<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000954-1</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Paul Natorp</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>5.5.1908</date>, <note>4 S., hs., Briefkopf </note><quote type="rdg">KANTGESELLSCHAFT. Halle a. S., d. … 190 | Reichardtstr. 15. | GESCHÄFTSFÜHRER: PROF. DR. H. VAIHINGER.</quote>, <bibl type="pubPlace">Universitätsbibliothek Marburg, Ms. 831/1091</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0954" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000954-1"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Halle (Saale)</placeName><date when="1908-05-05">5.5.1908</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118586548">Paul Natorp</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/11865361X">Bruno Bauch</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11667993X">Hans Cornelius</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116589817">Eugen Kühnemann</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118586548">Paul Natorp</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116886439">Paul Menzer</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118600826">Alois Riehl</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116988118">Theobald Ziegler</name></note><note type="repository">Universitätsbibliothek Marburg, Ms. 831/1091</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Paul Natorp</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>5.5.1908</date>, <note>4 S., hs., Briefkopf </note><quote type="rdg">KANTGESELLSCHAFT. Halle a. S., d. … 190 | Reichardtstr. 15. | GESCHÄFTSFÜHRER: PROF. DR. H. VAIHINGER.</quote>, <bibl type="pubPlace">Universitätsbibliothek Marburg, Ms. 831/1091</bibl></head></front><body><dateline>5.V.1908</dateline><salute>Hochgeehrter Herr College!</salute><p>Nach mannigfachen Beratungen und Vorbereitungen beehren wir uns, Ihnen und den beiden anderen Preisrichtern die eingegangenen Arbeiten zur <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1198"/>Theodicee-Preisaufgabe<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1198"/> zu übersenden.</p><p>Der beiliegende, hier mehrfach <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1199"/>durchbrochene<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1199"/> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1200"/>Versendungsmodus<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1200"/> findet hoffentlich Ihren Beifall, andernfalls mögen die Herren Preisrichter es nach Belieben und Bequemlichkeit einrichten.</p><p>Nach dem vorgeschlagenen Versammlungsmodus wären Sie der Obmann der Preisrichter-Kommission: <pb/> und haben insofern auch gewissermaßen die meiste Arbeit, indem Sie das Gesamtreferat zu machen gebeten werden.</p><p>Aber andrerseits ist diese Arbeit Ihnen dadurch sehr erleichtert, daß die ersten Referate über die überhaupt <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1201"/>weiter<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1201"/> in Betracht kommenden Arbeiten N<hi rend="superscript"><hi rend="underline">r</hi></hi> 5, 6, und 7 von <name>Ziegler</name> und <name>Kühnemann</name> gemacht werden, so daß Sie sich auf deren Vorurteil stützen können. Und andrerseits werden Ihnen die Ihrem Specialreferat unterbreiteten Arbeiten N<hi rend="superscript"><hi rend="underline">r</hi></hi> 1, 2, 3, kaum viel Arbeit machen, da sie wol gar nicht ernstlich für die Bewertung in Betracht kommen; und auch rein äußerlich viel weniger <pb/> Umfang haben, als je N<hi rend="superscript"><hi rend="underline">r</hi></hi> 4 <abbr>u.</abbr> 5, welche <name>Ziegler</name> hat, und N<hi rend="superscript"><hi rend="underline">r</hi></hi> 6 und 7, welche <name>Kühnemann</name> hat. Letzterer, als der Jüngste unter Ihnen, hat die meiste Arbeit mit diesen beiden umfangreichen Arbeiten.</p><p>So mag denn der vorgeschlagene Modus hoffentlich Ihre Billigung finden! –</p><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1202"/>Unsere Professur-Angelegenheit<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1202"/> ist, m<add>[eines]</add> W<add>[issens]</add> noch nicht entschieden: <name>Cornelius</name> hat wol den Ruf, aber er würde wol lieber in München bleiben, und versucht wol dort selbst ein Ordinariat für sich herauszuschlagen; wenn ihm dieses gelingt, steht die Regierung wieder vor der Wahl.</p><p>Im Interesse der Kantgesellschaft und ihren Bestrebungen wäre vielmehr Ihre Berufung, da sonst hierselbst <pb/> kein Nachwuchs zu erziehen ist: ich selbst komme ja als Dozent nicht mehr in Betracht, D<hi rend="superscript">r</hi> <name>Bauch</name> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1203"/>arbeitet<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1203"/> zwar sehr gut, aber er ist doch eben nur Privatdocent. Vor 3 Jahren noch war Halle, durch <name>Riehl</name> und mich, neben Marburg, ein Sitz <name>Kant</name>ischer Studien. So rasch ändert sich alles an den deutschen Universitäten. Aber im Hinblick auf die oben mitgetheilte Angelegenheit <name>Cornelius</name> ist ja doch wol die Hoffnung nicht aufzugeben, daß doch vielleicht Sie selbst noch hieher berufen werden könnten, was ich Ihnen und uns herzlich wünsche.</p><p>Mit besten Grüßen Ihr</p><signed>H. Vaihinger</signed><postscript><p>Hoffentlich sehen wir uns in <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1204"/><hi rend="underline">Heidelberg!</hi><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1204"/></p></postscript></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-1198"><lem>Theodicee-Preisaufgabe</lem><note><abbr>vgl</abbr>. die Korrespondenz Vaihingers mit Natorp vom 28.3.1906–27.4.1909 sowie Vaihinger: Zweite Preisaufgabe der Kantgesellschaft. Walter Simon-Preisaufgabe […]. Bericht der Preisrichterkommission [in der endgültigen Zusammensetzung: <name>Theobald Ziegler</name>, <name>Paul Natorp</name>, <name>Paul Menzer</name>]. In: Kant-Studien 14 (1909), <abbr>S.</abbr> 313–321.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1199"><lem>durchbrochene</lem><note>Lesung unsicher</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1200"><lem>Versendungsmodus</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Natorp 14.5.1908</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1201"><lem>weiter</lem><note>Lesung unsicher</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1202"><lem>Unsere Professur-Angelegenheit</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Natorp vom 16.10.1907</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1203"><lem>arbeitet</lem><note>Lesung unsicher</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1204"><lem><hi rend="underline">Heidelberg!</hi></lem><note>anlässlich des Internationalen Kongresses für Philosophie, <abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Natorp 11.8.1908 sowie: Bericht über den III. Internationalen Kongress für Philosophie zu Heidelberg 1. bis 5. September 1908. <abbr>Hg.</abbr> <abbr>v.</abbr> Th. Elsenhans. Heidelberg: C. Winter 1909, <abbr>S.</abbr> 5–20. Vaihinger war seit 1904 Mitglied des internationalen permanenten Ausschusses des Kongresses. <name>Natorp</name> hat nicht teilgenommen und sich ausweislich der <abbr>a. a. O.</abbr> abgedruckten Mitgliederliste auch nicht angemeldet.</note></app></listApp></back></text></TEI>