<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000680-3</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Johannes Rehmke</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Greifswald</placeName>, <date>24.8.1898</date>, <note>2 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 3 b</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0680" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000680-3"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118788175">Johannes Rehmke</persName><placeName>Greifswald</placeName><date when="1898-08-24">24.8.1898</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/116345764">Arnold Kowalewski</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 3 b</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Johannes Rehmke</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Greifswald</placeName>, <date>24.8.1898</date>, <note>2 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 3 b</bibl></head></front><body><dateline>Greifswald 24/<hi rend="subscript">8</hi> 98</dateline><salute>Hochgeehrter Herr College!</salute><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1942"/>Wie ich höre, hat sich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1943"/><abbr>Dr.</abbr> <name>A. Kowalewski</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1943"/> bei Ihrer Facultät zur Habilitation gemeldet.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1942"/> Herr <name>Kowalewski</name> hat mein Anerbieten, an Sie einige empfehlende Worte zu schreiben, angenommen und daher komme ich heute zu Ihnen, um mein Versprechen zu erfüllen.</p><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1944"/>Schon vor einiger Zeit habe ich Ihnen ja diesen jungen Gelehrten für Ihren Secretärposten empfohlen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1944"/> und kann nur wiederholen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1945"/><abbr>u.</abbr><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1945"/> vervollständigen, was ich damals Ihnen geschrieben habe. <name>Kowalewski</name> ist ein gründlich <abbr>u.</abbr> allseitig gebildeter junger Mann, selbstständig in seinem Denken, wie man es selten in so jungen Jahren findet, dabei scharfsinnig und unermüdlich fleißig; Sie werden an ihm <pb/> eine werthvolle <abbr>u.</abbr> fruchtbare Kraft für die Universität gewinnen.</p><p>Gewiß werden Sie nun die Frage auf den Lippen haben, warum denn <name>Kowalewski</name> sich nicht in Greifswald, wo er zuletzt studiert hat <abbr>u.</abbr> promoviert ist, habilitiere. Die Antwort ist einfach: Greifswald ist für einen Privatdocenten ein sehr wenig empfehlenswerther Ort, die Verhältnisse sind zu klein, als daß er ein günstiges Arbeitsfeld haben könnte; überdies haben wir hier schon einen Privatdocenten, der, als Lehrer an der landwirthschaftlichen Schule zu Eldena <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1946"/>angestellt,<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1946"/> hier wöchentlich 1 oder 2 Stunden liest. So gerne ich <name>Kowalewski</name> sonst hier hätte, so habe ich ihm doch seiner Zeit schon, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1947"/>als er von hier fortging<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1947"/>, empfohlen, sich wo möglich eine größere Universität auszusuchen; hätte er es aber vorgezogen, doch nach Greifswald sich zu wenden, so würde seiner Habilitation hier nichts im Wege gestanden haben, da ich ihn als <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1948"/>einen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1948"/> zur Docentenlaufbahn vorzüglich vorbereiteten Mann kenne.</p><p>Mit freundlichem Gruße bin ich Ihr ergebener</p><signed>J Rehmke.</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-1943"><lem><abbr>Dr.</abbr> <name>A. Kowalewski</name></lem><note><name>Arnold Kowalewski</name> (1873–1945), abweichendes Geburtsjahr 1874, 1897 Promotion in Greifswald, 1899 Habilitation in Königsberg, 1908 Titularprofessur, 1921 nichtbeamteter <abbr>ao. Prof.</abbr>, 1934 Lehrauftrag für ostpreußische Geistesgeschichte (auf Initiative Vaihingers erteilt), <abbr>vgl.</abbr> Protokollbuch der Philosophischen Fakultät der Albertus-Universität zu Königsberg <abbr>i. Pr.</abbr> 1916–1944. <abbr>Hg.</abbr> <abbr>v.</abbr> Christian Tilitzki. Osnabrück: fibre 2014, <abbr>S.</abbr> 154, <abbr>Anm.</abbr> 707; Tilitzki: Die deutsche Universitätsphilosophie in der Weimarer Republik und im Dritten Reich. Berlin: Akademie-<abbr>Vlg.</abbr> 2002, <abbr>S.</abbr> 67, <abbr>S.</abbr> 115 <abbr>u.</abbr> <abbr>S.</abbr> 767.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1942"><lem>Wie ich … gemeldet.</lem><note> <name>Kowalewski</name> wurde nicht in Halle, sondern 1899 in Königsberg habilitiert. Der vorliegende Brief ist der bisher einzig bekannte Hinweis auf eine Absicht <name>Kowalewski</name>s, sich in Halle zu habilitieren.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1944"><lem>Schon vor … Secretärposten empfohlen</lem><note> etwaige Schreiben Vaihingers oder Rehmkes nicht ermittelt; <abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Heinrich Rickert vom Februar 1898.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1945"><lem><abbr>u.</abbr></lem><note>hier und im Folgenden Abkürzung in der Vorlage als </note><rdg>ud</rdg><note> geschrieben</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1946"><lem>angestellt,</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1947"><lem>als er von hier fortging</lem><note>Kowalewski war laut der Amtlichen Verzeichnisse des Personals und der Studierenden der Königlichen Universität zu Greifswald für den fraglichen Zeitraum vom Sommersemester 1896 bis zum Wintersemester 1896/1897 in Greifswald immatrikuliert.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1948"><lem>einen</lem><rdg>einem</rdg></app></listApp></back></text></TEI>