<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000799-3</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Erich Adickes</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Kiel</placeName>, <date>6.1.1902</date>, <note>3 S. (inklusive eines undatierten Entwurfs eines Schreibens an Dilthey), hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 1 b, Nr. 6</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0799" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000799-3"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/11600780X">Erich Adickes</persName><placeName>Kiel</placeName><date when="1902-01-06">6.1.1902</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/11600780X">Erich Adickes</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118525727">Wilhelm Dilthey</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118540238">Johann Wolfgang von Goethe</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11624870X">Karl Heinrich Ludwig Pölitz</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116589817">Eugen Kühnemann</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118607626">Friedrich Schiller</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 1 b, Nr. 6</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Erich Adickes</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Kiel</placeName>, <date>6.1.1902</date>, <note>3 S. (inklusive eines undatierten Entwurfs eines Schreibens an Dilthey), hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 1 b, Nr. 6</bibl></head></front><body><dateline>Kiel, <abbr>d.</abbr> 6/1 02.</dateline><salute>Hochgeehrter Herr Professor!</salute><p>Herzlichen Dank für Ihren <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-263"/>ausführlichen inhaltsreichen Brief<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-263"/>. Ich möchte ganz gern <name>Dilthey</name> zu erkennen geben, dass ich weiss, dass die Entscheidung über die Hallenser Sache in Berlin liegt und dass von dort die <name>Kühnemann</name> günstigen Bestrebungen ausgehen müssen. (Dass <name>Dilthey</name> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-264"/>in hohem Masse <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-265"/>Intriguant<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-265"/> ist<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-264"/>, steht fest; und ebenso, dass er mich im Grunde durchaus nicht leiden kann, weil ich ihm nicht den Hof mache, sondern, wo die Sache es erfordert, ungescheut opponire. Er möchte mich am liebsten in Abhängigkeit halten <abbr>u.</abbr> darum nicht E<add>[xtra]</add>-O<add>[rdinarius]</add> oder Ordinar<add>[ius]</add> werden lassen, sondern mir nur so viel <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-266"/>Luft machen bei der Schule<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-266"/>, dass ich seine Ausgabe fertig machen kann.) <pb/> Er wird mir gegenüber die Sache immer so darstellen, als habe er alles versucht (auch vielleicht das Ministerium), aber in Halle seien die Schwierigkeiten gewesen. Wollen Sie bitte gütigst <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-267"/>umstehenden Brief<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-267"/> sich einmal ansehen <abbr>u.</abbr> mir schreiben, ob ich ihn absende oder nicht (im ersten Falle mir das Concept auch zurücksenden). Ich bin selbst zweifelhaft, ob es angezeigt ist.</p><p>Falls Sie Ihre Mitteilung über die Hallenser Vorschläge überhaupt von mir (auch ohne Nennung Ihres Namens) auch späterhin in den Briefen an <name>Dilthey</name> nicht erwähnt wissen wollen, sagen Sie es bitte. Ich habe bisher ihm gegenüber nichts davon gesagt. Doch könnten Situationen eintreten, wo es mir wertvoll wäre <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-268"/>ihm<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-268"/> zu schreiben, dass ich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-269"/>die<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-269"/> ursprünglichen Vorschläge kenne (<anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-270"/>eventuell<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-270"/> ist ja jetzt schon solch ein Augenblick).</p><p>Im älteren <name>Pölitz</name>schen Ontologie-<anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-271"/>Manuskript<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-271"/>, das ich von Leipzig hier habe, fand ich heute Morgen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-272"/>beifolgende Stelle<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-272"/>, die Sie interessiren wird.</p><p>Entschuldigen Sie <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-273"/>das Ausgewischte<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-273"/>!</p><p>In grosser Eile mit herzl<add>[ichem]</add> Dank Ihr treu ergebener</p><signed>Adickes.</signed><postscript><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-274"/>Ich schrieb neulich schon an <name>Dilthey</name>, dass ich einmal über „<name>Schiller</name> als Philosoph“ gelesen habe <abbr>u.</abbr> mich häufiger mit der Aesthetik <name>Goethe</name>s <abbr>u.</abbr> <name>Schiller</name>s beschäftigt habe, daher auch gern derartige Vorlesungen halten würde.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-274"/> <pb/></p><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-275"/>An <name>Dilthey</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-275"/>.</p><p>In Halle sollen, wie ich höre, drei experimentelle Psychologen vorgeschlagen sein. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-276"/>Danach<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-276"/> wird dort also nicht (wie Sie in Ihrem Brief vom 2/1 fürchteten) das Bedürfnis gefühlt, dass der kommende Mann zugleich ein Vertreter der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-277"/>modernen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-277"/> Litteraturgeschichte sei.</p><p>Will man nun im Ministerium kein Ordinariat, sondern nur ein E<add>[xtra]</add>-O<add>[rdinariat]</add>, <abbr>u.</abbr> fordert Vorschläge nur für Gesch<add>[ichte]</add> der Philosophie (ohne <name>Kühnemann</name> zu nennen oder sonst für ihn einzutreten), so wäre es doch sonderbar, wenn in Halle das bisher nicht gefühlte Bedürfnis nach moderner Litteraturgeschichte sich auf einmal <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-278"/>so<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-278"/> massgebend äusserte, dass man mich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-279"/>bei<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-279"/> den Vorschlägen nicht in der Weise berücksichtigte, wie ich es schon durch meine bisherigen Arbeiten zu verdienen glaube, ganz abgesehen von <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-280"/>einem Teil<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-280"/> der <name>Kant</name>ausgabe, über den <hi rend="underline">Sie</hi> ja <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-281"/>allein<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-281"/> ein Gutachten abgeben können.</p></postscript></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-263"><lem>ausführlichen inhaltsreichen Brief</lem><note>nicht ermittelt; <abbr>vgl.</abbr> Adickes an Vaihinger vom 31.12.1901.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-265"><lem>Intriguant</lem><note>so wörtlich</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-264"><lem>in hohem Masse Intriguant ist</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Adickes an Vaihinger vom 3.1.1901</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-266"><lem>Luft machen bei der Schule</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Adickes an Vaihinger vom 3.1.1901</note></app><app type="philological" corresp="#ED-267"><lem>umstehenden Brief</lem><note><abbr>s. u.</abbr></note></app><app type="philological" corresp="#ED-268"><lem>ihm</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="philological" corresp="#ED-269"><lem>die</lem><note>statt gestrichen: </note><rdg>von</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-270"><lem>eventuell</lem><rdg>evt.</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-271"><lem>Manuskript</lem><rdg>Ms.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-272"><lem>beifolgende Stelle</lem><note>liegt dem Schreiben nicht mehr bei, zum Kontext <abbr>vgl.</abbr> Adickes an Vaihinger vom 31.12.1901.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-273"><lem>das Ausgewischte</lem><note>bezieht sich auf die Worte </note><rdg>In … von Leipzig … beifolgende</rdg><note> des vorhergehenden Absatzes, deren Tintenauftrag verwischt ist.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-274"><lem>Ich … würde.</lem><note> um 90° gedreht am linken Rand</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-275"><lem>An <name>Dilthey</name></lem><note>im Entwurf; Schreiben, falls gelaufen, nicht ermittelt. Der Briefwechsel <name>Adickes</name>/<name>Dilthey</name> ist erst ab 1903 nachgewiesen, <abbr>vgl.</abbr> Wilhelm Dilthey Briefwechsel <abbr>Bd.</abbr> 3 1896–1905. <abbr>Hg.</abbr> <abbr>v.</abbr> Gudrun Kühne-Bertram und Hans-Ulrich Lessing. Göttingen: Vandenhoek &amp; Ruprecht 2019.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-276"><lem>Danach</lem><note>danach gestrichen, mehrfach umformuliert: </note><rdg>spielt dort also die moderne Litteraturgeschichte nicht keine die Rolle</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-277"><lem>modernen</lem><note>statt gestrichen: </note><rdg>neueren</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-278"><lem>so</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="philological" corresp="#ED-279"><lem>bei</lem><note>statt gestrichen: </note><rdg>über</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-280"><lem>einem Teil</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="philological" corresp="#ED-281"><lem>allein</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app></listApp></back></text></TEI>