<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000511-2</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Ludwig Busse</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Marburg</placeName>, <date>25.11.1895</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 3 p, Nr. 2</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0511" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000511-2"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/117183857">Ludwig Busse</persName><placeName>Marburg</placeName><date when="1895-11-25">25.11.1895</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/11600780X">Erich Adickes</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/1221315625">Hugo Bergmann</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117183857">Ludwig Busse</name><name>Carl Alexander Freiherr von Reichlin-Meldegg</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118546252">Eduard von Hartmann</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/119305429">Friedrich Jodl</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118554735">David Hume</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118533401">Kuno Fischer</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11646805X">Otto Caspari</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117722537">Raphael Gustav von Koeber</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116920955">Rudolf Hochegger</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 3 p, Nr. 2</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Ludwig Busse</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Marburg</placeName>, <date>25.11.1895</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 3 p, Nr. 2</bibl></head></front><body><dateline>Marburg, <abbr>d.</abbr> 25 Nov<add>[ember]</add> 95.</dateline><salute>Hochverehrter Herr Professor!</salute><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-614"/>Ihr freundliches Schreiben<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-614"/> erfordert eine umgehende Beantwortung. Sie können <name>Adickes</name> mitteilen, daß ich die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-615"/>Besprechung seiner Kantstudien<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-615"/> gerne übernehmen will. Selbstverständlich werde ich ganz sachlich zu Werke gehen – übrigens schätze ich das Buch sehr hoch. Aber ich sehe keine Möglichkeit, ein nicht nur sachliches, sondern auch <hi rend="underline">fachliches</hi> Referat schon für das erste Heft, also bis Januar zu liefern. Außer den fortlaufenden Arbeiten für das Colleg – das mir, da ich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-616"/>in Japan<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-616"/> aus der alten Philosophie ganz herausgekommen bin, viel zu schaffen macht – <pb/> nimmt die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-617"/><name>Hume</name>-Arbeit<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-617"/>, nehmen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-618"/>eine Anzahl Referate<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-618"/> für die Litt<add>[eratur-]</add>Zeit<add>[un]</add>g, eine ausführlichere <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-619"/>Besprechung von <name>Bergmann</name>s Grundproblemen der Logik<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-619"/>, die ich nicht ablehnen konnte und wollte, meine Zeit in Anspruch, und <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-620"/>auf<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-620"/> die Weihnachtsferien habe ich schon andere Arbeiten, zu denen ich jetzt auch nicht komme, aufgeschoben. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-621"/>Also im ersten Heft geht’s mit dem besten Willen nicht<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-621"/>, wenn Sie es nicht vorziehen, das Referat unter diesen Umständen selbst zu übernehmen. Im Uebrigen danke ich Ihnen für Ihre mich ehrende Aufforderung, an Ihrem Unternehmen Mitarbeiter zu werden, der ich, soweit meine geringen Kräfte reichen, gern entsprechen will. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-622"/>Ob die <name>Hume</name>-Arbeit sich nach Umfang und Inhalt für die Studien eignet<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-622"/>, vermag ich natürlich noch nicht zu übersehen. <pb/></p><p>Das Beste wird sein, ich schicke Ihnen das <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-623"/>Manuskript<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-623"/>, wenn es fertig ist zu, und Sie urteilen dann selbst. Sollte es damit nichts sein (sie wird vielleicht zu umfangreich), so kann ich vielleicht Einiges daraus oder aus den sich daranschließenden <name>Kant</name>arbeiten abzweigen: etwas wird sicher herauskommen, und wenn Sie’s gebrauchen können, wird es mir ein großes Vergnügen sein, es bei Ihnen drucken zu lassen. Dem <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-624"/>weiteren Prospect<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-624"/> sehe ich mit großem Interesse entgegen. Wollen Sie nicht auch <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-625"/>ein Ex<add>[emplar]</add> an die Universität zu Tokyo senden?<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-625"/> (<anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-626"/>Mein Nachfolger dort: <abbr>Dr.</abbr> v. Köber<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-626"/>).</p><p>Ich glaubte, daß die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-627"/>Fakultät in Heidelberg<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-627"/> auf ein Extraordinariat dringen würde, da <name>K. Fischer</name> doch nicht gut <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-628"/>2 Philosophieprofessuren<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-628"/> und eine Literaturprofessur ganz allein ausfüllen <pb/> kann. Die ganze Philosophie beschränkt sich dieses Sem<add>[ester]</add> in Heidelberg <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-629"/>auf <hi rend="underline">ein</hi> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-630"/>Privatcolleg<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-630"/> über christl<add>[iche]</add> Philosophie!<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-629"/> – Aber in H<add>[eidelberg]</add> geschieht halt, was K. F. will. – Von <abbr>Prof.</abbr> <name>Jodl</name> erhielt ich vor einiger Zeit (die Mitteilung ist <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-631"/><hi rend="underline">vertraulich</hi><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-631"/>) eine Aufforderung, ein curriculum vitae <abbr>etc.</abbr> einzusenden; es handle sich um den Vorschlag einer fremden Fakultät. Ich dachte zuerst an Freiburg, bin aber jetzt auf eine andere Vermuthung gekommen, die auf Czernowitz geht. Dort ist der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-632"/><abbr>Prof.</abbr> <name>Hochegger</name> gestorben<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-632"/> (der einzige Vertreter d<add>[es]</add> Fachs dort) und die Fak<add>[ultät]</add> hat sich vielleicht an <name>Jodl</name> um Auskunft gewandt. Ob etwas dabei herauskommt, weiß ich nicht, und ob ich dorthin gehen würde, noch viel weniger. Es liegt doch etwas sehr seitab. Mit den besten Wünschen für das Gedeihen der Kantstudien und hochachtungsvollem Gruß Ihr ergebenster</p><signed>L. Busse</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-614"><lem>Ihr freundliches Schreiben</lem><note>nicht ermittelt</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-615"><lem>Besprechung seiner Kantstudien</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Busse an Vaihinger vom 23.12.1896</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-616"><lem>in Japan</lem><note><name>Busse</name> war von 1887–1892 Professor in Tokio gewesen (<abbr>NDB</abbr>, <abbr>BEdPh</abbr>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-617"><lem><name>Hume</name>-Arbeit</lem><note>eine solche erschien nicht, <abbr>vgl.</abbr> Busse an Vaihinger vom 6.11.1895 und vom 10.11.1904.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-618"><lem>eine Anzahl Referate</lem><note><name>Busse</name> war regelmäßiger Mitarbeiter der Zeitschrift Deutsche Litteraturzeitung.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-619"><lem>Besprechung von <name>Bergmann</name>s Grundproblemen der Logik</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Busse: Julius Bergmann, Die Grunsprobleme der Logik, 2. völlig neue Bearb. Berlin 1895. In: Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik 108 (1896), <abbr>S.</abbr> 290–301.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-620"><lem>auf</lem><note>Einfügung über der Zeile für gestrichen: </note><rdg>für</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-621"><lem>Also … nicht</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Blaustiftkringel markiert</note></app><app type="philological" corresp="#ED-622"><lem>Ob … eignet</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Blaustiftkringel markiert</note></app><app type="philological" corresp="#ED-623"><lem>Manuskript</lem><rdg>Ms</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-624"><lem>weiteren Prospect</lem><note>vgl. die später gedruckte Fassung: [Prospekt] Kantstudien. Philosophische Zeitschrift unter Mitwirkung von E. Adickes, É. Boutroux, Edw. Caird, C. Cantoni, J. E. Creighton, W. Dilthey, B. Erdmann, K. Fischer, M. Heinze, R. Reicke, A. Riehl, W. Windelband und anderen Fachgenossen herausgegeben von Dr. Hans Vaihinger, o. ö. Professor an der Universität Halle a. S. – <abbr>z. B.</abbr> in: Archiv für Geschichte der Philosophie 9 (1896), <abbr>S.</abbr> 268–270.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-625"><lem>ein …senden?</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Blaustiftkringel markiert</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-626"><lem>Mein Nachfolger dort: <abbr>Dr.</abbr> v. Köber</lem><note>die Rede ist von <name>Raphael Gustav von Koeber</name> (1848–1923) aus Nischni Nowgorod, deutsch-russischer Philosoph, promoviert 1880 in Heidelberg, <abbr>u. a.</abbr> Schüler <name>Eduard von Hartmann</name>s. 1893 –1914 <abbr>Prof.</abbr> an der Philosophischen Fakultät der kaiserlichen Universität Tokio (<abbr>WBIS</abbr>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-627"><lem>Fakultät in Heidelberg</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Busse an Vaihinger vom 6.11.1895</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-628"><lem>2 Philosophieprofessuren</lem><note>eine zweite Professur bestand an der Universität Heidelberg seit dem Tode <name>Carl Alexander Freiherr von Reichlin-Meldegg</name>s (1801–1877) lediglich auf dem Papier, <abbr>vgl.</abbr> <abbr>UA</abbr> Heidelberg, RA 6859 (Lehrstühle für Philosophie 1836 (1830) bis 1918).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-630"><lem>Privatcolleg</lem><note>im <abbr>WS</abbr> 1895/1896 Dienstag bis Freitag von 4–5 Uhr, angeboten von <name>Kuno Fischer</name> (<ref type="link">https://doi.org/10.11588/diglit.2712</ref> (22.8.2024)). <name>Caspari</name> hatte noch drei Veranstaltungen angekündigt, die nicht mehr stattfinden konnten.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-629"><lem>auf … Philosophie!</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Blaustiftkringel markiert</note></app><app type="philological" corresp="#ED-631"><lem><hi rend="underline">vertraulich</hi></lem><note>am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Blaustiftkringel markiert</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-632"><lem><abbr>Prof.</abbr> <name>Hochegger</name> gestorben</lem><note><name>Rudolf Hochegger</name> (1862–1895), seit 1891 <abbr>ao. Prof.</abbr> an der Universität Czernowitz (<ref type="link">https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_H/Hochegger_Rudolf_1862_1895.xml</ref> (22.8.2024)).</note></app></listApp></back></text></TEI>