<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000572-4</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Marcus Jacob Monrad</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Christiania (seit 1924 Oslo)</placeName>, <date>30.10.1896</date>, <note>3 S., hs., Wasserzeichen ovaler Gürtel mit Schnalle, umschließt französische Lilie, mit umlaufender Inschrift </note><quote type="rdg">CORRESPONDENCE PAPIER</quote>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 9 h, Nr. 3</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0572" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000572-4"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/117127485">Marcus Jacob Monrad</persName><placeName>Christiania (seit 1924 Oslo)</placeName><date when="1896-10-30">30.10.1896</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 9 h, Nr. 3</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Marcus Jacob Monrad</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Christiania (seit 1924 Oslo)</placeName>, <date>30.10.1896</date>, <note>3 S., hs., Wasserzeichen ovaler Gürtel mit Schnalle, umschließt französische Lilie, mit umlaufender Inschrift </note><quote type="rdg">CORRESPONDENCE PAPIER</quote>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 9 h, Nr. 3</bibl></head></front><body><dateline>Christiania <abbr>d.</abbr> 30 Oct<add>[ober]</add> 1896.</dateline><salute>Hochgeehrter Herr College!</salute><p>Selbstverständlich ist Nichts unbestreitbarer als Ihr Recht, als Redacteur einer Zeitschrift unter eingegangenen oder angebotenen Beiträgen zu wählen und abzulehnen, wie es Ihnen gefällt; und Sie hätten darum nicht nöthig gehabt – was ich jedoch als eine Höflichkeit dankbar anerkenne – die erstaunliche Ueberfülle von Aufsätzen, die vor dem meinigen das Vorrecht haben sollen, zu documentiren. Und es war auch meinerseits zum Ueberfluß, daß ich im Voraus jenes Recht anerkannte.</p><p>Indeß läugne ich nicht, daß es mir – <hi rend="underline">nach Ihrem so ungemein entgegenkommenden ersten Schreiben</hi> (worin auch keine Sylbe von jener Ueberfülle vorkam, ebensowenig wie in der kurzen Mittheilung nach dem Empfang meines Manuscriptes) – eine unangenehme Ueberraschung war, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1096"/>meinen Aufsatz<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1096"/> zurückgeschickt zu erhalten, und ich konnte mich kaum des Eindrucks erwehren, daß derselbe Ihnen aus irgend einem Grunde – <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1097"/>etwa<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1097"/> als <pb/> zu unbedeutend oder sonst unglücklich – mißfallen habe. Nun, dabei ist Nichts zu thun, und Sie sind mir darüber keine Rechenschaft schuldig.</p><p>Allein nachdem Sie mir einmal freundlich begegnet sind, darf ich vielleicht hoffen, daß Sie einem alten Collegen einen nicht unerheblichen wissenschaftlichen Dienst erweisen wollen. Es ist mir nämlich eingefallen – weil ich, wie ich bekannt habe, in der neueren <name>Kant</name>literatur wenig zuhause bin – daß der Hauptgedanke meines Aufsatzes: durch genauere Analyse vom Begriffe Noumenon „aus einer leeren Stelle des <name>Kant</name>ischen Systems einen Begriff zu machen,“ möglicher Weise schon früher von einem Anderen und zwar besser und erschöpfender entwickelt worden sei. Ich möchte also Sie als vorzüglichen Kenner jener Literatur ersuchen, mich davon <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1098"/>kurz<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1098"/> zu unterrichten, <hi rend="underline">ob und dann wo und von wem das geschehen ist.</hi> Denn wenn das der Fall sein sollte, so will ich ganz von jedem Versuche <pb/> absehen, die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1099"/>Publication meines Aufsatzes<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1099"/> irgendwie zu erzielen. Im entgegengesetzten Falle will es mir doch scheinen, jener Gedanke könne von einigem Interesse sein und jedenfalls verdienen der öffentlichen Prüfung vorgelegt zu werden.</p><p>Mit ungeschmälerter Hochachtung ergebenst</p><signed>M. J. Monrad</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-1096"><lem>meinen Aufsatz</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Monrad an Vaihinger vom 30.7. <abbr>u.</abbr> 16.9.1896</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1097"><lem>etwa</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1098"><lem>kurz</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1099"><lem>Publication meines Aufsatzes</lem><note><abbr>vgl.</abbr> den Kommentar zu Monrad an Vaihinger vom 30.7.1896</note></app></listApp></back></text></TEI>