<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000456-0</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Carl du Prel</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">München</placeName>, <date>2.1.1893</date>, <note>1 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 p, Nr. 16</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0456" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000456-0"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118973061">Carl du Prel</persName><placeName>München</placeName><date when="1893-01-02">2.1.1893</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 p, Nr. 16</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Carl du Prel</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">München</placeName>, <date>2.1.1893</date>, <note>1 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 p, Nr. 16</bibl></head></front><body><dateline>München <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-230"/>2.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-230"/>I.93.</dateline><dateline>Herrenstr. 13</dateline><p>Lieber Freund! Die „Gegenwart“ ist die einzige nichtmystische Zeitschrift, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-231"/>in die<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-231"/> ich noch schreibe. Daß sie nicht paßt für eine eigentliche Recension Ihres Commentars, werden Sie selbst zugeben. Die Besprechung, die ich nun hinsende, wird aber doch den einen Zweck erfüllen, daß einige Leser sich den Commentar anschaffen, mehr läßt sich wohl nicht erreichen. Meinen <name>Kant</name>, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-232"/>den mystischen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-232"/>, habe ich dabei etwas stärker betont, als der Anlaß gegeben war, aber beigefügt, daß es bei Ihnen nicht der Fall ist. Kurz, die Natur des Blattes nöthigte mich, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-233"/>mehr eine Plauderei<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-233"/>, als Recension zu schreiben. Es dürften 5–6 Spalten sein, und bis jetzt wenigstens hat mich die „Gegenwart“ nie lange warten lassen.</p><p>Besten Gruß</p><signed>du Prel</signed></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-230"><lem>2.</lem><note>die Ziffer dergestalt über den Punkt geschrieben, dass es auch heißen kann: </note><rdg>? I.93</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-231"><lem>in die</lem><note>so wörtlich</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-232"><lem>den mystischen</lem><note><abbr>vgl.</abbr> du Prel an Vaihinger, <abbr>o. D.</abbr> [nach 9.8.1888, vor 1892]</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-233"><lem>mehr eine Plauderei</lem><note><abbr>vgl.</abbr> du Prel: Zur Lehre von Zeit und Raum. In: Die Gegenwart, <abbr>Nr.</abbr> 5 vom 4.2.1893, S. 71–73 (Umfang 4 Spalten). <abbr>S.</abbr> 73: </note><rdg>Zwar hält sich der von mir betonte Kant in der „Kritik der reinen Vernunft“ und demgemäß auch in deren Kommentar im Hintergrund; aber doch weiß es auch der kritische Kant, daß die Unterscheidung zwischen Erscheinung und Ding an sich auch den Menschen selbst betreffen muß, daß also unser irdisches Selbstbewußtsein nur unsere irdische Erscheinungsform umfaßt […]. Es gibt kein Werk, welches sich so sehr zu einer Gymnastik des Geistes eignet, als die „Kritik der reinen Vernunft“ und in das Grundproblem derselben, und jeder Philosophie überhaupt, muß sich der menschliche Geist notwendig immer tiefer hineinwühlen. Darum ist aber auch die logische Analyse dieses grundlegenden und umwälzenden Werkes, wie der darüber entstandenen Literatur, ein wirkliches Bedürfniß. Zudem will Vaihinger’s vortrefflicher Commentar, in dem er die sachlichen Probleme zu fördern sucht, zugleich zur Fortbildung der Philosophie selbst beitragen; denn eine solche ist nur möglich durch eine Geschichte der Probleme.</rdg></app></listApp></back></text></TEI>