<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000505-0</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Wilhelm Windelband</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Straßburg</placeName>, <date>4.11.1895</date>, <note>3 S., hs. (dt. Schrift)</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 9 l, Nr. 3</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0505" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000505-0"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName><placeName>Straßburg</placeName><date when="1895-11-04">4.11.1895</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118711989">Georg Jellinek</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118900102">Richard von Schubert-Soldern</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118795619">Wilhelm Schuppe</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 9 l, Nr. 3</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-554"/><persName type="sent">Wilhelm Windelband</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Straßburg</placeName>, <date>4.11.1895</date><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-554"/>, <note>3 S., hs. (dt. Schrift)</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 9 l, Nr. 3</bibl></head></front><body><dateline>Strassburg <abbr>i. E.</abbr> 4.11.95</dateline><salute>Sehr geehrter Herr Kollege</salute><p>Verzeihen Sie gütigst, daß meine Antwort auf Ihre gef<add>[ällige]</add> Anfrage durch einen Ausflug nach Baden-Baden, wo ich zum Semesterbeginn auf etwas Aufmunterung meiner im Sommer durch einen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-555"/>Unfall<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-555"/> heimgesuchten Gehverhältnisse suchte, unliebsam verzögert worden ist. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-556"/>Ihr Unternehmen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-556"/> hat mich im ersten Moment etwas erstaunt, da ich meinerseits wegen der schon allzu reichlichen Anzahl unsrer philos<add>[ophischen]</add> Zeitschriften, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-557"/>die alle kaum an Manuskript-Ueberfluß leiden<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-557"/> und jüngst auch noch durch das offenbar <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-558"/>totgeborene Kind von <name>Schuppe</name> und <name>Schubert-Soldern</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-558"/><name/> vermehrt wurden, der Meinung sein würde, daß in diesem <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-559"/>embarras de richesse<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-559"/> noch die <pb/> Arbeiten über <name>Kant</name> ihren Raum finden würden. Andererseits gebe ich Ihnen zu daß, wenn irgend ein besonderer Gegenstand wert und fähig ist, ein solches Organ zu tragen, dies bei <name>Kant</name> der Fall ist, und wenn Sie so freundlich sind <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-560"/>meiner Mitwirkung den Sinn beizulegen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-560"/>, in welchem Sie schreiben, so bin ich gern bereit, Ihrem Wunsche gemäß in das Redaktions-Komite einzutreten. Was ich in diesem zu leisten <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-561"/>habe, will ich gern erfüllen, auch hoffe ich gelegentlich mich sachlich zu <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-562"/>beteiligen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-562"/>, wenn<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-561"/> ich auch für die nächste Zeit in dieser Hinsicht keine bindenden Zusicherungen machen <pb/> kann.</p><p>Mit dem Wunsche eines glücklichsten Gedeihens für das Unternehmen bin ich mit ergebenstem Gruße Ihr</p><signed>Windelband</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-555"><lem>Unfall</lem><note><abbr>vgl.</abbr> <name>Windelband</name> an <name>Georg Jellinek</name> vom 8.12.1895 (Bundesarchiv Koblenz, Nachlass Georg Jellinek, N 1136/32): </note><rdg>Mich hat einiges Pech verfolgt. Aus der Kniegelenkschädigung, die ich mir in den Vogesen geholt hatte […], entwickelte sich eine Venen-Entzündung, die wochenlang im Bett abgewartet werden mußte. Erst im Schwarzwald (Freudenstadt und Wolfach) lernte ich ordentlich wieder gehen, und muß nun froh sein, daß ich von der thörichten Geschichte mit einem blauen Auge und einigen rheumatischen Resten davongekommen bin.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-556"><lem>Ihr Unternehmen</lem><note><abbr>vgl.</abbr> die Meldung der Hochschul-Nachrichten (Paul von Salvisberg) <abbr>WS</abbr> 1895/1896, <abbr>Nr.</abbr> 66 von März 1896, <abbr>S.</abbr> 56 über die Gründung der Kant-Studien durch Vaihinger, mit <name>Windelband</name> im wissenschaftlichen Beirat.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-557"><lem>die alle kaum an Manuskript-Ueberfluß leiden</lem><note>mit Bleistift unterstrichen (der Brief ist in schwarzer Tinte geschrieben)</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-558"><lem>totgeborene Kind von <name>Schuppe</name> und <name>Schubert-Soldern</name></lem><note>gemeint ist die 1895 von <name>Wilhelm Schuppe</name> und <name>Richard von Schubert-Soldern</name> gegründete Zeitschrift für immanente Philosophie, die mit <abbr>Bd.</abbr> 4 (1898) ihr Erscheinen einstellte.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-559"><lem>embarras de richesse</lem><note><abbr>frz.</abbr> Überfluß</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-560"><lem>meiner Mitwirkung den Sinn beizulegen</lem><note>die auf dem Titelblatt der Kant-Studien aufgeführten Personen hatten keine engere Verpflichtung Redaktionsgeschäfte zu erfüllen. Ihre Nennung diente als Qualitätsnachweis nach Art eines wissenschaftlichen Beirats.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-562"><lem>beteiligen</lem><note><name>Windelband</name> veröffentlichte in den Kant-Studien: Rezension über Eckoff, William: Kant’s Inaugural-Dissertation of 1770 transl. into English with an Introduction and Discussion. New York 1895. In: Kant-Studien 1 (1897), <abbr>S.</abbr> 264–268; Kuno Fischer und sein Kant. In: Kant-Studien 2 (1898), <abbr>S.</abbr> 1–10; Nach hundert Jahren. In: Kant-Studien 9 (1904), <abbr>S.</abbr> 5–20; Schillers transscendentaler Idealismus. In: Kant-Studien 10 (1905), <abbr>S.</abbr> 398–411; Otto Liebmanns Philosophie. In: Kant-Studien 15 (1910), <abbr>S.</abbr> III–X.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-561"><lem>habe … wenn</lem><note> von anderer <abbr>Hd.</abbr> mit Bleistift unterstrichen</note></app></listApp></back></text></TEI>