<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000635-4</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Moritz Kronenberg</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>26.7.1897</date>, <note>5 S., hs., Briefentwurf, </note><note>Briefkopf</note><note> </note><quote type="rdg">Redaction der „Kantstudien“ | (Verlag von L. Voss, Hamburg) | Prof. Dr. Vaihinger | HALLE a. S., den 189 | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XIII, 8 h, Nr. 8</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0635" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000635-4"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Halle (Saale)</placeName><date when="1897-07-26">26.7.1897</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/116554746">Moritz Kronenberg</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/11600780X">Erich Adickes</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118692038">Friedrich Wilhelm Foerster</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118547380">Rudolf Haym</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11667461X">Max Heinze</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116554746">Moritz Kronenberg</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XIII, 8 h, Nr. 8</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Moritz Kronenberg</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>26.7.1897</date>, <note>5 S., hs., Briefentwurf, </note><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1536"/><note>Briefkopf</note><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1536"/><note> </note><quote type="rdg">Redaction der „Kantstudien“ | (Verlag von L. Voss, Hamburg) | Prof. Dr. Vaihinger | HALLE a. S., den 189 | Reichardtstr. 15.</quote>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XIII, 8 h, Nr. 8</bibl></head></front><body><dateline>26.VII.1897</dateline><salute>Sehr geehrter Herr Doctor!</salute><p>Zunächst zur <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1537"/>Übernahme der Ethischen Cultur<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1537"/> meine besten Glückwünsche! Sie werden nun die Freuden und Leiden des Redacteurlebens zur Genüge kennen lernen.</p><p>Zu solchen zweifelhaften <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1538"/>Genüssen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1538"/> gehört auch die Schwierigkeit, zwischen Recensenten und Recensirten die richtige unparteiische Stellung einzunehmen.</p><p>Ich bin nun ja gerade Ihnen gegenüber in diesem unangenehmen Falle. <pb/></p><p>Seitdem Sie mir <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1539"/>im März schrieben<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1539"/>, ist im Mai ein Heft der Kantstudien erschienen, in welchem auch <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1540"/>Ihre Selbstanzeige<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1540"/> Aufnahme fand. Hoffentlich haben Sie einen Abzug derselben vom Verleger damals erhalten, sonst bitte ich um freundliche Benachrichtigung.</p><p>In jenem Hefte druckte ich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1541"/>die <name>Adickes</name>’sche Besprechung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1541"/> nicht mit ab, weil sie in demselben Hefte ja <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1542"/>als Recensent selbst fungirten<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1542"/>. Hoffentlich haben Sie den Abzug dieser Recension erhalten; sonst bitte um Nachricht.</p><p>Im nächsten Hefte, das nach den Ferien erscheint, muß nun aber die <name>Adickes</name>’sche Recension erscheinen.</p><p>Sie sprechen in Ihrem Briefe den Wunsch aus, ich möchte Ihnen <pb/> einen Correcturabzug derselben senden, damit Sie <hi rend="underline">in demselben Hefte</hi> schon darauf antworten könnten. Ich war dazu geneigt, aber meine literarischen Beiräthe, Geh Rath <hi rend="underline"><name>Heinze</name></hi> in Leipzig und Professor <hi rend="underline"><name>Haym</name></hi> hier waren der Ansicht, daß dies Verfahren bisher literarisch nicht üblich gewesen sei, und ich kann mich selbst auch in der That keines solchen Präcedenzfalles erinnern. So muß ich denn davon absehen, und stelle es Ihnen anheim, im <hi rend="underline">folgenden Hefte</hi> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1543"/>eventuell sich zu wehren<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1543"/>.</p><p>Ich selbst habe mir bis jetzt kein Urtheil in der Sache gebildet, da ich durch Krankheit, amtliche, redactionelle und literarische Pflichten absolut in Anspruch genommen war. <pb/></p><p>In Ihrem Brief sprechen Sie die liebenswürdige Absicht aus, die „Kantstudien“ in einer allgemeiner verbreiteten Zeitschrift oder Zeitung besprechen zu wollen, aber erst in einigen Monaten. Die Zeit dazu wäre jetzt vielleicht da. Wollen Sie mir gefälligst angeben, welche Hefte Ihnen fehlen, damit ich die Zusendung der Ihnen fehlenden an Sie veranlassen kann. (Die Zusendung <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1544"/>eines<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1544"/> gebundenen Exemplares das Sie wünschen, will ich beim Verleger anregen, kann aber nicht garantiren, daß derselbe darauf eingeht.)</p><p>Ihr hochachtungsvoll ergebener</p><signed>H. Vaihinger <pb/></signed><postscript><p><abbr>P. S.</abbr></p><p>Herr D<hi rend="superscript"><hi rend="underline">r</hi></hi> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1545"/><name>Foerster</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1545"/><name/> hatte seinerzeit die Freundlichkeit, die Absicht zu äußern, die „Kantstudien“ <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1546"/>in der „Ethischen Cultur“ besprechen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1546"/> zu wollen, und schrieb mir dann, er werde bei Abgabe der Redaction seinen Nachfolger darauf <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1547"/>aufmerksam machen,<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1547"/> dies an seiner Stelle thun zu wollen, da er selbst dazu keine Zeit habe. Vielleicht hat er vergessen, dies zu sagen, jedenfalls wäre es mir sehr angenehm, wenn Sie auch in diesem Punkte seine Erbschaft antreten wollten.</p></postscript></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-1537"><lem>Übernahme der Ethischen Cultur</lem><note><name>Kronenberg</name> übernahm 1897 die Redaktion der Zeitschrift Ethische Kultur. Monatsblatt für ethisch-soziale Neugestaltung (1893–1936); <abbr>vgl.</abbr> Kronenberg an Vaihinger vom 7.3.1897.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1538"><lem>Genüssen</lem><note>doppeltes s mit ß geschrieben</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1539"><lem>im März schrieben</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Kronenberg an Vaihinger vom 7.3.1897</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1540"><lem>Ihre Selbstanzeige</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Kronenberg an Vaihinger vom 21.12.1896</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1541"><lem>die <name>Adickes</name>’sche Besprechung</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Kronenberg an Vaihinger vom 7.3.1897</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1542"><lem>als Recensent selbst fungirten</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Kronenberg an Vaihinger vom 14.7.1896</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1543"><lem>eventuell sich zu wehren</lem><note><abbr>vgl.</abbr> den stattdessen den von Vaihinger zur Vermeidung weiterer Polemik verfassten: Zusatz des Herausgebers [zu Adickes Rezension über: Kronenberg: Kant. Sein Leben und seine Lehre, München 1897]. In: Kant-Studien 2 (1897/1898), <abbr>S.</abbr> 488–450.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1544"><lem>eines</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1545"><lem><name>Foerster</name></lem><rdg>Förster</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-1546"><lem>in der „Ethischen Cultur“ besprechen</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Friedrich Wilhelm Foerster an Vaihinger vom 16.12.1895 <abbr>u.</abbr> 4.8.1896</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1547"><lem>aufmerksam machen,</lem><rdg>aufmerksam zu machen,</rdg></app></listApp></back></text></TEI>