbr> 72–91.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1225"><lem>vom</lem><note>statt gestrichen: </note><rdg>des</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-1226"><lem>veröffentlicht sind</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Verhandlungen des ersten deutschen Hochschullehrer-Tages in Salzburg im September 1907. <abbr>Hg.</abbr> von dem engeren Ausschuß für 1907/08 [Vorsitz: <name>Brentano</name>]. Straßburg: Trübner 1907; sowie: Verhandlungen des Zweiten deutschen Hochschullehrertages 1908. Bericht, erstattet vom engeren geschäftsführenden Ausschuß. In: Beilage der Münchner Neuesten Nachrichten <abbr>Nr</abbr>. 146 vom 18.12.1908, <abbr>S.</abbr> 528–639. – Die in Jena am 28./29.9.1908 abgehaltene Versammlung handelte über die Schwerpunkte: Lehr- und Forschungsfreiheit, Nachwuchsfrage an Technischen Hochschulen und in den Naturwissenschaften, akademische Berufsauslese (1907: Bürokratisierung der Hochschulen, Situation des akademischen Nachwuchses).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1227"><lem>Falle <name>Spahn</name></lem><note>die Berufung <abbr>bzw.</abbr> Oktroyierung des katholischen Historikers <name>Martin Spahn</name> (1875–1945) an der Universität Straßburg im September 1901 wurde zu einem Politikum, weil, so lauteten die Vorwürfe an die Regierung, angeblich aus politischem Kalkül dem Vatikan gegenüber Spahns katholisches Bekenntnis (und womöglich der Rang seines Vaters <name>Peter Spahn</name> als führendem Zentrumspolitiker) den Ausschlag gegeben haben soll. Von September 1901 bis März 1902 wurde darüber eine heftige öffentliche Debatte geführt, zu deren Exponenten auf protestantisch-liberaler Seite <abbr>v. a.</abbr> <name>Lujo Brentano</name> und <name>Theodor Mommsen</name> zählten, <abbr>vgl.</abbr> die unter <name>Mommsen</name>s Namen laufende Erklärung zur Voraussetzungslosigkeit der Wissenschaft: Universitätsunterricht und Konfession. In: Münchner Neueste Nachrichten vom 15. <abbr>u.</abbr> 24.11.1901; sowie: <abbr>o. A.</abbr>: Der sogenannte Fall Spahn. Erste Hälfte. Leipzig: <abbr>Vlg.</abbr> der Buchhandlung des Evangelischen Bundes <abbr>v.</abbr> Carl Braun 1902; <abbr>dass.</abbr> Zweite Hälfte. Leipzig 1901; ferner Christoph Weber: Der „Fall Spahn“ (1901). Ein Beitrag zur Wissenschafts- und Kulturdiskussion im ausgehenden 19. Jahrhundert. Rom: Herder 1980.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1228"><lem>Cf.</lem><note>aufzulösen: confer (<abbr>lat.</abbr> vergleiche)</note></app></listApp></back></text></TEI>