<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000910-1</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Adolf Dyroff</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>9.11.1905</date>, <note>3 S., hs. (andere Hd., mit eU), Briefkopf </note><quote type="rdg">PROF. DR. H. VAIHINGER. | Halle a. S., d. … 190 | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Universitäts- und Landesbibliothek Bonn, NL Dyroff (S 2836)</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0910" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000910-1"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Halle (Saale)</placeName><date when="1905-11-09">9.11.1905</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118528432">Adolf Dyroff</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/116936738">August Gutzmer</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116207191">Georg Albrecht Klebs</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118825003">Hermann Ebbinghaus</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116096403">Julius Bauschinger</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117311553">Philipp Strauch</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117029858">Theodor Lindner</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116143169">Wilhelm Dittenberger</name></note><note type="repository">Universitäts- und Landesbibliothek Bonn, NL Dyroff (S 2836)</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Adolf Dyroff</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>9.11.1905</date>, <note>3 S., hs. (andere Hd., mit eU), Briefkopf </note><quote type="rdg">PROF. DR. H. VAIHINGER. | Halle a. S., d. … 190 | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Universitäts- und Landesbibliothek Bonn, NL Dyroff (S 2836)</bibl></head></front><body><dateline>9. November 1905.</dateline><salute>Verehrtester Herr Kollege!</salute><p>Zu meinem <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-942"/>Schreiben vom 6.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-942"/> d<add>[es]</add> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-943"/>Monats<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-943"/> beehre ich mich ganz ergebenst Folgendes nachzutragen:</p><p>Wie ich soeben durch ein offizielles Schreiben vom Herrn <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-944"/>Dekan der <hi rend="underline">Berliner Philosophischen Fakultät</hi><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-944"/> erfahre, hat es dieselbe in ihrer Sitzung vom 2. November überhaupt „abgelehnt, sich mit der Eingabe der Breslauer Fakultät zu beschäftigen.“</p><p>Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob es sich empfehlen würde, auch Ihrerseits Ihrer Fakultät den Vorschlag zu machen, dem Beispiel der Berliner Fakultät zu folgen. Ich werde jedenfalls hier den entsprechenden Antrag <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-945"/>stellen.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-945"/> <pb/></p><p>Meines Erachtens würde die Forderung der Breslauer Fakultät, künftig die schriftliche Hausarbeit aus einem der Gebiete der Allgemeinbildung und damit doch in erster Linie aus dem Gebiet der Philosophie wegfallen zu lassen, die geistige Ausbildung der Oberlehrer auf’s tiefste schädigen. Wenn die Mitglieder der Breslauer Prüfungskommission, wie in dem Breslauer Gutachten gesagt wird, mit solchen schriftlichen Arbeiten schlechte Erfahrungen gemacht haben, so kann dies vielleicht daran liegen, daß das Breslauer Studentenmaterial geringwertiger sein könnte; vielleicht aber auch daran, daß die betreffenden Themata unzweckmäßig gestellt sein könnten.</p><p>Auch die weitere Forderung der Breslauer Fakultät, bei der mündlichen Prüfung die Kandidaten zwischen Psychologie und <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-946"/>Logik<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-946"/> <pb/> wählen zu lassen, erscheint unzweckmäßig.</p><p>Die Forderung aber endlich, zwischen Geschichte der alten und der neueren Philosophie eine Trennung zu machen und die eine oder andere zur Wahl zu stellen, ist bei dem engen Zusammenhang der letzteren mit der ersteren wissenschaftlich überhaupt undurchführbar.</p><p>Mit vorzüglicher Hochachtung Ihr ganz ergebenster</p><signed><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-947"/>H. Vaihinger<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-947"/></signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-942"><lem>Schreiben vom 6.</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Dyroff vom 6.11.1905</note></app><app type="philological" corresp="#ED-943"><lem>Monats</lem><rdg>Mts.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-944"><lem>Dekan der <hi rend="underline">Berliner Philosophischen Fakultät</hi></lem><note>im fraglichen Zeitraum war dies der Astronom <name>Julius Bauschinger</name> (1860–1934); keine Korrespondenz ermittelt. In den Fakultätsumläufen und Sitzungsprotokollen der philosophischen Fakultät Halle finden sich weder das Gutachten der Breslauer Fakultät noch darauf bezogene Schreiben. Dokumentiert ist, dass Dekan Gustaf Droysen das Gutachten über die Änderung der </note><rdg>Ordnung der Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen</rdg><note> von 1898 am 4.11.1905 in Umlauf setzt. In einer Sitzung vom 10.11.1905 wird zur Beratung eine Kommission gebildet (<name>Hermann Ebbinghaus</name>, Vaihinger, <name>Wilhelm Dittenberger</name>, <name>Philipp Strauch</name>, <name>August Gutzmer</name>, <name>Georg Albrecht Klebs</name>, <name>Theodor Lindner</name>), die in einer weiteren Sitzung vom 8.12.1905 die Empfehlung ausspricht, </note><rdg>den Antrag der Breslauer Fakultät bei der Regierung zu unterstützen u. noch den Zusatz einzufügen, daß die Prüfung in der Religion fortfalle. </rdg><note>Dieser Antrag wird mit ⅔-Mehrheit angenommen. Im Protokoll heißt es abschließend: </note><rdg>Vaihinger, welcher seinen Widerspruch aufrecht erhält, behält sich ein Separatvotum vor.</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-945"><lem>stellen.</lem><note>am Fuß der <abbr>S.</abbr> Kustode <hi rend="underline"><rdg>Meines</rdg></hi></note></app><app type="philological" corresp="#ED-946"><lem>Logik</lem><note>am Fuß der <abbr>S.</abbr> Kustode <hi rend="underline"><rdg>wählen</rdg></hi></note></app><app type="philological" corresp="#ED-947"><lem>H. Vaihinger</lem><note>eigenhändig</note></app></listApp></back></text></TEI>