<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000819-9</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Max Scheler </persName>an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Jena</placeName>, <date>1.8.1902</date>, <note>3 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 5 d, Nr. 6</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0819" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000819-9"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118606964">Max Scheler</persName><placeName>Jena</placeName><date when="1902-08-01">1.8.1902</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118606964">Max Scheler</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118782819">Fritz Medicus</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 5 d, Nr. 6</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Max Scheler </persName>an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Jena</placeName>, <date>1.8.1902</date>, <note>3 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 5 d, Nr. 6</bibl></head></front><body><dateline>Jena, 1. August. 02.</dateline><salute>Sehr geehrter Herr Professor!</salute><p>Verzeihen Sie gütigst, daß ich erst heute Ihren <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-372"/>freundlichen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-372"/> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-373"/>Brief <abbr>u.</abbr> Karte<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-373"/> beantworte. Ich hatte aber (Schluß d<add>[es]</add> Semesters, Ferienreise <abbr>etc.</abbr>) so viel zu thun, daß ich erst heute dazu komme.</p><p>Was den <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-374"/>Aufsatz von Herrn <abbr>Dr.</abbr> <name>Medicus</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-374"/><name/> betrifft, so wäre es mir ehrlich gestanden doch lieber, wenn er nicht in VIII,1 käme. Selbstverständlich werde ich genauso wie Sie selbst, verehrter Herr Professor, jedem die Spalten der Kantstudien öffnen, der gegen mich zu polemisiren wünscht. Ich brauche nicht zu sagen, daß ich unserem Freunde <name>Medicus</name> nur von Herzen dankbar bin, wenn er sich mit meinen Positionen beschäftigt.</p><p>Aber das zufällige Zusammen d<add>[er]</add> Thatsachen, daß ich <hi rend="underline">allein</hi> zum <pb/> <hi rend="underline">erstenmal</hi> ein Heft d<add>[er]</add> Kantstudien herausgebe <abbr>u.</abbr> daß eben in diesem Hefte <hi rend="underline">überh</hi><add>[aupt]</add> ein Aufsatz über mich steht od<add>[er]</add> doch ein Aufsatz, in dem meiner Arbeit gedacht wird, könnte eine gewisse, wenn auch noch so leichte Wirkung des Auffälligen, wenn nicht gar Komischen hervorbringen, die ich lieber vermeiden möchte. Es ist hierbei ziemlich gleichgültig (ich meine hinsichtlich dieser Wirkung) ob ich gelobt od<add>[er]</add> getadelt würde. Das Erstere wäre fast noch peinlicher als das Letztere.</p><p>Nun wäre es mir aber aus sonstigen Gründen (vielleicht auch ein wenig aus selbstischen) recht unangenehm, wenn Herr College <name>Medicus</name> seinen Plan überh<add>[aupt]</add> fallen ließe.</p><p>Darum bitte ich Sie, zu sehen, ob es sich nicht noch ermöglichen lassen würde, die Arbeit in VII,4 zu bringen. Sollte es nicht angängig sein, so werde ich sie mit <pb/> Vergnügen in VIII,2 bringen. Das Erstgenannte wäre mir natürlich lieber.</p><p>Hochachtungsvollst <abbr>u.</abbr> mit herzl<add>[ichem]</add> Gruß an Kollegen <name>Medicus</name> Ihr ergebener</p><salute>M. Scheler.</salute><postscript><p>Entschuldigen Sie das Papier ohne <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-375"/>gedruckten Kopf<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-375"/>. Die bestellten Muster <abbr>u.</abbr> Briefpapiere <abbr>etc.</abbr> werden erst morgen fertig.</p></postscript></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-372"><lem>freundlichen</lem><rdg>frdl.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-373"><lem>Brief <abbr>u.</abbr> Karte</lem><note>nicht überliefert</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-374"><lem>Aufsatz von Herrn <abbr>Dr.</abbr> <name>Medicus</name></lem><note><abbr>vgl.</abbr> Fritz Medicus: Kant und Ranke. Eine Studie über die Anwendung der transscendentalen Methode auf die historischen Wissenschaften. In: Kant-Studien 8 (1903), <abbr>S</abbr>. 129–192 (= Eröffnungsartikel des 2. Heftes). In seinem Aufsatz setzt sich <name>Medicus</name> auseinander mit <name>Scheler</name>: Die transzendentale und die psychologische Methode. Eine grundsätzliche Erörterung zur philosophischen Methodik. Leipzig: Dürr 1900.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-375"><lem>gedruckten Kopf</lem><note><abbr>vgl.</abbr> <abbr>z. B.</abbr> den Briefkopf von Vaihinger an Paul Natorp vom 25.6.1902.</note></app></listApp></back></text></TEI>