<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000794-2</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Georg Gerland</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Straßburg</placeName>, <date>1.12.1901</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 1 c, Nr. 6</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0794" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000794-2"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/116587938">Georg Gerland</persName><placeName>Straßburg</placeName><date when="1901-12-01">1.12.1901</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/115653724">Friedrich Theodor Rink</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116907975X">Gustav Hermann Schöne</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11667461X">Max Heinze</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 1 c, Nr. 6</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Georg Gerland</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Straßburg</placeName>, <date>1.12.1901</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 1 c, Nr. 6</bibl></head></front><body><dateline>Straßburg den 1. Dez<add>[ember]</add> 1901</dateline><salute>Sehr geehrter und lieber Herr College,</salute><p>Sie werden einen guten Begriff von mir bekommen haben, daß ich auf drei – <abbr>z. T.</abbr> so schön geschriebene – <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-196"/>Briefe von Ihnen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-196"/> (doch lächelte mich die altbekannte Handschrift des dritten besonders vertraulich an) erst heute antworte. Verzeihen Sie dies lange Schweigen mit nicht bloß fingierter Geschäftsüberhäufung, mit deren Detaillierung ich Sie nicht anöden will. Viel vernünftiger ist es, Sie führen Ihren Plan <hi rend="underline">bald</hi> aus und kommen einmal wieder in das alte Straßburg. Sie werden eine ganz neue Stadt vorfinden, darinnen aber manche Freunde, welche die „alten“ geblieben sind <abbr>u.</abbr> sich sehr freuen werden, Sie wiederzusehen. Wiedererkennen <pb/> werden wir uns schon, wenn wir auch beide an Alter und Verstand zugenommen haben.</p><p>Daß Sie den geographisch-anthropologischen <name>Kant</name> trotz seiner etwas freieren Gewandung <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-197"/>in Ihre Kantstudien aufnehmen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-197"/> wollen <abbr>u.</abbr> noch dazu unter so günstigen Bedingungen, das freut mich sehr und danke ich Ihnen <hi rend="underline">sehr</hi> für Ihre freundliche Bereitwilligkeit. Das <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-198"/>Manuskript<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-198"/> sollen Sie druckfertig Anfang Januar 1902 erhalten; die Weihnachtsferien werde ich zu seiner völligen Fertigstellung benutzen.</p><p>Ich glaube so ziemlich alles studiert zu haben, was über <name>Kant</name>s Geographie <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-199"/><abbr>etc.</abbr><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-199"/> gedruckt ist; von den Kollegienheften aber war mir nur <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-200"/><name>Rink</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-200"/><name/> zugänglich, <pb/> <abbr>u.</abbr> natürlich Alles von <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-201"/><name>Schöne</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-201"/><name/> in der Altpreuß<add>[ischen]</add> M<add>[onats]</add>schrift <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-202"/>vorgebrachte<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-202"/>. Nun hätte ich einerseits wohl Lust mich an <name>Heinze</name> zu wenden, mit der Bitte, mir Einsicht in einige der bei ihm aufgespeicherten Nachschriften zu gestatten; andererseits aber bin ich zweifelhaft, ob ich es tun soll, da mich 1) die Gewährung dieser Bitte vielleicht in mancherlei Gestrüpp <abbr>u.</abbr> auf steinige Pfade führt; 2) da ich nicht glaube, daß ich irgend etwas finden werde, welches meine <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-203"/>Auffassung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-203"/> wesentlich abändert; und 3) da aller Wahrscheinlichkeit <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-204"/>nach<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-204"/> H<add>[einze]</add> die Nachschriften vor ihrem Erscheinen in der Akad<add>[emie-]</add> Ausgabe nicht ausleihen darf und kann. Was meinen Sie? Halten Sie es für wünschenswert, daß ich den Brief nach Leipzig schreibe, so bin ich bereit dazu und bitte daher um Ihren sachkundigen <pb/> Rat. Ueberhaupt bitte ich mir jeden Wunsch, den Sie in Beziehung auf meine Abhandlung haben, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-205"/>rückhaltlos<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-205"/> mitzuteilen.</p><p>Für heute leben Sie wohl und gehen Sie mit den Ihrigen dem fröhlichen Weihnachtsfest vergnügt <abbr>u.</abbr> gesund entgegen. Mit besten Grüßen von Haus zu Haus Ihr freundschaftlich ergebener</p><signed>G. Gerland</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-196"><lem>Briefe von Ihnen</lem><note>nicht ermittelt; <abbr>vgl.</abbr> Gerland an Vaihinger vom 6.11.1901.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-197"><lem>in Ihre Kantstudien aufnehmen</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Gerland an Vaihinger vom 6.11.1901</note></app><app type="philological" corresp="#ED-198"><lem>Manuskript</lem><rdg>Mskr.</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-199"><lem><abbr>etc.</abbr></lem><rdg>ec.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-200"><lem><name>Rink</name></lem><note><abbr>vgl.</abbr> Friedrich Theodor Rink: Immanuel Kant’s physische Geographie. Auf Verlangen des Verfassers aus seiner Handschrift herausgegeben und zum Theil bearbeitet. Königsberg: Göbbels und Unzer 1802 (als 1. <abbr>Bd.</abbr> einer insgesamt dreibändigen Nachlassausgabe).</note></app><app type="philological" corresp="#ED-201"><lem><name>Schöne</name></lem><rdg>Schoene</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-202"><lem>vorgebrachte</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Gustav Hermann Schöne: Die Stellung Immanuel Kants innerhalb der geographischen Wissenschaft. In: Altpreussische Monatsschrift 33 (1896), <abbr>S.</abbr> 217–296.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-203"><lem>Auffassung</lem><note>doppeltes s mit ß geschrieben</note></app><app type="philological" corresp="#ED-204"><lem>nach</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="philological" corresp="#ED-205"><lem>rückhaltlos</lem><note>davor gestrichen: </note><rdg>mir</rdg></app></listApp></back></text></TEI>