<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000856-4</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Paul Natorp</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Marburg</placeName>, <date>8.8.1903</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 1 b, Nr. 9</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0856" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000856-4"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118586548">Paul Natorp</persName><placeName>Marburg</placeName><date when="1903-08-08">8.8.1903</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118521411">Hermann Cohen</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118555006">Edmund Husserl</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118592912">Johann Heinrich Pestalozzi</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118589849">Léon</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/1025140338">Robert Rissmann</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118525727">Wilhelm Dilthey</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/119126370">Xavier Léon</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 1 b, Nr. 9</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Paul Natorp</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Marburg</placeName>, <date>8.8.1903</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 1 b, Nr. 9</bibl></head></front><body><dateline>Marburg 8. August 1903.</dateline><salute>Hochgeehrter Herr Kollege!</salute><p>Ich schäme mich daß ich trotz Ihrer Bitte um rasche Erledigung <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-647"/>Ihrer Anfrage<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-647"/> erst heute dazu komme. Aber ich war wirklich etwas mit der Zeit bedrängt, <abbr>u.</abbr> dazu konnte ich nicht zu einem raschen Entschluß kommen. Ich bin die nächste Zeit fast über die Maßen mit schriftst<add>[ellerischen]</add> Arbeiten bepackt. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-648"/>Die Akademie will die Kr<add>[itik]</add> d<add>[er]</add> pr<add>[aktischen]</add> V<add>[ernunft]</add><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-648"/>, die ich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-649"/>für die Kantausgabe übernommen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-649"/> hatte, jetzt <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-650"/>so bald als möglich<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-650"/> haben, die Sozialpädagogik mußte schleunigst <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-651"/>in 2. <abbr>Aufl.</abbr><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-651"/> zurechtgemacht werden, was nun doch mehr Arbeit gemacht hat, <abbr>u.</abbr> immer noch macht; als ich vorausgesehen hatte, <abbr>u.</abbr> dabei habe ich Kontakt für Fertigstellung einer <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-652"/><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-653"/><name>Pestalozzi</name>-Darstellung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-652"/> nebst 2 Bänden Auswahl aus dessen Werken<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-653"/> für die Greßlersche pädag<add>[ogische]</add> Bibliothek. Können <pb/> Sie nicht schnell noch entdecken daß <name>Kant</name> 1805 gestorben ist? Ich habe nun bereits <hi rend="underline">3</hi> Anfragen wegen Aufsätzen zu seinem Todestag; die erste von Herrn <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-654"/><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-655"/><name>Rissmann</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-654"/> (Deutsche Schule)<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-655"/> war ich so leichtsinnig <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-656"/>bejahend zu beantworten<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-656"/>, dann kamen Sie und gleich danach <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-657"/>M<hi rend="superscript"><hi rend="underline">r</hi></hi> <name>Léon</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-657"/> für die Rev<add>[ue]</add> de Metaph<add>[ysique]</add> et de Mor<add>[ale]</add>, die eine ganze <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-658"/><name>Kant</name>-Nummer<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-658"/> machen will. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-659"/>Würde es angängig sein daß <hi rend="underline">derselbe</hi> Aufsatz gleichzeitig deutsch in den K<add>[ant-]</add>St<add>[udien]</add> <abbr>u.</abbr> franz<add>[ösisch]</add> in der Revue erschiene, so wäre das für mich am ehesten noch möglich.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-659"/> Sonst aber stehe ich sehr gern zurück, da gewiss noch mancher ist der es ebenso gut <abbr>u.</abbr> besser macht. Ich meine an erster Stelle wäre <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-660"/><name>Cohen</name> dabei der berufene<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-660"/>: <abbr>u.</abbr> wenn er in rechter Stimmung schreibt, so macht er dergleichen besser als irgendwer. Ich bin aus dem <pb/> eigentlichen <name>Kant</name>studium etwas herausgekommen, <abbr>u.</abbr> so gern ich gerade diesen Anlaß benutzen würde mich wieder einmal recht in den Alten zu vertiefen, so ist es grade jetzt durch die besagten Umstände mir so gut wie unmöglich gemacht. Für diese Ferien bin ich absolut festgelegt, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-661"/>vor Weihnachten komme ich schwerlich dazu auch nur das geringste zu schreiben.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-661"/> So lange aber werden Sie kaum warten wollen, also wäre es mir schon recht, wenn ich es ablehnen dürfte. Nur falls Sie – was wohl nicht anzunehmen – mehr Absagen erhalten haben sollten <abbr>u.</abbr> etwa Mangel wäre würde ich versuchen es doch noch, neben allem, zu ermöglichen.</p><p>Was Ihre zweite Bitte betrifft, so schreckt nicht gerade der 13<hi rend="superscript"><hi rend="underline">te</hi></hi> mich ab; aber 12 ist schon ein Ganzes Dutzend, warum das zweite <pb/> noch anbrechen! Es wäre anders wenn ich versprechen könnte Ihnen ein besonders eifriger Mitarbeiter zu sein, aber so sehr ich gerade Ihre Zeitschrift schätze <abbr>u.</abbr> bei den obwaltenden Umständen eigentlich jeder der andern vorziehe, so muß ich doch für die nächsten Jahre mit Nebenarbeiten sehr zurückhaltend sein da zu viele größere Sachen auf mir liegen. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-662"/>Sie sehen an der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-663"/>Rez<add>[ension]</add> <name>Husserl</name> II<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-663"/> die ich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-664"/>noch immer schuldig bin<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-662"/><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-664"/>, wie schwer es mir fällt auch nur für eine Rezension Zeit zu finden. Seien Sie versichert daß es nur dieser Grund ist der mich bestimmt Ihr mich ehrendes Anerbieten auszuschlagen.</p><p>Mit kollegialem Gruß Ihr sehr ergebener</p><signed>P. Natorp</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-647"><lem>Ihrer Anfrage</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Natorp vom 18.7.1903</note></app><app type="philological" corresp="#ED-648"><lem>Die … V.</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Blaustiftkringel markiert</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-649"><lem>für die Kantausgabe übernommen</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Kant: Kritik der praktischen Vernunft. Kritik der Urtheilskraft. <abbr>Hg.</abbr> <abbr>v.</abbr> Paul Natorp. Berlin: Georg Reimer 1908 (Kant’s gesammelte Schriften. <abbr>Hg.</abbr> <abbr>v.</abbr> der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften. 1. <abbr>Abt.</abbr>, <abbr>Bd.</abbr> 5).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-650"><lem>so bald als möglich</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Natorp an <name>Wilhelm Dilthey</name> vom 18.11.1903 (Wilhelm Dilthey Briefwechsel <abbr>Bd.</abbr> 3 1896–1905. <abbr>Hg.</abbr> <abbr>v.</abbr> Gudrun Kühne-Bertram und Hans-Ulrich Lessing. Göttingen: Vandenhoek &amp; Ruprecht 2019, <abbr>S.</abbr> 373–374).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-651"><lem>in 2. <abbr>Aufl.</abbr></lem><note><abbr>vgl.</abbr> Natorp: Sozialpädagogik. Theorie der Willenserziehung auf der Grundlage der Gemeinschaft. 2., vermehrte <abbr>Aufl.</abbr> Stuttgart: Fr. Frommann 1904.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-652"><lem><name>Pestalozzi</name>-Darstellung</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Johann Heinrich Pestalozzi. Bearbeitet von Paul Natorp. Teil 1: Pestalozzis Leben und Wirken; Teil 2: Auswahl aus Pestalozzis Schriften, 1. Hälfte; Teil 3: Auswahl aus Pestalozzis Schriften, 2. Hälfte. Langensalza: Greßler 1905 (Die Klassiker der Pädagogik <abbr>Bd.</abbr> 23–25).</note></app><app type="philological" corresp="#ED-653"><lem>Pestalozzi-Darstellung … Werken</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Blaustiftkreuz markiert</note></app><app type="philological" corresp="#ED-654"><lem><name>Rissmann</name></lem><rdg>Rißmann</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-655"><lem><name>Rissmann</name> (Deutsche Schule)</lem><note><name>Robert Rissmann</name>, <abbr>Hg.</abbr> der genannten Zeitschrift.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-656"><lem>bejahend zu beantworten</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Natorp: Zum Gedächtnis Kants. († 12. Februar 1804). In: Die deutsche Schule 8 (1904), <abbr>S.</abbr> 65–85.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-657"><lem>M<hi rend="superscript"><hi rend="underline">r</hi></hi> <name>Léon</name></lem><note><name>Xavier Léon</name>, <abbr>Hg.</abbr> der genannten Zeitschrift.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-658"><lem><name>Kant</name>-Nummer</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Natorp: A la mémoire de Kant. In: Revue de Métaphysique et de Morale 12 (1904), <abbr>Nr.</abbr> 3 von Mai 1904, <abbr>S.</abbr> 279–301.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-659"><lem>Würde … möglich</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Blaustift angestrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-660"><lem><name>Cohen</name> dabei der berufene</lem><note><name>Hermann Cohen</name> hat nicht im Festheft der Zeitschrift Kant-Studien veröffentlicht.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-661"><lem>vor … schreiben.</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Blaustiftkringel markiert</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-663"><lem>Rez. Husserl II</lem><note> <abbr>vgl.</abbr> Natorp an Vaihinger vom 23.4.1901 sowie Vaihinger an Natorp vom 9.5.1901 <abbr>u.</abbr> 25.6.1902.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-662"><lem>Sie … bin</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Blaustiftkringel markiert</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-664"><lem>noch immer schuldig bin</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Natorp an Vaihinger vom 23.4.1901 <abbr>u.</abbr> Vaihinger an Natorp vom 9.5.1901.</note></app></listApp></back></text></TEI>