<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000904-0</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an Hochschulreferent <persName type="received">Ludwig Elster</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>27.8.1905</date>, <note>3 S., hs. (andere Hd.), aktenmäßig zweispaltig geknifft, Abschrift</note>, <bibl type="pubPlace">Universitätsarchiv Halle-Wittenberg PA 16386 (Personalakte Vaihinger)</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0904" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000904-0"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Halle (Saale)</placeName><date when="1905-08-27">27.8.1905</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/11646156X">Ludwig Elster</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118644890">Friedrich Althoff</name><name>Hermann Ebbbinghaus</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118825003">Hermann Ebbinghaus</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116589817">Eugen Kühnemann</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118600605">Heinrich Rickert</name></note><note type="repository">Universitätsarchiv Halle-Wittenberg PA 16386 (Personalakte Vaihinger)</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an Hochschulreferent <persName type="received">Ludwig Elster</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>27.8.1905</date>, <note>3 S., hs. (andere Hd.), aktenmäßig zweispaltig geknifft, Abschrift</note>, <bibl type="pubPlace">Universitätsarchiv Halle-Wittenberg PA 16386 (Personalakte Vaihinger)</bibl></head></front><body><anchor type="delimiter"/><p>Abschrift</p><p>Seiner Hochw. Herrn Geh. Ober-Reg. Rat.</p><p><abbr>Dr.</abbr> Elster</p><salute><abbr>Ew.</abbr> Hochwohlgeboren</salute><p>möchte ich Ihnen dieser <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-911"/>amtlichen Form<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-911"/> meinen ganz besonders innigen Dank aussprechen für die gütige und nachsichtige Weise, in der Sie im Verein mit <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-912"/>Excellenz <name>Althoff</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-912"/> mir gestern entgegengekommen sind. Den mir <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-913"/>mündlich erteilten Verweis<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-913"/> nehme ich als reichlich verdient ohne Murren entgegen und kann es nur immer aufs Neue beklagen, daß ich durch eine unglückliche Konstellation ungünstiger Umstände in eine hochgradige Gemütserregung unversehens <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-914"/>hineingeraten und durch<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-914"/> große Unvorsichtigkeit eine Krise heraufbeschworen habe, deren Tragweite ich nicht ahnen konnte.</p><p>Ich kann mich nur freuen, wenn die peinliche Angelegenheit durch die Berufung von <abbr>Prof.</abbr> <name>Ebbinghaus</name> eine günstige Lösung findet und bin überzeugt, daß ich mit Herrn <abbr>Prof.</abbr> <name>Ebbinghaus</name> von nun an in bestem Einvernehmen zusammenwirken werde. Ich verspreche ausdrücklich, selbst wenn, <hi rend="underline">was ich aber absolut nicht glaube</hi>, <abbr>Prof.</abbr> <name>Ebbinghaus</name> mir minder freundlich entgegenkommen sollte, alles menschenmögliche zu <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-915"/>tun,<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-915"/> <pb/> um jeden Konflikt zu vermeiden. Ich bin aber aufs Tiefste <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-916"/>davon<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-916"/> überzeugt, daß mit <abbr>Prof.</abbr> <name>Ebbinghaus</name>, dessen versöhnlich und durchaus loyale und vortreffliche Natur ich nun kennen gelernt habe, das beste kollegiale Einvernehmen sich herausstellen wird.</p><p>Ich muß selbstverständlich zugeben, daß ich auch den <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-917"/>schriftlichen Verweis durch den Herrn Kurator<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-917"/>, der mir noch in Aussicht gestellt worden ist, verdient habe. <hi rend="underline">Sollte es aber möglich sein</hi>, diesen Weg zu vermeiden, und es bei dem mündlichen Verfahren bewenden zu lassen, so würde ich dies ganz besonders dankbar empfinden.</p><p><abbr>Ew.</abbr> Hochwohlgeboren verehrungsvoll ergebenster</p><signed>(gez<add>[eichnet]</add>) <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-918"/>Professor Dr. Vaihinger<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-918"/></signed><dateline>Berlin, den 27. Aug<add>[ust]</add> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-919"/>1905<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-919"/> <pb/></dateline><p><hi rend="underline"><abbr>P. S.</abbr></hi> Ich bemerke noch nachträglich, daß ich allerdings, worauf ich mich gestern in der Verwirrung nicht sogleich besinnen konnte, die erste Zusammenkunft mit <name>Kühnemann</name> vor dem Eintreffen von <name>Ebbinghaus</name> gehabt habe. Ich wollte ihm, den ich hochschätze, erklären, wie es gekommen ist, daß er nicht in den Vorschlag aufgenommen worden war. Ich sagte ihm aber ausdrücklich, daß ich mit der Berufung von <name>Ebbinghaus</name> einverstanden sei. Erst das – wie sich herausstellte <hi rend="underline">schein</hi>bar brüske Auftreten des Letzteren hat mich auf den – wie ich nun einsehe – verkehrten Gedanken gebracht für <name>Kühnemann</name> zu wirken und nachher auf den ebenso verkehrten Gedanken <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-920"/>mit <name>Rickert</name> in Verbindung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-920"/> zu treten. Nachdem sich nun das Mißverständnis mit <name>Ebbinghaus</name> glücklich gelöst hat, erscheint mir jene peinliche Episode selbst wie ein sonderbarer Traum.</p><signed>d<add>[er]</add> O<add>[bige]</add></signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-911"><lem>amtlichen Form</lem><note>das Schreiben weist die für amtlichen Schriftverkehr übliche Mittelfaltung mit frei gelassener linker Spalte auf.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-912"><lem>Excellenz <name>Althoff</name></lem><note>als dem zuständigen Ministerialdirektor</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-913"><lem>mündlich erteilten Verweis</lem><note>in Bezug auf sein Verhalten in der Zeit der Berufungsverhandlungen mit <name>Hermann Ebbinghaus</name>, <abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Gustaf Droysen vom 12.8. <abbr>u.</abbr> 21.8.1905.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-914"><lem>hineingeraten und durch</lem><rdg>hineingeraten durch </rdg><note>(Lapsus der Abschrift)</note></app><app type="philological" corresp="#ED-915"><lem>tun,</lem><note>darunter Kustode </note><rdg>um</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-916"><lem>davon</lem><rdg>dann </rdg><note>(Lapsus der Abschrift)</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-917"><lem>schriftlichen Verweis durch den Herrn Kurator</lem><note>nicht nachgewiesen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-918"><lem>Professor Dr. Vaihinger</lem><note>nicht eigenhändig</note></app><app type="philological" corresp="#ED-919"><lem>1905</lem><note>am Fuß der <abbr>S.</abbr> Kustode <hi rend="underline"><rdg>P. S.</rdg></hi></note></app><app type="editorial" corresp="#ED-920"><lem>mit <name>Rickert</name> in Verbindung</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Heinrich Rickert vom 12.8.1905</note></app></listApp></back></text></TEI>