<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000786-6</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Max Dessoir</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Berlin</placeName>, <date>4.10.1901</date>, <note>3 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 b, Nr. 1</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0786" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000786-6"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118524933">Max Dessoir</persName><placeName>Berlin</placeName><date when="1901-10-04">4.10.1901</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118524933">Max Dessoir</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/143704583">Edward Franklin Buchner</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118739603">Friedrich Paulsen</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/143743988">Theodor Hermann Stanislaus zu Dohna-Schlodien</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 b, Nr. 1</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Max Dessoir</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Berlin</placeName>, <date>4.10.1901</date>, <note>3 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 b, Nr. 1</bibl></head></front><body><dateline><add>[Berlin]</add> W. Goltz Str. 31</dateline><dateline>4.10.<add>[1]</add>901</dateline><salute>Sehr verehrter Herr Professor</salute><p>Ich lese jetzt in <name>Buchner</name>s Study of Kants Psychology, finde es aber immer schwieriger, ueber die vom Stoff etwas ueberladene, und nicht durchweg klar gegliederte <abbr>u.</abbr> auch stilistisch nicht leichte Schrift gut zu berichten. Wenn ich mich nicht irre, brachte Ihre <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-140"/>Zeitschrift<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-140"/> einst <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-141"/>eine Selbstanzeige<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-141"/> des Verf<add>[asser]</add>s, vielleicht koennen Sie diese mir zuschicken, damit ich klarer sehe, worauf es <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-142"/>Herrn<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-142"/> B. ankam? Oder wollen Sie mir <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-143"/>das Referat<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-143"/> ganz erlassen?</p><p>Vor kurzem wies ich einen mei<pb/>ner Hoerer, einen aelteren Herrn <abbr>u.</abbr> frueheren Hauptmann, den <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-144"/>Grafen St. zu <name>Dohna</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-144"/><name/>, an Sie. <name>Paulsen</name> hatte ihm geraten, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-145"/>im allgemeinen sich mit der positiven Seite der K<add>[ant]</add>’schen Philosophie zu beschaeftigen, ich habe ihm als Thema <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-146"/>zu<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-146"/> Diss<add>[ertation]</add> das Verhaeltnis der religionsphilosoph<add>[ischen]</add> Vorlesungen <name>Kant</name>s zu den Schriften vorgeschlagen.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-145"/> Da ich aber nicht sicher war, ob das Material dazu vollstaendig genug gegeben ist, empfahl ich ihm eine <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-147"/>Anfrage bei Ihnen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-147"/>. Wenn Sie ihm einen Rat geben koennen, so trifft es keinen Unwuerdigen.</p><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-148"/>Der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-149"/>2. Halbband meiner Gesch<add>[ichte]</add> der<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-148"/> neueren deutschen Psych<add>[ologie]</add>, womit deren 1. Band<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-149"/> in 2.<hi rend="superscript">er</hi> voellig umgearbeiteter Auf<pb/>lage abgeschlossen ist, geht Ihnen noch in diesem Monat zu. Vielleicht haben Sie die Freundlichkeit, in den <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-150"/>Kant-<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-150"/>Studien <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-151"/>darauf hinzuweisen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-151"/>; obgleich <name>Kant</name>s Psychologie darin <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-152"/>weder ausfuehrlich noch zusammenhangend<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-152"/> abgehandelt ist, kann man nunmehr, wie ich hoffe, ihre Stellung zu Vergangenheit <abbr>u.</abbr> Umgebung mit einiger Deutlichkeit erkennen. Auch in den Ihnen zugegangenen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-153"/>Beitraegen zur Aesth<add>[etik]</add><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-153"/> fehlt es nicht an Beziehungen auf <name>Kant</name>.</p><p>Mit verbindlichen Empfehlungen Ihr verehrungsvoll ergebenster</p><signed>Max Dessoir</signed></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-140"><lem>Zeitschrift</lem><rdg>Zschr.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-141"><lem>eine Selbstanzeige</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Buchner, Edward Franklin, Instructor in Pedagogy and Philosophy, Yale University. A Study of Kants Psychology with reference to the Critical Philosophy. (Diss. New-Haven 1893). Monograph Supplement to the Psychological Review, 1896. Mac Millan &amp; Co., New York. (In press). In: Kant-Studien 1 (1896/1897), <abbr>S.</abbr> 282–283.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-142"><lem>Herrn</lem><rdg>Hrn.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-143"><lem>das Referat</lem><note><abbr>s. u.</abbr></note></app><app type="editorial" corresp="#ED-144"><lem>Grafen St. zu <name>Dohna</name></lem><note><abbr>d. i.</abbr> <name>Theodor Hermann Stanislaus zu Dohna-Schlodien</name> (1852–1933, Hauptmann a. D. aus Breslau), <abbr>vgl.</abbr> Stanislaus Graf zu Dohna: Kants Verhältnis zum Eudämonismus. Berlin: Reuther &amp; Reichard 1902 (Berliner Dissertation vom 19.3.1902), mit Vita. Selbstanzeige des Buches in Kant-Studien 7 (1902), <abbr>S.</abbr> 370–371.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-146"><lem>zu</lem><note>so wörtlich</note></app><app type="philological" corresp="#ED-145"><lem>im … vorgeschlagen.</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> doppelt mit Blaustift angekreuzt</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-147"><lem>Anfrage bei Ihnen</lem><note>nicht ermittelt</note></app><app type="philological" corresp="#ED-148"><lem>Der … der</lem><note> mit Bleistift unterstrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-149"><lem>2. Halbband … 1. Band</lem><note> <abbr>vgl</abbr>. Dessoir: Geschichte der neueren deutschen Psychologie. 2., völlig umgearbeitete <abbr>Aufl.</abbr> 1. <abbr>Bd.</abbr> Berlin: Carl Duncker 1902. Aus dem Vorwort zur zweiten Auflage, <abbr>S.</abbr> VII <abbr>u.</abbr> <abbr>S.</abbr> XI–XII: </note><rdg>Der erste Band dieser Geschichte der neueren deutschen Psychologie wurde im Jahre 1894 veröffentlicht. Seine nunmehr vorliegende zweite Auflage, die in zwei Teilen 1897 und 1901 erschien, ist eine völlig neue Bearbeitung des Gegenstandes. […] Die Vorarbeiten zum zweiten Band sind so weit fortgeschritten, dass ich hoffe, ihn nach etwa vier Jahren veröffentlichen zu können […] von den auch hier zu Grunde gelegten philosophischen Anschauungen habe ich das Nötigste in meinen Beiträgen zur Ästhetik gesagt, die das Archiv für systematische Philosophie in den letzten Jahren veröffentlicht hat. Berlin, im September 1901.</rdg><note> – Ein 2. Band ist nicht erschienen.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-150"><lem>Kant-</lem><rdg>Kt</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-151"><lem>darauf hinzuweisen</lem><note><name>Dessoir</name> hat stattdessen eine Selbstanzeige seines Buches geliefert, <abbr>vgl.</abbr> Kant-Studien 7 (1902), <abbr>S.</abbr> 374, deren einleitender Absatz lautet: </note><rdg>Mit der Aufforderung zur Einsendung einer Selbstanzeige hat der Herausgeber dieser Zeitschrift die – diese Aufforderung motivierende – Klage verbunden, dass „die Säumigkeit der Berichterstattung durch die meisten Rezensenten geradezu ein Übelstand“ geworden sei [</rdg><note><abbr>vgl.</abbr> die gedruckte Beilage zu Vaihinger an Paul Natorp vom 30.3.1903</note><rdg>]. Auch ich fühle mich durch diesen sehr berechtigten Vorwurf getroffen. Seit Jahren liegt bei mir zur Besprechung das Buch von E. F. Buchner, A study of Kant’s Psychology. Ich wollte es in einem eigenen Aufsatz über Kants Psychologie ausführlicher behandeln und bin immer noch nicht zum Abschluss des geplanten Artikels gelangt; dadurch ist die Anzeige jenes Buches ungebührlich verzögert worden. So ergreife ich gern die Gelegenheit, um vorläufig zu sagen, dass Buchners Werk (vgl. die Selbstanzeige Bd. I. S. 282 f.) eine gründliche und umfassende Untersuchung ist, die nur unter einer gewissen Schwerfälligkeit in Anordnung und Ausdrucksweise leidet.</rdg><note> <abbr>Vgl.</abbr> ferner Dessoir: Kant und die Psychologie. In: Kant-Studien 29 (1924), <abbr>S.</abbr> 98–120.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-152"><lem>weder ausfuehrlich noch zusammenhangend</lem><note>so wörtlich</note></app><app type="philological" corresp="#ED-153"><lem>Beitraegen zur Aesth.</lem><note> mit Bleistift unterstrichen</note></app></listApp></back></text></TEI>