<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000944-5</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Alois Riehl</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Berlin</placeName>, <date>1.2.1908</date>, <note>2 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 4 a</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0944" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000944-5"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118600826">Alois Riehl</persName><placeName>Berlin</placeName><date when="1908-02-01">1.2.1908</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118600826">Alois Riehl</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116917725">Carl Güttler</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/129413372">Carl Müller-Braunschweig</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118933299">Carl Stumpf</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/119142139">Oswald Külpe</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11667461X">Max Heinze</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 4 a</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Alois Riehl</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Berlin</placeName>, <date>1.2.1908</date>, <note>2 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 4 a</bibl></head></front><body><dateline><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1153"/>Berlin<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1153"/> W. 10 v<add>[on]</add> d<add>[er]</add> Heydtstr. 11 <abbr>d.</abbr> 1. Febr<add>[uar]</add> 1908.</dateline><salute>Sehr geehrter Herr College!</salute><p>Sie denken mir also <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1154"/>abermals<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1154"/> das Amt eines Preisrichters zu.</p><p>Das <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1155"/>Thema des Preisausschreibens<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1155"/> ist sehr glücklich gewählt und läßt eine erfolgreiche Bearbeitung mit Wahrscheinlichkeit erwarten, namentlich weil unter den „metaphysischen“ Fragen auch erkenntnistheoretische und naturphilosophische verstanden sein sollen und auch eine zu einem negativen Ergebnisse gelangende Arbeit mit einem Preise gekrönt werden könnte.</p><p>Herr <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1156"/>Professor <name>Güttler</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1156"/><name/> hat sich durch die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1157"/>Stellung dieser Aufgabe<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1157"/> und die Widmung der Preise um die Wissenschaft verdient gemacht.</p><p>Ich muß mir indeß für meine Entschließung, das Amt und die Verantwortung eines Preisrichters zu übernehmen, noch eine kurze Bedenkzeit vorbehalten, da ich gerne meinen Collegen <name>Stumpf</name> zur Teilnahme gewinnen würde.</p><p>Daß College <name>Külpe</name> dann der Dritte im „Trio“ sein soll, nach Wunsch des Preisspenders, scheint auch mir durchaus richtig zu sein. Wir brauchten <pb/> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1158"/>uns also, wenn <name>Stumpf</name> annimmt – und darüber will ich mir bald Gewißheit verschaffen – nicht weiter umzusehen; denn mit <name>Stumpf</name> zusammen bin ich geneigt, in das Preisgericht einzutreten.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1158"/></p><p>Ich benütze den Anlaß, Ihnen für Ihre Zeitschrift die Abhandlung eines sehr begabten Schülers von mir, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1159"/><name>Carl Müller</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1159"/><name/> aus Braunschweig zu empfehlen. Hätte Müller ein Gymnasial-Abitur inne, so würde die Arbeit als eine besonders gelungene von mir als Doktordissertation angenommen worden sein.</p><p>Die Abhandlung hat die Methode einer reinen Ethik zum Gegenstande; sie ist etwas umfangreich ausgefallen und könnte von dem Autor in einzelnen Partien <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1160"/>noch<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1160"/> gekürzt werden. Sie eignet sich entweder als Artikel für die „Kantstudien“ oder zu einer <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1161"/>besonderen Beilage<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1161"/> für diese.</p><p>Mit collegialem Gruße und vorzüglicher Hochachtung Ihr</p><signed>A. Riehl.</signed></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-1153"><lem>Berlin</lem><note>am Kopf der <abbr>S.</abbr> mit Bleistift von anderer <abbr>Hd.</abbr>: </note><rdg>sub petitione remissionis</rdg><note> [<abbr>lat.</abbr> mit der Bitte um Rückgabe; <abbr>vgl.</abbr> Oswald Külpe an Vaihinger vom 20.2.1908]; der gesamte Text der <abbr>S.</abbr> ist am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Blaustift angestrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1154"><lem>abermals</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger: Erste Preisaufgabe der Kantgesellschaft. Kants Begriff der Erkenntnis, verglichen mit dem des Aristoteles. Bericht des Preisrichterkollegiums [<name>Alois Riehl</name>, <name>Max Heinze</name>, Vaihinger] über die zur Preisbewerbung eingegangenen Schriften. In: Kant-Studien 12 (1907), <abbr>S.</abbr> 265–268. Datiert im April/Mai 1907 (Aufgabe ausgeschrieben im Februar 1905).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1155"><lem>Thema des Preisausschreibens</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger: Drittes Preisausschreiben der „Kantgesellschaft“. Carl Güttler-Preisaufgabe. Welches sind die wirklichen Fortschritte, die die Metaphysik seit Hegels und Herbarts Zeiten in Deutschland gemacht hat? Urteil des Preisrichterkollegiums [<name>Alois Riehl</name>, <name>Carl Stumpf</name>, <name>Oswald Külpe</name>]. In: Kant-Studien 15 (1910), S. 547–549. Datiert im August/November 1910. Ausgeschrieben März 1908. Drei Arbeiten waren eingegangen, keine wurde prämiert. Namen der Verfasser nicht ermittelt, keine Überlieferung in den Akten des Kuratoriums der Universität Halle-Wittenberg über die Kantgesellschaft (Universitätsarchiv Halle-Wittenberg).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1156"><lem>Professor <name>Güttler</name></lem><note><name>Carl Güttler</name> (1848–1924), Sohn eines Industriellen, zunächst Geologe, 1884 in München für Philosophie habilitiert, 1894 Professor (<abbr>BEdPh</abbr>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1157"><lem>Stellung dieser Aufgabe</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Hermann Ebbinghaus an Vaihinger vom 1.1.1908</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1158"><lem>uns … einzutreten.</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Blaustift angestrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1159"><lem><name>Carl Müller</name></lem><rdg>C. Müller</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-1160"><lem>noch</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1161"><lem>besonderen Beilage</lem><note>erschien als Ergänzungsheft zu Kant-Studien <abbr>Nr.</abbr> 11: Carl Müller-Braunschweig: Die Methode einer reinen Ethik, insbesondere der Kantischen, dargestellt an einer Analyse des Begriffes eines „praktischen Gesetzes“. 1908.</note></app></listApp></back></text></TEI>