<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000903-4</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an Dekan <persName type="received">Gustaf Droysen</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>21.8.1905</date>, <note>4 S., hs., Briefkopf </note><quote type="rdg">PROF. DR. H. VAIHINGER. | Halle a. S., d. … 190 | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Universitätsarchiv Halle-Wittenberg Rep. 21, Nr. 53</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0903" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000903-4"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Halle (Saale)</placeName><date when="1905-08-21">21.8.1905</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/108224001X">Gustaf Droysen</persName></correspAction><note type="mentioned"><name>Hermann Ebbbinghaus</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11646156X">Ludwig Elster</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/1104756838">Gottfried Meyer</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118825003">Hermann Ebbinghaus</name></note><note type="repository">Universitätsarchiv Halle-Wittenberg Rep. 21, Nr. 53</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an Dekan <persName type="received">Gustaf Droysen</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>21.8.1905</date>, <note>4 S., hs., Briefkopf </note><quote type="rdg">PROF. DR. H. VAIHINGER. | Halle a. S., d. … 190 | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Universitätsarchiv Halle-Wittenberg Rep. 21, Nr. 53</bibl></head></front><body><dateline>21. Aug<add>[ust]</add> 1905</dateline><salute><abbr>Ew.</abbr> Spectabilität</salute><p>bitte ich ganz ergebenst, der Hohen Philosophischen Facultät <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-903"/>folgende Mittheilung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-903"/> zugehen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-904"/>lassen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-904"/> zu wollen.</p><p>Dienstag den 15. August hat mir der Herr Kurator, dem die zwischen Professor <name>Ebbinghaus</name> und mir entstandene Differenz bekannt geworden war, mir im Einverständnis mit Professor <name>Ebbinghaus</name> Eröffnungen gemacht, aus denen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-905"/>hervorgieng<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-905"/>, daß es sich nur um <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-906"/>Mißverständnisse<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-906"/> handelte.</p><p>Ich habe darauf noch an demselben Tage das umstehend in Copie mitgetheilte Schreiben an den Herrn Geh. Ober Reg Rat D<hi rend="superscript"><hi rend="underline">r</hi></hi> <name>Elster</name> abgesendet; ich habe damit den voreiligen Schritt rückgängig gemacht, um deßwillen die Facultät am Sonnabend den 12. August die Absendung eines Telegrammes an eben denselben beschlossen hatte. Ich drücke mein lebhaftes Bedauern darüber aus, daß ich der Facultät Veranlassung zu jenem Beschluß gegeben habe. Zu meiner Entschuldigung darf ich anführen, daß ich, durch eine zu einem bestimmten <pb/> Termin (<anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-907"/>als Festschrift<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-907"/>) fertig zu stellende Arbeit überanstrengt, und gleichzeitig durch eine lästige körperliche Affection überreizt, Äußerungen des Herrn Collegen <name>Ebbinghaus</name>, welche nicht so ernst zu nehmen waren, zu tragisch aufgefaßt hatte.</p><p>Auf Grund einer mündlichen Rücksprache mit Herrn Professor <name>Ebbinghaus</name>, in meiner Wohnung Mittwoch den 16. August in Gegenwart des Herrn Kurators sind die entstandenen Mißverständnisse vollständig behoben worden.</p><p>Ich bemerke noch, daß, da die Ferien thatsächlich schon begonnen hatten, ich den Weg, den ich correcter Weise hätte wählen sollen, mich direct an die Facultät selbst zu wenden, nicht einschlagen zu können geglaubt hatte.</p><p><abbr>Ew.</abbr> Spectabilität ganz ergebenster</p><signed>H. Vaihinger <pb/></signed><postscript><p>Abschrift</p><p>des Schreibens vom 15. August an Herrn Geh Ob Reg Rath D<hi rend="superscript"><hi rend="underline">r</hi></hi> <name>Elster</name></p><p>Durch die gütige Vermittlung des Herrn Kurators hier ist eine Verständigung zwischen Professor <name>Ebbinghaus</name> und mir erfolgt. Es hat sich herausgestellt, daß die Äußerungen des Herrn Professor <name>Ebbinghaus</name>, an denen ich Anstoß nehmen zu müssen glaubte, nicht in dem Sinne gemeint waren, in dem ich sie auffaßte, sondern von mir mißverstanden worden sind. Auf Grund dieser Verständigung habe ich die bestimmte Zuversicht, daß zwischen Herrn Professor <name>Ebbinghaus</name> und mir ein durchaus befriedigendes collegiales Verhältniß sich herstellen würde, falls er hieher berufen würde. Ich komme daher auf dasjenige zurück, was ich schon in meinem ersten Brief ausgesprochen habe, daß ich mich nur freuen kann, wenn ein so bedeutender Psychologe hieher kommt, und bitte in vollem Einverständniß mit dem einstimmig gefaßten und auch von mir selbst durchaus gebilligten Vorschlage der Facultät ausdrücklich, den primo loco genannten Herrn <pb/> Professor <name>Ebbinghaus</name> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-908"/>für die hiesige Universität zu gewinnen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-908"/>.</p><p>Meinen in Folge jener Mißverständnisse in der Erregung geschriebenen Brief bitte ich als nicht geschrieben zu betrachten und <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-909"/>bitte schließlich noch sehr um Verzeihung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-909"/>, daß ich Ihre Ferienerholung durch meine Zuschrift gestört habe.</p><p><abbr>Ew.</abbr> Hochwohlgeboren <abbr>u. s. w.</abbr> <abbr>u. s. w.</abbr></p></postscript></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-903"><lem>folgende Mittheilung</lem><note><abbr>vgl.</abbr> zum Kontext Vaihinger an Gustaf Droysen vom 12.8.1905</note></app><app type="philological" corresp="#ED-904"><lem>lassen</lem><note>doppeltes s mit ß geschrieben</note></app><app type="philological" corresp="#ED-905"><lem>hervorgieng</lem><note>so wörtlich</note></app><app type="philological" corresp="#ED-906"><lem>Mißverständnisse</lem><note>doppeltes s mit ß geschrieben</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-907"><lem>als Festschrift</lem><note>gemeint ist Vaihinger (<abbr>Hg.</abbr>), mit Bruno Bauch: Schiller als Philosoph und seine Beziehungen zu Kant. Festgabe der „Kantstudien“. Berlin: Reuther &amp; Reichard 1905 (= Sonderabdruck von Kant-Studien 10 (1905), Heft 2, <abbr>S.</abbr> 249–414).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-908"><lem>für die hiesige Universität zu gewinnen</lem><note>die Berufung von <name>Hermann Ebbinghaus</name> erfolgte zum 1.10.1905 (Mitteilung von Kurator <name>Gottfried Meyer</name> an die Philosophische Fakultät vom 14.9.1905).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-909"><lem>bitte schließlich noch sehr um Verzeihung</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Ludwig Elster vom 27.8.1905</note></app></listApp></back></text></TEI>