<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000713-6</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Eduard Zeller</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>2.11.1899</date>, <note>4 S., hs. (von anderer Hd., mit eU), Briefkopf </note><quote type="rdg">Redaction der „Kantstudien“ | (Verlag von Reuther und Reichard, Berlin) | Prof. Dr. Vaihinger | HALLE a. S., den | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Universitätsbibliothek Tübingen, </bibl><ref type="link">http://idb.ub.uni-tuebingen.de/opendigi/Md747-782</ref></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0713" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000713-6"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Halle (Saale)</placeName><date when="1899-11-02">2.11.1899</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118636383">Eduard Zeller</persName></correspAction><note type="mentioned"><name>Balthasar Haug</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/1077218656">Friedrich Brandseph</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/170465217">Hans Heinrich XV., Fürst von Pless</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11854893X">Hermann von Helmholtz</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name></note><note type="repository">Universitätsbibliothek Tübingen</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Eduard Zeller</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>2.11.1899</date>, <note>4 S., hs. (von anderer Hd., mit eU), Briefkopf </note><quote type="rdg">Redaction der „Kantstudien“ | (Verlag von Reuther und Reichard, Berlin) | Prof. Dr. Vaihinger | HALLE a. S., den | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Universitätsbibliothek Tübingen, </bibl><ref type="link">http://idb.ub.uni-tuebingen.de/opendigi/Md747-782</ref></head></front><body><dateline>2. November 1899.</dateline><salute><abbr>Ew.</abbr> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2179"/>Excellenz!<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2179"/></salute><p>Wie ich aus den Zeitungen ersehe hat <abbr>S.°M.</abbr> der Kaiser Ihnen zu Ihrem <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2180"/>50 jährigen Professorenjubiläum<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2180"/> ein in den anerkennendsten Ausdrücken abgefasstes Glückwunschtelegramm übersendet, dessen Wortlaut ich mit großem Interesse gelesen habe. Ich freue mich, auf diese Weise von diesem Tage erfahren zu haben, und bitte, mir zu <pb/> gestatten, meine herzlichsten Glückwünsche zu dieser Erinnerungsfeier Ihnen nachträglich auszusprechen. Ihr Wirken während dieser Zeit hat ja auch dem Wiederaufleben der Philosophie <name>Kant</name>s die Wege geebnet, von dessen kritischem Geiste auch Ihre Werke durchdrungen sind. Und so werden die beiden Kantbilder, welche ich Ihnen zugleich übersende, bei Ihnen gewiss gute Aufnahme finden. Dieselben stellen neue, bisher unbekannte Typen der <name>Kant</name>ischen Physiognomie dar und sind, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2181"/>wie schon früher zwei andere<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2181"/> ebenfalls unbekannte Kanttypen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2182"/>in den „Kantstudien“ publicirt<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2182"/> worden. Das Bild aus dem Besitz des Fürsten v<add>[on]</add> <name>Pless</name> ist vor einem Vierteljahr erschienen, <pb/> das andere ist in dem soeben ausgegebenen neuesten Hefte enthalten.</p><p>Ich erinnere mich bei dieser Gelegenheit, daß Sie mir im Herbst 1895 ein Pastellbild von <name>Kant</name> zeigten, welches aus dem Nachlaß von <name>Helmholtz</name> stammt. Aus den Notizen, die ich mir damals gemacht habe, scheint mir hervorzugehen, daß dieses Bild ebenfalls einen von den bekannten Typen abweichenden Typus darstellt. Wenn das der Fall ist, so würde ich um die Erlaubnis bitten, auch Ihr Bild <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2183"/>in einem der nächsten Hefte<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2183"/> der „Kantstudien“ publiciren zu dürfen. Ich möchte daher die große Bitte an Sie richten, zu gestatten, daß dieses <name>Kant</name>bild in Stuttgart auf meine <pb/> Kosten <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2184"/>photographisch reproducirt<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2184"/> wird. Es würde sich dazu wohl am besten die berühmte Firma <name>Brandseph</name> eignen, die auch vor Kurzem einen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2185"/>Kupferstich meines Ururgroßvaters<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2185"/>, des Professors <name>Balthasar Haug</name> in vortrefflicher Weise photographisch reproducirt hat.</p><p>In der Hoffnung, keine Fehlbitte zu thun, und zugleich mit der Bitte, mich bei Ihrer <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2186"/>Frau Gemahlin<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2186"/> in empfehlende Erinnerung zu bringen, in aufrichtiger Verehrung <abbr>Ew.</abbr> Excellenz ganz ergebenster</p><signed>H. Vaihinger</signed></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-2179"><lem>Excellenz!</lem><note>danach 2 Zeilen freigelassen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2180"><lem>50 jährigen Professorenjubiläum</lem><note><abbr>vgl.</abbr> die Meldung in: Allgemeine Zeitung München, <abbr>Nr.</abbr> 296 vom 25. Oktober 1899, Abendblatt, <abbr>S.</abbr> 3: </note><rdg>Württemberg: Ein Professorsjubiläum. Stuttgart, 24. Okt. Der einstige Nestor unserer deutschen Universitätsprofessoren, unser berühmter Landsmann Eduard Zeller, Dr. phil., theol., jur. et med., seit einigen Jahren im Ruhestand, hat vor 50 Jahren sein Amt als ordentlicher Professor der Philosophie in Marburg übernommen, nachdem er zuerst als außerordentlicher Professor der Theologie in Bern akademisch zu wirken angefangen hatte. Von Marburg siedelte er im Jahre 1862 nach Heidelberg, von dort im Jahre 1872 nach Berlin über. Aus Veranlassung dieses 50jährigen Jubiläums lief an den hochverehrten Jubilar von Kaiser Wilhelm II. folgendes Glückwunschtelegramm ein: „Empfangen Sie Meine wärmsten Glückwünsche zum heutigen Tag, an welchem Sie vor 50 Jahren Ihre verdienstvolle Tätigkeit als Professor der Philosophie in Marburg begonnen haben. Mit Befriedigung können Sie auf diesen in ernster Arbeit verbrachten Zeitraum zurückblicken und sich Ihrer Erfolge als Lehrer wie als Forscher erfreuen. Ihr Name ist mit der Geschichte der deutschen Philosophie für alle Zeiten eng verbunden. Mit besonderer Dankbarkeit und Anerkennung gedenke ich Ihres treuen Wirkens an der Berliner Universität und der werthvollen Bereicherung welche die Friedericianische Literatur durch Ihre Studien über die philosophischen Anschauungen des großen Königs erfahren hat. Wilhelm I. R.“ Im Namen der Tübinger philosophischen Fakultät überbrachten dem Jubilar die Professoren Dr. O. Herzog und Prof. Dr. v. Schwabe persönlich ihre Glückwünsche. Auch die Universität Berlin hat eine kunstvolle Adresse übersandt</rdg><note> (Digitalisat via <ref type="link">https://digipress.digitale-sammlungen.de/</ref> (26.8.2024)).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2181"><lem>wie schon früher zwei andere</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Kant-Studien 2 (1898), nach <abbr>S.</abbr> 144: </note><rdg>Immanuel Kant. Gezeichnet von der Gräfin Keyserling. Nach einer Photographie von J. C. Schaarwächter, Berlin.</rdg><note>; Kant-Studien 3 (1899), nach <abbr>S.</abbr> VII: </note><rdg>Immanuel Kant. (Das Original, in Dresden aufgefunden, befindet sich jetzt im Städtischen Museum zu Königsberg.)</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-2182"><lem>in den „Kantstudien“ publicirt</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Kant-Studien 4 ([1899]/1900), nach <abbr>S.</abbr> VI: </note><rdg>Das Kantbild des Fürsten v. Pless. Gemalt von F. W. Senewaldt.</rdg><note>; nach <abbr>S.</abbr> 360: </note><rdg>Miniaturbildniss Kants im Besitze A. Warda in Königsberg i. Pr.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-2183"><lem>in einem der nächsten Hefte</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Zeller vom 27.11.1899</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2184"><lem>photographisch reproducirt</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Zeller vom 10. <abbr>u.</abbr> 27.11.1899</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2185"><lem>Kupferstich meines Ururgroßvaters</lem><note><name>Balthasar Haug</name> (1751–1792), </note><rdg>Professor an der Hohen Karls-Schule in Stuttgart und Lehrer von Schiller</rdg><note>, wie die Aufschrift auf der Rückseite eines aus Familienbesitz überlieferten Porträts lautet, <abbr>vgl.</abbr> die Reproduktion in: Gerd Simon <abbr>u. a.</abbr>: Ein Weltphilosoph aus dem Steinlachtal von dem Deutschland nach seinem Tode lange Zeit nichts wissen wollte. Katalog zur Nehrener Vaihinger-Ausstellung 2020. Gerstetten: Kugelberg 2020, <abbr>S.</abbr> 2–4 sowie in <ref type="link">http://www.gerd-simon.de/ChrVaihingerlang302-20210515.pdf</ref> (15.12.2022), <abbr>S.</abbr> 546–547. Vaihinger rühmte sich dieses Vorfahrens mütterlicherseits noch in seiner Selbstauskunft in: Hermann Degener (<abbr>Hg.</abbr>): Wer ist’s. 6. Ausgabe Berlin: Degener 1912, <abbr>S.</abbr> 1663–1664.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2186"><lem>Frau Gemahlin</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Zeller vom 29.6.1897</note></app></listApp></back></text></TEI>