<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000738-8</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Richard Hönigswald</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Wien</placeName>, <date>17.5.1900</date>, <note>3 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 3 e, Nr. 1</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0738" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000738-8"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118552082">Richard Hönigswald</persName><placeName>Wien</placeName><date when="1900-05-17">17.5.1900</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118544381">Ernst Haeckel</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118575767">Ernst Mach</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 3 e, Nr. 1</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Richard Hönigswald</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Wien</placeName>, <date>17.5.1900</date>, <note>3 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 3 e, Nr. 1</bibl></head></front><body><dateline>Wien, IX/<hi rend="subscript">2</hi>, Eisengasse 23, am 17. Mai 1900.</dateline><salute>Hochgeehrter Herr Professor!</salute><p>Empfangen Sie meinen verbindlichsten Dank für die überaus wohlwollenden und anerkennenden Worte, die Sie in <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2335"/>Ihren werthen Zeilen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2335"/> v<add>[om]</add> 14. d<add>[ieses]</add> M<add>[onats]</add> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2336"/>meiner Kritik über <name>Haeckel</name>’s „Weltraethsel“<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2336"/> zollten. Die heftigen Angriffe dieses bedeutenden Naturforschers auf <name>Kant</name> und dessen „dualistische“ Schule gaben mir die erwünschte Anregung, eine Abwehr dieser Angriffe von demjenigen wissenschaftlichen Standpuncte aus zu unternehmen, von dem aus <name>Haeckel</name>s „Monismus“ – wie ich glaube – bisher noch am allerwenigsten beurtheilt wurde, wiewohl er gerade ihn am allerentschiedensten herausfordert, und der der meinige ist: dem <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2337"/>erkenntnisskritischen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2337"/>.</p><p>Es gereicht mir – wie ich Sie, hochgeehrter Herr Professor, versichert sein zu wollen, bitte – zur grössten Befriedigung, hierbei <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2338"/>An<pb/>schauungen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2338"/> entwickelt zu haben, die sich Ihrer gütigen Anerkennung rühmen können und ich betrachte es, indem ich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2339"/>Ihrer gütigen Einladung freudig Folge leiste, als eine hohe Ehre, zu einer wissenschaftlichen Zeitschrift, deren Tendenz und Bedeutung ich <hi rend="underline">wohl</hi> kenne und deren treffliche Leistungen ich vielfach dankbar verwerthete, als deren Mitarbeiter in nähere Beziehung treten zu dürfen.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2339"/></p><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2340"/>Den mir für eine Selbstanzeige gütigst gewährten Raum nehme ich dankbarst in Anspruch und erlaube mir, diese Selbstanzeige beiliegend zu übersenden.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2340"/></p><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2341"/>Vielleicht darf ich hoffen, dass eine, wenn auch nicht unmittelbar und ausschliesslich <name>Kant</name> betreffende, so doch vielfach an ihn anknüpfende Arbeit, die mich eben beschäftigt und die ich in etwa drei Wochen beenden zu können glaube, in den „Kantstudien“ wird veröffentlicht werden können; dieselbe sucht unter consequen<pb/>ter Beibehaltung <hi rend="underline">desselben</hi> principiellen Standpunktes, den ich in meiner Schrift über <name>E. Haeckel</name> eingenommen habe, <hi rend="underline">gewisse</hi> Punkte der für die naturwissenschaftliche Methodologie so bedeutsamen Anschauungen <name>Ernst Mach</name>’s einer kritischen Prüfung zu unterziehen.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2341"/> Nach Beendigung der genannten Arbeit möchte ich mir mit Ihrer gütigen Erlaubniss die Freiheit nehmen, Ihnen das Manuscript zur Verfügung zu stellen.</p><p>Genehmigen Sie, hochgeehrter Herr Professor, den Ausdruck meiner vorzüglichsten Werthschätzung, mit der ich bin Ihr hochachtungsvoll ergebener</p><signed>R Hönigswald</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-2335"><lem>Ihren werthen Zeilen</lem><note>Schreiben Vaihingers nicht ermittelt</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2336"><lem>meiner Kritik über <name>Haeckel</name>’s „Weltraethsel“</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Hönigswald: Ernst Haeckel, der monistische Philosoph. Eine kritische Antwort auf seine „Welträthsel“. Leipzig: Eduard Avenarius 1900. Digitalisat: <ref type="link">https://archive.org/details/bub_gb_QJ8VAAAAYAAJ</ref> (15.11.2023).</note></app><app type="philological" corresp="#ED-2337"><lem>erkenntnisskritischen</lem><note>kann auch </note><rdg>erkenntnis-kritischen</rdg><note> heißen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-2338"><lem>An<pb/>schauungen</lem><note>vor Seitenwechsel: </note><rdg>⸓</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-2339"><lem>Ihrer gütigen Einladung … treten zu dürfen.</lem><note> Hönigswald wurde als Mitarbeiter der Zeitschrift Kant-Studien in <abbr>Jg.</abbr> 8 (1903) sowie sowie von <abbr>Jg.</abbr> 10 (1905) bis <abbr>Jg.</abbr> 18 (1913) geführt, <abbr>vgl.</abbr> die entsprechenden Mitarbeiterverzeichnisse.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2340"><lem>Den mir für … beiliegend zu übersenden.</lem><note> liegt nicht bei, meint die Selbstanzeige Hönigswalds zu: Ernst Haeckel, der monistische Philosoph. Eine kritische Antwort auf seine „Welträthsel“. Leipzig: Eduard Avenarius 1900. In: Kant-Studien 5 (1901), <abbr>S.</abbr> 230–231, <abbr>vgl.</abbr> Hönigswald an Vaihinger vom 3.7.1900.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2341"><lem>Vielleicht darf ich … zu unterziehen.</lem><note> nicht sicher ermittelt; die Fertigstellung verzögerte sich, <abbr>vgl.</abbr> Hönigswald an Vaihinger vom 28.5., 28.6. und 10.8.1900; die einzige in der Zeitschrift Kant-Studien ermittelte, ausführlichere Bezugnahme Hönigswalds auf <name>Mach</name> findet sich in Hönigswald: Zum Begriff der kritischen Erkenntnislehre. (Mit besonderer Rücksicht auf Goswin Uphues’ „Kant und seine Vorgänger“.). In: Kant-Studien 13 (1908), <abbr>S.</abbr> 409–456, hier <abbr>S.</abbr> 441–443. Womöglich wurde die hier gemeinte Arbeit veröffentlicht als Hönigswald: Zur Kritik der Mach’schen Philosophie. Eine erkenntnistheoretische Studie. Berlin: C. A. Schwetschke &amp; Sohn 1903; dazu Selbstanzeige in: Kant-Studien 8 (1903), <abbr>S.</abbr> 128.</note></app></listApp></back></text></TEI>