<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000591-1</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Rudolf Eucken</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Jena</placeName>, <date>29.1.1897</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 7 p, Nr. 6</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0591" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000591-1"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118682555">Rudolf Eucken</persName><placeName>Jena</placeName><date when="1897-01-29">29.1.1897</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 7 p, Nr. 6</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Rudolf Eucken</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Jena</placeName>, <date>29.1.1897</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 7 p, Nr. 6</bibl></head></front><body><dateline>Jena 29/<anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1222"/>1<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1222"/> 97</dateline><salute>Hochgeehrter Herr College!</salute><p>Mit Vergnügen bin ich bereit die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1223"/>gewünschte Auskunft<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1223"/> zu ertheilen. Hinsichtlich der Pädagogik hat sich hier ein fester modus vivendi herausgebildet, mit dem wir ganz zufrieden sind. Vor allem behandeln wir die Pädagogik nur als ein Stück der Philosophie, so daß mir Philosophie und Pädagogik als verschiedene Fächer nebeneinander gelten. Wer eine vorwiegend pädagogische Arbeit einreicht, muß sich unter der Formel melden „Philosophie in der Richtung auf Pädagogik“. Alsdann wird die <pb/> Abhandlung einem der Philosophen vom Dekan zugesandt, der Philosoph aber überzeugt sich nur, daß die Arbeit in Wahrheit pädagogischer Art ist, überweist sie aber dann dem Vertreter der Pädagogik, der das eigentliche Referat erstattet. Bei der mündlichen Prüfung <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1224"/>wirkt<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1224"/> jener Philosoph mit dem Pädagogen zusammen, dem Pädagogen wird nicht nur die Pädagogik, sondern auch die Ethik und die (pädagogische) Psychologie überlassen, der Philosoph dagegen prüft in der theoret<add>[ischen]</add> Philosophie und in der Geschichte der Philosophie. Jeder bekommt gleich viel Zeit. Wird „Philosophie in der Richtung auf Pädagogik“ als Ne<pb/>benfach gewählt, so prüft der Pädagog allein, doch ist das bei uns nur selten vorgekommen.</p><p>Was die Zeit der Doctorprüfungen anbelangt, so gilt bei uns als normaler Termin der Sonnabend Nachmittag, da dann weder Vorlesungen noch Seminare stattzufinden pflegen. Doch werden davon nicht selten Ausnahmen gemacht, sei es auf Wunsch einzelner Collegen, sei es gegen Schluß des Semesters, wenn sich die Prüfungen häufen.</p><p>Darf ich, verehrter Herr College, die Gelegenheit benutzen, Ihnen für die so sehr liebenswürdige <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1225"/>Besprechung meiner „Lebensanschauungen“<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1225"/> <pb/> in den „Kantstudien“ meinen herzlichen Dank zu sagen? Die Besprechung war wertvoll für das Buch und hat mich lebhaft erfreut.</p><p>Mit besten Grüßen Ihr sehr ergebener</p><signed>R. Eucken.</signed></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-1222"><lem>1</lem><note>könnte auch </note><rdg>7</rdg><note> (Juli) heißen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1223"><lem>gewünschte Auskunft</lem><note>Schreiben Vaihingers nicht überliefert</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1224"><lem>wirkt</lem><note>danach gestrichen: </note><rdg>aber</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-1225"><lem>Besprechung meiner „Lebensanschauungen“</lem><note>innerhalb von Vaihinger: Litteraturbericht. In: Kant-Studien 1 ([1896]/1897), <abbr>S.</abbr> 443–464, hier <abbr>S.</abbr> 443–444.</note></app></listApp></back></text></TEI>