<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000598-5</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Friedrich Jodl</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Wien</placeName>, <date>20.2.1897</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 4 c, Nr. 2</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0598" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000598-5"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/119305429">Friedrich Jodl</persName><placeName>Wien</placeName><date when="1897-02-20">20.2.1897</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118540238">Johann Wolfgang von Goethe</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11749366X">Karl Vorländer</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 4 c, Nr. 2</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Friedrich Jodl</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Wien</placeName>, <date>20.2.1897</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 4 c, Nr. 2</bibl></head></front><body><dateline>Wien IX Porzellang<add>[asse]</add> 45</dateline><dateline>20. Febr<add>[uar]</add> 1897.</dateline><salute>Hochgeehrter Herr College!</salute><p>Besten Dank für Ihren freund<add>[lichen]</add> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1252"/>Brief<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1252"/> v<add>[om]</add> 9. d<add>[es]</add> M<add>[onats]</add> <abbr>u.</abbr> die darin enthaltenen werthvollen Anregungen. Es ist mir sehr erfreulich, daß Sie diesen flüchtig hingeworfenen Andeutungen so viel Wichtigkeit beilegen – aber ich erschrecke auch ein wenig davor, in dieser Weise, <abbr>u.</abbr> gerade von Ihnen beim Worte genommen zu werden. Doch muß ich bekennen – nachdem Sie nun diesen Einfall förmlich als Project von mir hingestellt haben – er verdiente vielleicht wirklich weiter ausgeführt zu werden, <abbr>u.</abbr> wo gäbe es eine <pb/> bessere Stelle dafür als Ihre Kant-Studien? Sie haben sich schon durch Ihre Anregung ein Prioritäts-Recht erworben. Aber freilich – an die Ausführung kann ich einstweilen nicht denken. Jenes Feuilleton habe ich – nur um einem dringenden Wunsch der Redaction zu genügen – meiner äußerst in Anspruch genommenen Zeit während der Weihnachtsferien – abgestohlen; aber eine „Kantstudie“ <abbr>u.</abbr> ein Feuilleton im Morgenblatt sind halt doch verschiedene Dinge. Ich darf kaum hoffen vor dem nächsten Winter, wenn ich über <name>Kant</name> <abbr>u.</abbr> die Philos<add>[ophie]</add> nach <name>Kant</name> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1253"/>vortragen werde<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1253"/>, auf diese Fragen zurückgeführt zu werden.</p><p>Durch einen sonderbaren Zufall fiel mir das Heft der Kant-Studien <pb/> mit <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1254"/><name>Vorländer</name>s<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1254"/> Aufsatz erst kurz nachdem das Feuilleton aus meiner Hand war in die Augen – <abbr>u.</abbr> verursachte <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1255"/>mir<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1255"/> selbst einige Beunruhigung. Indessen sind die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1256"/>Äußerungen <name>Goethe</name>s<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1256"/> auf welche sich der angefochtene Satz gründet, schließlich doch da, <abbr>u.</abbr> entsprechen jedenfalls gewissen Eindrücken, welche <name>Goethe</name> von <name>Kant</name> empfangen hat – mögen sie dann auch durch andere wieder abgeschwächt werden was ja bei einem Geiste von solcher universeller Empfänglichkeit nicht Wunder nehmen kann. Ich hoffe Gelegenheit zu finden, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1257"/>auch auf diese Frage<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1257"/> zurückzukommen.</p><p>Für Ihren freundl<add>[ichen]</add> Glückwunsch zur Vollendung meiner Psychologie danke ich herzlichst. Das Buch hat mich 5 Jahre lang in Athem <pb/> gehalten, <abbr>u.</abbr> es sollte mich freuen, wenn es sich als brauchbar erweisen würde.</p><p>Indem ich Sie freundlichst begrüße bleibe ich in aufrichtiger Hochschätzung Ihr ergebener</p><signed>Fr. Jodl</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-1252"><lem>Brief</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Jodl vom 9.2.1897</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1253"><lem>vortragen werde</lem><note>als <abbr>o. Prof.</abbr> an der Universität Wien (<abbr>NDB</abbr>).</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1254"><lem><name>Vorländer</name>s</lem><note>Namen im vorliegenden Schreiben in <abbr>lat.</abbr> Schrift</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1255"><lem>mir</lem><note>danach gestrichen: </note><rdg>viel</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-1256"><lem>Äußerungen <name>Goethe</name>s</lem><note>mit Blaustift unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1257"><lem>auch auf diese Frage</lem><note>mit Blaustift unterstrichen</note></app></listApp></back></text></TEI>