<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000588-6</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Moritz Kronenberg</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Berlin</placeName>, <date>19.1.1897</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 5 k, Nr. 4</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0588" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000588-6"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/116554746">Moritz Kronenberg</persName><placeName>Berlin</placeName><date when="1897-01-19">19.1.1897</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/11600780X">Erich Adickes</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11743843X">Anna Tumarkin</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11653012X">Benno Erdmann</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118525727">Wilhelm Dilthey</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/119305429">Friedrich Jodl</name><name>streichen!</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117243426">Ludwig Stein</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116554746">Moritz Kronenberg</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118869744">Reinhold</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118614436">Georg Simmel</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 5 k, Nr. 4</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Moritz Kronenberg</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Berlin</placeName>, <date>19.1.1897</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 5 k, Nr. 4</bibl></head></front><body><dateline>Berlin, 19. Januar 1897.</dateline><dateline>W. Carlsbader 6.</dateline><salute>Sehr geehrter Herr <abbr>Prof.</abbr>!</salute><p>In Erwiderung <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1194"/>Ihres Briefes<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1194"/> will ich zunächst bemerken, daß ich die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1195"/>Recension der Schrift von <name>Tumarkin</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1195"/><name/> Ihnen die nächste Woche einschicken werde. Was den eigenen größeren Beitrag für die Kant-Studien anbetrifft, so bin ich gern bereit einen solchen zu liefern, <abbr>u.</abbr> ich würde dabei sogar besonderen Wert darauf legen, daß er schon im nächsten Heft erscheint. Ich bitte Sie also freundlichst, mir mitzuteilen, wann dasselbe herauskommt <abbr>resp.</abbr> bis zu welchem Termin ich den Aufsatz eingeschickt haben muß – ich denke mir wohl Anfang od<add>[er]</add> Mitte März. Es würde sich um eine <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1196"/>Untersuchung des Verhältnisses von <hi rend="underline"><name>Reinhold</name></hi> und <name>Kant</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1196"/><name/> handeln, also um ein Gebiet, das bisher meines Wissens nur äußerst wenig angebaut worden ist. Dabei wäre es <pb/> mir nun auch sehr erwünscht, zu wissen, wieviel Raum Sie mir zur Verfügung stellen können, damit ich darnach das Thema mehr oder weniger begrenzen kann. In seiner vollen Ausdehnung würde der Aufsatz vermutlich 4–5 Bogen umfassen, also sich wohl auf 2 Hefte notwendig verteilen müssen. –</p><p>Was die Besprechung meiner Schrift anbetrifft, so haben Sie neulich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1197"/><name>Adickes</name> als Recensenten<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1197"/> namhaft gemacht, damit wäre ich ganz einverstanden, auch mit <name>Simmel</name>, den Sie in Ihrem letzten Briefe nennen, obwohl dieser vielleicht nicht zu haben sein wird, da er bereits die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1198"/>Besprechung für die Wiener <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1199"/>Wochenschrift „Die Zeit“<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1199"/><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1198"/> übernommen hat. Einen speciellen Wunsch hätte ich eigentlich nicht, aber da Sie so freundlich sind, mich zu einer Äußerung aufzufordern, so möchte ich mir wohl die <pb/> Anfrage erlauben, ob, wenn Sie selbst nicht in der Lage sind, vielleicht <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1200"/><abbr>Prof.</abbr> <name>Erdmann</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1200"/><name/> sich bereit finden ließe. Von der allgemeinen wissenschaftlichen Wertschätzung abgesehen, veranlaßt mich dazu ein doppelter Gesichtspunkt, ein persönlicher <abbr>u.</abbr> ein sachlicher. <abbr>Prof.</abbr> Erdmann ist <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1201"/>mein Lehrer<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1201"/> in Seesen <hi rend="superscript">a</hi>/Harz gewesen, wo ich Schüler der <name>Jacobsson</name>schule bis zu meinem 15. Jahre war; außerdem ist mir nachträglich bekannt geworden, daß er damals vor einer Reihe von Gebildeten der Stadt Vorträge über <name>Kant</name> gehalten hat, ebendasselbe habe ich gethan, und aus diesen Vorträgen – zu welchen ich durch eine frei gebildete Vereinigung veranlaßt worden bin – ist vorwiegend der Antrieb bei mir entstanden, das lebhafte Bedürfnis nach einer für alle Gebildeten gemeinverständlichen, nicht zu umfangreichen Darstellung der <name>Kant</name>ischen Lehre, ein Bedürfnis, dessen Vorhandensein ich auch sonst <pb/> vielfach bemerkt habe, durch meine Schrift zu befriedigen zu suchen. Ich brauche also wohl kaum auseinanderzusetzen, daß darnach eine Besprechung von <abbr>Prof.</abbr> E.’s Seite für mich nach verschiedenen Beziehungen hin ein ganz besonderes Interesse hätte. Ich weiß freilich nicht, ob er die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1202"/>Besprechung für das „Archiv“<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1202"/> schon liefert, oder ob dies <abbr>Prof.</abbr> <name>Dilthey</name> thut. Übrigens wird es Sie interessieren, daß <abbr>Prof.</abbr> <name>Jodl</name> in der N<add>[euen]</add> freien Presse (vom 15. Januar) einen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1203"/>ausführlichen Aufsatz<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1203"/> (10 Spalten groß) über mein Buch veröffentlicht hat, der mir nicht nur durch die ehrenvolle Besprechung erfreulich sondern auch rein sachlich, durch die Kritik, welche <name>Jodl</name> an <name>Kant</name> selbst übt, sehr interessant war, wennschon ich keineswegs mit allem übereinstimme. Wenn die N<add>[eue]</add> fr<add>[eie]</add> Pr<add>[esse]</add> Ihnen nicht zugänglich ist, so bin ich gern erbötig, Ihnen ein <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1204"/>Exemplar<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1204"/> zuzuschicken.</p><p>Mit vorzügl<add>[icher]</add> Hochachtung Ihr ergebener</p><signed>M Kronenberg.</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-1194"><lem>Ihres Briefes</lem><note>nicht ermittelt</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1195"><lem>Recension der Schrift von <name>Tumarkin</name></lem><note><abbr>vgl.</abbr> Kronenberg an Vaihinger vom 14.7.1896</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1196"><lem>Untersuchung des Verhältnisses von <hi rend="underline"><name>Reinhold</name></hi> und <name>Kant</name></lem><note><name>Kronenberg</name> hat keinen solchen Beitrag in der Zeitschrift Kant-Studien veröffentlicht.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1197"><lem><name>Adickes</name> als Recensenten</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Kronenberg an Vaihinger vom 7.3.1897</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1199"><lem>Wochenschrift „Die Zeit“</lem><note>mit Rotstift unterstrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1198"><lem>Besprechung für die Wiener Wochenschrift „Die Zeit“</lem><note>nicht nachgewiesen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1200"><lem><abbr>Prof.</abbr> <name>Erdmann</name></lem><note>mit Rotstift unterstrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1201"><lem>mein Lehrer</lem><note>womöglich liegt eine Verwechselung des Philosophieprofessors in Halle, <name>Benno Erdmann</name> (1851–1921) mit einem Lehrer für Geschichte namens <abbr>Dr.</abbr> Erdmann vor, <abbr>vgl.</abbr> Bericht über die Jacobson-Schule zu Seesen am Harz für das Schuljahr 1875/1876. Von Dr. Arnheim, Director der Anstalt. Hannover: Rudolph März 1876.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1202"><lem>Besprechung für das „Archiv“</lem><note>für Geschichte der Philosophie, <abbr>hg.</abbr> von <name>Ludwig Stein</name>; Besprechung nicht nachgewiesen.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1203"><lem>ausführlichen Aufsatz</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Friedrich Jodl: Hundert Jahre nach Kant. In: Neue Freie Presse, <abbr>Nr.</abbr> 11637 vom 15.1.1897, Morgenblatt, <abbr>S.</abbr> 1–4.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1204"><lem>Exemplar</lem><rdg>Expl.</rdg></app></listApp></back></text></TEI>