<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000569-1</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Marcus Jacob Monrad</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Christiania (seit 1924 Oslo)</placeName>, <date>16.9.1896</date>, <note>3 S., hs., Wasserzeichen ovaler Gürtel mit Schnalle, umschließt französische Lilie, mit umlaufender Inschrift </note><quote type="rdg">CORRESPONDENCE PAPIER</quote>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 9 h, Nr. 2</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0569" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000569-1"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/117127485">Marcus Jacob Monrad</persName><placeName>Christiania (seit 1924 Oslo)</placeName><date when="1896-09-16">16.9.1896</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/107897083">Horaz (Quintus Horatius Flaccus)</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117127485">Marcus Jacob Monrad</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 9 h, Nr. 2</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Marcus Jacob Monrad</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Christiania (seit 1924 Oslo)</placeName>, <date>16.9.1896</date>, <note>3 S., hs., Wasserzeichen ovaler Gürtel mit Schnalle, umschließt französische Lilie, mit umlaufender Inschrift </note><quote type="rdg">CORRESPONDENCE PAPIER</quote>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 9 h, Nr. 2</bibl></head></front><body><dateline>Christiania <abbr>d.</abbr> 16 Sept<add>[ember]</add> 1896.</dateline><salute>Hochgeehrter Herr College!</salute><p>Für Ihren freundlichen und mir in so mancher Rücksicht <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1085"/>erfreulichen Brief<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1085"/> meinen besten Dank!</p><p>Da Sie jetzt wohl in Halle zurück sein werden, schicke ich Ihnen hierbei den versprochenen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1086"/>philosophischen Aufsatz<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1086"/>. Wie ich schon gestanden habe, bin ich gar nicht in der neueren <name>Kant</name>literatur zuhause, und habe um so weniger darauf irgend welche Rücksicht machen können, als mein Aufsatz während eines Ferienaufenthalts auf dem Lande, fern von allen literären Hülfsmitteln (selbst <name>Kant</name>s Schriften hatte ich nicht bei mir) geschrieben wurde, und als ich nach meiner Zurückkunft das Geschriebene durchsehen und hier und da einen Ausdruck sichten konnte, war es zu spät, die Literatur zu Rathe zu ziehen. Es wird aber vielleicht von einigem Interesse sein zu sehen, wie von einem solchen fernen und unbefangenen – <pb/> ich möchte sagen: jungfräulichen Zuschauer die Sache betrachtet werde. Ich konnte mich indeß nicht dem Gefühl erwehren, daß ich mit meiner Dialektik und Hervorhebung – „Verabsolutierung“ wird vielleicht das Stichwort sein – des reinen Gedankens in einer Zeit, wo man gewöhnlich in empirisch-gediegenen Vorstellungen zu denken scheint, als ein Nachzügler werde betrachtet werden; ich habe diesem Gefühl auf der letzten Seite einen leisen Ausdruck gegeben und mir sogar erlaubt, nach altem Brauch <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1087"/>mit einem <name>Horaz</name>ischen Spruche zu schließen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1087"/>. Falls Sie aber besonders das Letztere gar zu „altfränkisch“ und nicht zum ganzen Ton der Abhandlung passend finden sollten, so habe ich Nichts dagegen, daß Sie es ganz einfach weglassen.</p><p>Ich habe zur Bequemlichkeit des Lesers kleinere Abschnitte mit römischen Ziffern bezeichnet; auch diese können, wenn es Ihnen besser gefällt, ausgelassen werden. <pb/></p><p>Vor Allem habe ich gewagt vorauszusetzen, daß Sie die Güte haben wollen, etwaige Sprachschnitzer und die schreiendsten Undeutschheiten in der Correctur zu verbessern. Die leichteren wird man hoffentlich dem Ausländer zu Gute halten.</p><p>Vielleicht ist es zweckmässig, daß ich eine Revision sehe.</p><p>Mit <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1088"/>ausgezeichneter<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1088"/> Hochachtung ergebenst</p><signed>M. J. Monrad</signed><postscript><p><abbr>P. S.</abbr> Sie haben vielleicht die Güte mich durch <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1089"/>eine Briefkarte<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1089"/> von der richtigen Ankunft des Manuskriptes zu benachrichtigen, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1090"/>samt<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1090"/> zu welcher Zeit der Druck mutmaßlich erwartet werden kann.</p></postscript></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-1085"><lem>erfreulichen Brief</lem><note>nicht ermittelt</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1086"><lem>philosophischen Aufsatz</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Monrad an Vaihinger vom 30.7.1896</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1087"><lem>mit einem <name>Horaz</name>ischen Spruche zu schließen</lem><note>der Aufsatz <name>Monrad</name>s schließt mit Worten nach <name>Horaz</name>: </note><rdg>Und er möchte dem geneigten Leser mit dem alten Dichter zurufen: Si quid novisti rectius istis, Candidus imperti! si non, his utere mecum! –</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-1088"><lem>ausgezeichneter</lem><rdg>ausgezeichtenter</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-1089"><lem>eine Briefkarte</lem><note>nicht ermittelt</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1090"><lem>samt</lem><note>so wörtlich</note></app></listApp></back></text></TEI>