<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000443-6</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Rudolf Eucken</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Jena</placeName>, <date>1.11.1892</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 7 p, Nr. 4</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0443" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000443-6"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118682555">Rudolf Eucken</persName><placeName>Jena</placeName><date when="1892-11-01">1.11.1892</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118533401">Kuno Fischer</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11862380X">Friedrich Adolf Trendelenburg</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name><name>Karl Richard Vaihinger</name><name>Friedrich August Trendelenburg</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 7 p, Nr. 4</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Rudolf Eucken</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Jena</placeName>, <date>1.11.1892</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 7 p, Nr. 4</bibl></head></front><body><dateline>Jena 1/11 92.</dateline><salute>Hochgeehrter Herr College!</salute><p>Haben Sie meinen verbindlichsten Dank für das liebenswürdige Geschenk Ihres <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-151"/>neuen Buches<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-151"/>! Ich habe mich sofort an eine Übersicht des Ganzen und die Lectüre einzelner Hauptabschnitte gemacht, und möchte auf Grund dessen Ihnen meine lebhafte und aufrichtige Anerkennung aussprechen. Das Werk ist nicht bloß ein Ausdruck unermüdlicher Sorgfalt und staunenswerten Fleißes, es ist auch recht eigentlich eine selbständige philosophische Leistung, die klärend <pb/> und vertiefend wirken muß. Ganz besonders schätzbar ist auch die Gerechtigkeit, die Sie allen Richtungen gegenüber gleichmäßig bewahren und mit der Sie alles irgend wertvolle zur Anerkennung bringen. Mir persönlich ist an einzelnem besonders willkommen Ihre mustergültige Behandlung des <name>Trendelenburg</name>-<name>Fischer</name>’schen Streites. Wie <name>Trendelenburg</name> in den letzten Jahrzehnten überhaupt oft unbillig zurückgesetzt ist, so geschah es namentlich auch bei diesem Punkt. Wie ist dafür <abbr>z. B.</abbr> charakteristisch der Artikel „<name>Trendelenburg</name>“ in Brockhaus’ Conversations-Lexikon, dessen 12. <abbr>Aufl.</abbr> vor mir liegt. Es heißt darin von <name>Trendelenburg</name>: <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-152"/>„Sein letztes Auf<pb/>treten in der philos<add>[ophischen]</add> Literatur war ein äußerst unglückliches. Als er gegen <name>Kuno Fischer</name>’s Darstellung der <name>Kant</name>’schen Lehre eine persönlich gereizte polemische Broschüre „Kuno Fischer und sein Kant“ schrieb, wurde er durch dessen Gegenschrift „Anti-<name>Trendelenburg</name>“ auf das glänzendste widerlegt und zurückgewiesen.“<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-152"/> Das ist doch stark! nicht wahr? Und es wird nach Ihrer besonnen abwägenden und erschöpfenden Behandlung nicht mehr gesagt werden können.</p><p>So gratuliere ich Ihnen zu dem Werke aufrichtig und wünsche, daß es rasch alle verdiente Anerkennung finden möge.</p><p>Hoffentlich steht bei Ihnen zu Haus <pb/> alles gut und erfreuen Sie sich voll des <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-153"/>neuen Glückes<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-153"/>.</p><p>Mit wiederholtem Dank, besten Wünschen und freundlichen Grüßen verbleibe ich in aller Hochachtung Ihr ergebener</p><signed>R. Eucken.</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-151"><lem>neuen Buches</lem><note>Vaihinger: Commentar zu Kants Kritik der reinen Vernunft, 2. <abbr>Bd.</abbr> 1892.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-152"><lem>„Sein … zurückgewiesen.“</lem><note> Zitat aus dem Artikel über <name>Friedrich Adolf Trendelenburg</name> in: Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie. Zwölfte umgearbeitete, verbesserte und vermehrte Auflage. In funfzehn (!) Bänden. Vierzehnter Band. Stablo bis Vega. Leipzig: F. A. Brockhaus 1879, <abbr>S.</abbr> 730.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-153"><lem>neuen Glückes</lem><note>in Gestalt des Sohnes <name>Richard Vaihinger</name>, <abbr>geb.</abbr> 10.6.1892.</note></app></listApp></back></text></TEI>