<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000929-4</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Friedrich Theodor Althoff</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>19.4.1907</date>, <note>2 S., hs., Briefkopf </note><quote type="rdg">PROF. DR. H. VAIHINGER. | Halle a. S., d. … 190 | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, Vl. HA, Nl Althoff, F. T., Nr. 991</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0929" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000929-4"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Halle (Saale)</placeName><date when="1907-04-19">19.4.1907</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118644890">Friedrich Theodor Althoff</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/11865361X">Bruno Bauch</name><name>Johannes Schilling</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117293784">Max Wentscher</name></note><note type="repository">Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, Vl. HA, Nl Althoff, F. T., Nr. 991</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Friedrich Theodor Althoff</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>19.4.1907</date>, <note>2 S., hs., Briefkopf </note><quote type="rdg">PROF. DR. H. VAIHINGER. | Halle a. S., d. … 190 | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, Vl. HA, Nl Althoff, F. T., Nr. 991</bibl></head></front><body><dateline><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1064"/>19. April 1907<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1064"/></dateline><salute>Excellenz!</salute><p>Da <abbr>Ew.</abbr> Excellenz wie verlautet, nach längerer schwerer Krankheit nun ziemlich wiederhergestellt sind, und da nun auch die Kammerverhandlungen des <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1065"/>Kultusetats<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1065"/> vorüber sind, so möchte ich mir die Freiheit nehmen, <abbr>Ew.</abbr> Excellenz einmal wieder etwas von der Kantgesellschaft <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1066"/>zu übersenden<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1066"/>: außer einem neuen Ergänzungsheft N<hi rend="superscript"><hi rend="underline">o</hi></hi> 4 auch das schon im Februar erschienene 1. Heft des XII. Bandes der Kantstudien. In dem Letzteren finden <abbr>Ew.</abbr> Excellenz auch eine Straßburger Reminiscenz, die <name>Kant</name>statue von <name>Johannes Schilling</name> auf der Straßburger Universität. Außerdem enthält dasselbe Heft auch den letzten Jahresbericht der Kantgesellschaft: unsere „Kantstiftung“ ist nun auf <hi rend="underline">32,000</hi> <abbr>M</abbr> gestiegen. Die Gesellschaft hat zugenommen, und kann nun mehr Publicationen herausgeben, durch die sie sich um die Kantforschung verdient macht. Weitere Publicationen sind in Vorbereitung. <pb/></p><p>Auffallend wenig Anklang hat unsere Gesellschaft gerade in Königsberg gefunden. Es hängt dies damit zusammen, daß in Königsberg seit langer Zeit die <name>Kant</name>ische Philosophie keinen Vertreter mehr gehabt hat unter den Universitätslehrern. Es ist deßhalb schade, daß das Extraordinariat, welches <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1067"/>Professor <name>Wentscher</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1067"/> innegehabt hat, dem Vernehmen nach nicht mehr besetzt werden soll. Vielleicht hätte ein <name>Kant</name>ianer sich dazu geeignet. Sehr gerne möchte ich den Blick lenken auf den Herausgeber der „Kantstudien“, den hiesigen Privatdocenten D<hi rend="superscript"><hi rend="underline">r</hi></hi> <hi rend="underline"><name>Bauch</name></hi>. Er ist ein Mann von ungewöhnlicher Begabung als Schriftsteller, wie als Dozent. Sein Werk „Luther und Kant“ hat besonders in theologischen Kreisen sehr große Beachtung gefunden. Er ist eine vielversprechende academische Kraft und bedeutende Persönlichkeit, überzeugter <name>Kant</name>ianer ohne schulmäßige Engherzigkeit, hier allgemein angesehen und beliebt, wegen seiner hervorragenden Eigenschaften eine gewinnende Persönlichkeit und eine Zugkraft als Dozent. Vielleicht hat er später einmal Aussicht, die <name>Kant</name>ische Philosophie gerade da zu lehren, wo sie jetzt am wenigsten zur Geltung kommt – in Königsberg, wo eigentlich eine eigene <name>Kant</name>ische Professur bestehen müßte. –</p><p><abbr>Ew. </abbr>Excellenz verehrungsvoll und sehr dankbarst ergebenster</p><signed>H. Vaihinger</signed></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-1064"><lem>19. April 1907</lem><note>darunter Bleistiftnotiz von Althoffs <abbr>Hd.</abbr>: </note><rdg>Gedankt. Von den Bemerkungen über Bauch hätte ich Vermerk genommen; wenn B. mich im Laufe des Sommers besuchen wolle, angenehm. | A 23/4.</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-1065"><lem>Kultusetats</lem><rdg>Kultusétats</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-1066"><lem>zu übersenden</lem><note>die aufgeführten Beilagen sind laut Aktennotiz vom 20.4.1907 zurückbehalten, <abbr>d. h.</abbr> an anderer Stelle abgelegt worden.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1067"><lem>Professor <name>Wentscher</name></lem><note><name>Max Wentscher</name> (1862–1942), seit 1904 <abbr>ao. Prof.</abbr> in Königsberg, 1907 in Bonn, 1918 <abbr>o. Prof.</abbr> (<abbr>BEdPh</abbr>).</note></app></listApp></back></text></TEI>